Drensteinfurt

Landwirt baut 15 m breites Schleppschuhgestänge selbst

Die Landwirte Ludger und Sven Niesmann aus Drensteinfurt haben selbst ein 15 m breites Schleppschuhgestänge gebaut und an ihr Fass angepasst. Wir haben sie beim Ersteinsatz begleitet.

Schon als wir auf den Hof von Familie Niesmann kommen, war klar: Hier sind Bastler am Werk. Sohn Sven fährt gerade mit einem 8 t schweren Mobilbagger über den Hof, vorne angebaut eine Kehrmaschine.

Dass die Landwirte leidenschaftliche Schlosser sind, erkennt man auch beim Blick in die Werkstatt. Sohn Sven ist momentan im zweiten Ausbildungsjahr zum Landwirt, hat zuvor bereits eine Ausbildung zum Metallbauer bei einem Güllewagenhersteller in der Region abgeschlossen. Gute Voraussetzungen also für ihr neustes Projekt, ein Schleppschuhgestänge-Eigenbau für das 12 m³ große Güllefass von Schuster. Wir haben uns das Ergebnis von etwa 800 Arbeitsstunden genauer angeschaut und waren bei der Jungfernfahrt dabei.

Mit Zirkel und Geodreieck

Familie Niesmann bewirtschaftet einen Bullenmastbetrieb mit etwa 60 ha Fläche. Davon sind ca. 20 ha Grünland. „Aufgrund der neuen Düngeverordnung mussten wir uns mit dem Thema der bodennahen Gülleausbringung auseinandersetzen“, erklärt Ludger Niesmann.

Nach einem Messebesuch in Hannover sowie mehreren Angeboten über Schleppschuhgestänge wuchs bei den Niesmanns die Skepsis: „Selbst, wenn wir uns ein Schleppschuhgestänge mit Förderung gekauft hätten, wäre das für unsere jährliche Ausbringmenge von etwa 2 000 m³ noch zu teuer gewesen.“ Und so entstand der Entschluss, selbst einen Schleppschuhverteiler zu bauen.

Ludger Niesmann erstellte die Zeichnungen ohne Computerprogramm ganz klassisch mit dem Bleistift und Papier. „Ich habe mir von meiner Tochter Zirkel und Geodreieck ausgeliehen und bin angefangen“, erklärt er fast etwas stolz.

Mit den Flügeln begonnen

Auf den ersten Blick ähnelt das Gestänge den bekannten Vertretern am Markt....