Grünlandstriegel: Höchste Pflegestufe fürs Grünland

Der Grundstein für eine gelungene Silage wird im Frühjahr, weit vorm eigentlichen Erntetermin gelegt: Erdaufwürfe von Maulwürfen und Wühlmäusen wollen verteilt, überständiges Material entfernt und die Lücken bis zur Ernte durch eine leichte Übersaat geschlossen werden. Wir haben drei Grünlandstriegel mit Walze getestet

Der Grundstein für eine gelungene Silage wird im Frühjahr, weit vorm eigentlichen Erntetermin gelegt: Erdaufwürfe von Maulwürfen und Wühlmäusen wollen verteilt, überständiges Material entfernt und die Lücken bis zur Ernte durch eine leichte Übersaat geschlossen werden. Wir haben drei Grünland-Kombinationen getestet, die diese Arbeitsschritte in einer Überfahrt erledigen:


 
• APV GP 600 M1
• Dal-Bo Maxiroll Greenline 630
• Güttler Greenmaster 640
 
Im vergangenen Frühjahr haben wir die Striegel auf einem klassischen Grünlandstandort in Niedersachsen eingesetzt. Dass die intensive Narbenpflege in den Milchviehregionen immer mehr Beachtung findet, zeigen die zahlreichen Anbieter von Striegeln am Markt. Für unseren Vergleich haben wir uns bewusst für Geräte mit zusätzlicher Walze entschieden, um auch diese Technik zu testen.

Breite Profis

Unsere Testmaschinen hatten eine Arbeitsbreite von 6 m und waren aufgesattelt. Mit Klappmechanismus und Fahrwerk erreichen diese vollausgestatteten Profi-Geräte stattliche Preise von bis zu 40.000 € – damit ist die Technik eher etwas für größere Betriebe oder den überbetrieblichen Einsatz. Alle drei Hersteller bieten ihre Striegel (mit identischen Werkzeugen) aber auch in 3 m und damit entsprechend günstiger an.
 

Güttler Grünlandstriegel Greenmaster 640 (Bildquelle: Güttler Grünlandstriegel Greenmaster 640)

Bei APV und Güttler sind die Maschinen dann im Dreipunkt angebaut, bei Dal-Bo ist auch das kleine Gerät gezogen. Die Anordnung der Arbeitswerkzeuge ist bei allen Geräten weitgehend gleich. Als Erstes übernimmt eine Planierschiene das Einebnen von Maulwurfshaufen. Sie soll die Erde möglichst lang und dünn verteilen, sodass frisches Gras schnell nachwachsen kann. Wichtig ist eine gute Bodenanpassung der Planierschiene, damit sie die Narbe nicht verletzt. Sie muss also pendeln oder federn können. Um die Schiene verschiedenen Bedingungen anzupassen, sollte sie sich außerdem schnell und einfach verstellen lassen.
 
Das Striegelfeld ist das Herzstück der Grünland-Kombis. Die Zinken sollen überständiges Gras auskämmen, die Grasnarbe belüften (entfi lzen) und den Boden für die nachfolgende Übersaat öff nen. Ihre Anzahl und Form entscheidet, wie viel überständiges Gras aus der Grasnarbe gekämmt wird. Dicke Zinken arbeiten aggressiver. Alle Striegelfelder im Test hatten zwei Reihen mit 12 mm starken Zinken. Nur beim APV folgt ein weiteres Striegelfeld mit zwei Reihen 8 mm starker Zinken. Die Zinken sollen das Material aber auch wieder loslassen und es nicht mit bis ans Vorgewende schleppen. Also muss sich ihr Winkel einfach an den Bestand anpassen lassen. Außerdem sollten die Zinken gegen Verlust gesichert sein, damit sie später nicht im Futter landen.

Sätechnik an Bord

Dal-Bo Maxiroll Greenline 630 (Bildquelle: Dal-Bo Maxiroll Greenline 630)

Zum Nachsäen sind alle Striegel mit einem pneumatischen Sägerät ausgerüstet. Dal-Bo und Güttler bedienen sich hierzu beim Schweizer Hersteller Krummenacher. APV hat ein eigenes Sägerät im Programm. Den Luftstrom lieferte bei APV und Güttler ein hydraulisches Gebläse, bei Dal-Bo testeten wir die elektrische Variante. Bei APV und Dal-Bo kann man zwischen einem elektrischen und einem hydraulischen Gebläse- Antrieb wählen. Zur Gras-Nachsaat reicht das elektrische Gebläse. Vorteil: Es ist leiser und spart ein Hydraulik- Steuergerät. Bei größeren Saatmengen und schwererem Saatgut wie z.B. Grünroggen ist ein hydraulisches Gebläse die bessere Lösung. Durch Schläuche pusten die Gebläse die Luft zu den einzelnen Pralltellern.
 
Das Abdrehen ist bei allen Dosiereinheiten schnell und einfach gemacht. Wir wollten wissen, wie genau die Sägeräte die abgedrehte Menge von 10 kg/ha einhalten. Dabei haben wir auch die Querverteilung der acht Prallteller über die gesamte Arbeitsbreite gemessen (siehe Übersicht Querverteilung). Zum Auffangen des Saatgutes haben wir Plastiksäcke so an den Ausgängen befestigt, dass zwar die Luft, aber kein Grassamen entweichen konnte. Abgedreht haben wir exakt 0,5 ha, sodass bei jedem Gerät 5000 g Grassamen in den Säcken hätten landen müssen.
 
Wie sich die drei Geräte geschlagen haben und was die Besonderheiten sind, lesen Sie jetzt in der top agrar-Ausgabe 2/2014 ausführlich ab S. 92. Eine kommentierte Bildergalerie sowie das Video vom Test gibt schon hier online:
 
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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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