Günstig lenken lassen

Lenksystem mit eFarmer Fieldbee nachrüsten

Man kann auch ältere Traktoren fit fürs automatische Lenken machen. Wir hatten mit der Nachrüstlösung Fieldbee von eFarmer eine kostengünstige Lenksystem-Alternative über ein Jahr lang im Test.

Seit August 2019 bietet eFarmer das Spurführungssystem Fieldbee auch in Deutschland an. Dieses gibt es in verschiedenen Ausbaustufen: Als Parallelfahrhilfe, mit oder ohne RTK, mit automatischer Spurführung über Lenkradmotor und seit neustem auch über ein hydraulisches Lenkventil. Alle Varianten haben gemeinsam, dass man sie drahtlos über ein androidbasiertes Tablet oder Smartphone steuert.

Wir haben die Fieldbee-Lenkung mit Lenkradmotor und RTK-Empfang ausführlich getestet. Im Herbst 2019 montierten wir zusammen mit den Technikern von eFarmer das System auf einem John Deere 6115R.

Die Antenne ist eine Eigenentwicklung des ukrainisch-niederländischen Herstellers. Zum damaligen Zeitpunkt gab es nur den L1-Empfänger. Dieser korrigiert auf einer Frequenz die Satellitensignale von GPS, Glonass und BeiDou. Der Empfänger hält mit vier Magneten auf einer geklebten Metallplatte auf dem Dach. Ein Kabel verbindet die gelbe Antenne mit dem Nav-Controller des Systems.

Der Controller muss fest mit einer starren Baugruppe auf der Kabine verbunden sein. Denn hier ist der Jobrechner inklusive Gyroskop und Bluetooth-Modul installiert. Zwei weitere Kabel verbinden den Nav-Controller mit dem Lenkradmotor MDU-G4 und der Batterie. Mehr Kabelverbindungen sind nicht notwendig. Die Steuerung erfolgt drahtlos über Bluetooth und Wlan.

Stabil befestigen

Der Nav-Controller hat seinen Platz auf einer mitgelieferten Blechplatte. Diese haben die Techniker auf dem John Deere links neben dem Sitz festgeschraubt. Dazu mussten wir allerdings die Bodenmatte entfernen. Auf älteren Schleppern lässt sich häufig ein besserer Platz für die Einheit finden.

Ein Zahnkranz aus Aluminium ergänzt das originale Schlepperlenkrad. Die Techniker haben aufgrund der kürzeren Lieferzeit auf ein universales Befestigungskit zurückgegriffen. Eine etwas wilde Konstruktion aus Blechen, Winkeln und U-Profilen stützt den Lenkradmotor gegenüber der Lenksäule ab. Leider lässt sich dann die Lenksäule nicht mehr einschieben. Laut eFarmer soll das mit dem erhältlichen maschinenspezifischen Einbausatz besser aussehen.

Der Lenkradmotor lässt sich mit einer Klammer schnell auf den Zahnkranz klemmen. Eine lange Inbusschraube verbindet dann Lenksäule und Motor miteinander. Das ist etwas fummelig. Sind die entsprechenden Anbauteile und Kabelsätze mehrfach vorhanden und vorgerüstet, dauert der Umbau von Lenkradmotor und Empfänger (werkzeuglos) auf einen anderen Schlepper nur etwa 15 Minuten.

Der Umbau des Nav-Controllers benötigt hingegen Werkzeug, da dieser fest angeschraubt ist. Im Gegensatz zum Empfänger kauft eFarmer diese Komponenten allesamt zu. Auch andere Anbieter von Lenksystemen, wie z.B. Müller-Elektronik oder Reichhardt, greifen auf dieselben Teile zurück.

RTK-Empfang

Während manch anderer Hersteller alleine für das Mobilfunkmodem über 3.000 € verlangt, reicht beim Fieldbee-System ein normales Smartphone aus. Problematisch mit dem L1-Empfänger war jedoch, dass man zur Bedienung des Systems ein zweites Smartphone oder besser ein Tablet-Computer (ab Android 8.0) benötigt, da das Smartphone gleichzeitig ein Hotspot...


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