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Fahrbericht: Amazone hat Sämaschine Cataya überarbeitet

Mit der Neuentwicklung der mechanischen Sämaschine Cataya hat Amazone nun auch die Kreiseleggen und -grubber überarbeitet. Wir konnten die Cataya Special in Kombination mit der Kreiselegge KE3001 Super fahren.

Lesezeit: 7 Minuten

Mit der Neuentwicklung der mechanischen Sämaschine Cataya hat Amazone nun auch die Kreiseleggen und -grubber überarbeitet. Wir konnten die Cataya Special in Kombination mit der Kreiselegge KE3001 Super fahren.


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Die mechanische Sätechnik hat im drei Meter-Bereich weiterhin die größte Bedeutung. Amazone stellte mit der Cataya Super Ende 2016 eine komplette Neuentwicklung vor. Mit der vollausgestatteten Maschine möchte der Hersteller besonders größere Betriebe ansprechen. Jetzt gibt es auch die etwas kleinere und einfachere Cataya Special, die wir mit der neuen Kreiselegge ausprobiert haben.


Schneller einstellen


Der Antrieb der KE3001 Super ist im Vergleich zum Vorgängermodell gleich geblieben. Die Kreiselegge ist weiterhin für bis zu 132 kW/180 PS Schlepperleistung ausgelegt. Überarbeitet hat Amazone die Baugruppen zum Anpassen der Bearbeitungsqualität. Die Seitenbleche sind nun vorne und hinten geführt und lassen sich über ein Raster einfacher verstellen. Dazu muss man je Seite zwei Schrauben mit einem Universalschlüssel etwas lösen. Jetzt lässt sich das Blech in einem gestuften Langloch verschieben. Den Universalschlüssel nutzt Amazone übrigens für viele Einstellungen an der Maschine.


Der Planierbalken ist nicht mehr an der Wanne, sondern an der Walze befestigt. Dadurch bleibt die eingestellte Höhe des Balkens relativ zum Nachläufer auch bei sich ändernder Arbeitstiefe der Kreisel gleich. Dabei helfen auch zwei neue Oberlenker an der Walze, die den Nachläufer über den Verstellbereich annähernd parallel zur Wanne halten.


Die Höhe des Planierbalkens konnten wir bei unserer Maschine mit einem großen Nachläufer zentral von der linken Maschinenseite mit dem Uni-Schlüssel verstellen. Direkt neben der Verstellung hat der Schlüssel seine Parkposition. Die Planierschiene kann bei Steinen bis zu 7 cm nach oben ausweichen. Bei Eggen mit kleinen Walzen muss man den Balken von beiden Seiten separat einstellen. Amazone hat den Planierbalken etwas eingekürzt, damit sich die Seitenschilde durch aufstauende Erde nicht mehr anheben und sich keine Dämme bilden.


Die Keilring- und Trapezringwalzen gibt es mit 12,5 oder 15 cm Ringabständen. Die Schare der Sämaschine laufen in dem von der Walze rückverfestigten Bereich. Zum bestehenden Walzenprogramm für die Kreiseleggen kommen zwei Trapezringwalzen sowie eine Keilringwalze mit Matrixreifenprofil hinzu. Die Spuranreißer (1930 €) montiert der Hersteller jetzt immer auf der Kreiselegge.


Fein- und Normalsaat


Die Kreiselegge lässt sich über die neuen Kuppelkonsolen QuickLink laut Amazone jetzt schneller mit der Sämaschine verbinden. Im Gegensatz zu den Eggen hat Amazone die Sätechnik komplett neu entwickelt. Zentrales Element ist das Dosiersystem Precis, das direkt unter dem serienmäßigen 650 l-Saattank arbeitet. In dem Kunststoffbauteil ist ein kleiner Auslauftrichter integriert. Dieser leitet das Saatgut direkt vor zwei Schieber, grün für Normalsaat, orange für Feinsaat. So konnten wir die Cataya Special in weniger als zwei Minuten von Normalsaat auf Feinsaat umstellen. Große, schwarze Dosierräder für z.B. Bohnen gibt es als Zubehör.


Ein serienmäßiger Elektromotor treibt die Säwelle von links an. Für eine Halbseitenschaltung sitzen in der Mitte der Maschine zwei Schiebekupplungen – eine für die Hauptsäwelle, eine für die Vorgelegewelle der Fahrgassenschaltung. Leider sind beide Kupplungen unter einem Abdeckblech montiert. Möchte man mit einer halben Arbeitsbreite beginnen, muss man also erst den Universalschlüssel holen, die Abdeckung an zwei Haken entriegeln, die Kupplungen öffnen und die Abdeckung wieder einclipsen. Laut Amazone ist das der Arbeitssicherheit geschuldet. Als Alternative bietet Amazone hier mit der Cataya Super die Hightech-Version an, bei der optional die Dosierräder von beiden Seiten elektrisch angetrieben werden.


Bei unserer Testmaschine ist die Vorgelegewelle der Fahrgasse über eine Schlingfederkupplung mit der Hauptwelle gekoppelt. Maximal lassen sich 2x5 Reihen abschalten. Um Erosionsrinnen an Hanglagen zu vermeiden, arbeitet die Fahrgassensteuerung auch intervallweise.


Ein optionaler Hydraulikzylinder hebt die Säschare beim Vorkreiseln aus.



Elektrisch ist einfach


Das Isobus-Terminal zeigt die wichtigsten Informationen auf einen Blick an, z.B. die Drehzahl des Elektromotors, der aktive Spuranreißer, die aktuelle Sämenge, die Fahrgeschwindigkeit oder auch die aktuelle Spur. Ist das Terminal auch fähig, Applikationskarten zu bearbeiten, lässt sich mit der Cataya auch die Saatgutstärke im Feld automatisch anpassen.


Zum Abdrehen der Maschine mussten wir erst im Isobus-Terminal den Abdrehvorgang voraktivieren – dazu klickten wir uns durch das Kalibiermenü. Dabei fragt das Terminal einige Punkte ab, wie z.B.: Kalibrierklappen offen?, Vorgedreht?, Kalibrierbehälter entleert?, Vorgesehene Fahrgeschwindigkeit?. Zudem kann man hier einen Kalibrierwert eingeben. Hat man zuvor schon das gleiche Saatgut gesät und sich diesen Wert gemerkt, lässt er sich direkt wieder eintippen.


Die Maschine dreht man komplett von links ab.


Etwas verwirrend fanden wir die Angabe der Dosierwalze. Hier musste für die Weizenaussaat der Wert 528 ccm stehen. Der Wert gibt das Volumen aller geöffneten Reihen des Dosiersystems bei einer Umdrehung an. Wir fänden es besser, wenn hier einfach die Anzahl der geöffneten Schieber jeweils für die Dosierräder grün, orange und schwarz einzutragen wäre.


Nachdem der Bediener alle Angaben am Terminal gemacht hat, wechselt er zum mechanischen Bedienzentrum auf der linken Seite. Hier lassen sich die Bodenklappen einstellen und die Rührwelle ein-, bzw. ausschalten. Zudem bereitet man die Maschine hier auf den Abdrehvorgang vor. Dazu stellt man zentral die Kalibrierklappen um und dreht die Abdrehwanne in Position. Schönes Detail: Stehen die Klappen auf Abdrehen, zeigt ein rotes Kunststoffschild dies auch vom Schlepper aus sichtbar an. Allerdings ist hier kein Sensor montiert, der ein unbeabsichtigtes Säen in Kalibrierstellung verhindert. Ein solcher Sensor sitzt hingegen an der Leiter zum Podest, um ein unbeabsichtigtes Drehen der Säwelle zu verhindern.


Im TwinTerminal lässt sich die abgedrehte Menge eingeben.


Um die Menge nun abzudrehen, mussten wir einen Taster am sogenannten TwinTerminal (optional 675 €) durchgängig gedrückt halten. Dieses zweite, kleine schwarz/weiß Display sitzt ebenfalls im Bedienzentrum links an der Cataya. Standardmäßig ist hier nur ein einfacher Taster montiert. Lässt man den Taster los oder die vorgewählte Fläche bzw. Menge ist abgedreht, stoppt der Motor.


Die geteilte Abdrehwanne lässt sich zur linken Seite herausziehen und mit serienmäßigem Falteimer und Digitalwaage verwiegen. Die ermittelte Menge tippten wir ins TwinTerminal ein. Ist die Maschine ohne dem zweiten Terminal ausgestattet, gibt man die Menge im Terminal auf dem Schlepper ein. Die Elektronik macht im Feld den Rest dann allein.


Ein Radarsensor (590 €) am Striegel ermittelte in unserem Fall die Fahrgeschwindigkeit. Ein Sensor am Oberlenker (135 €) erkannte, ob die Kombination in Arbeitsstellung steht. Beide Signale lassen sich auch vom Schlepper abrufen.


Ab in den Boden


Im Feld führen die bekannten RoTeC-Einscheibenschare das Saatgut in die Erde. Das Doppelscheibenschar TwinTeC mit nachlaufender Andruckrolle bleibt den größeren Super-Maschinen vorenthalten.Die Einscheibenschare mit 32 cm Durchmesser mussten wir einzeln in ihrer Tiefe einstellen. Hier stehen weiterhin die zwei Gummischeiben mit 10 mm und 25 mm Breite zur Auswahl.


Der Schardruck lässt sich zentral von hinten verstellen. Das geht wie auch beim Exaktstriegel wieder mit dem Universalschlüssel. Wir hätten uns bei diesen Einstellmöglichkeiten eine fest montierte Kurbel oder ähnliches gewünscht, um nicht immer das Werkzeug holen zu müssen. Die Striegelzinken sind im Durchmesser um einen Millimeter gewachsen und nun 10 mm dick.


Die Übersicht im Feld ist gut. So konnten wir die Schare und den Striegel unter dem Saattank hindurch bei der Arbeit beobachten. Im Dunkeln helfen dabei noch die zwei LED-Arbeitsscheinwerfer (330 €).


Günstiger mit Getriebe


Uns hat die Cataya Special gut gefallen. Vorteilhaft sind vor allem die einfache Bedienung und die vielen kleinen Details wie z.B. der Stauraum für die Waage samt Falteimer oder die Anzeige der Kalibrierklappenstellung. Für einen stolzen Preis von 19.790 € für die Kreiselegge und 22.275 € für die Sämaschine (jeweils in Testausstattung, alle Preise ohne MwSt.) fehlen noch werkzeuglos verstellbare Arbeitselemente und ein paar kleine Softwareanpassungen.


Wir sind gespannt, wann eine günstigere Version der Cataya mit mechanischem Antrieb, weniger Elektronik und optionalen TwinTeC-Scharen auf den Markt kommt. Laut Amazone soll diese die noch aktuelle AD ablösen. Dann soll es sogar Schleppschare für die Cataya geben.



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