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Ernte 2021

Lohnunternehmer und Landwirte mit Rücksicht im Straßenverkehr

Die Erntezeit steht vor der Tür. Durch Transparenz, Kommunikation und gute Öffentlichkeitsarbeit können Missverständnisse mit Bürgern verhindert werden. Jockel vom Lohnunternehmen Hasse berichtet.

Lesezeit: 4 Minuten

In wenigen Wochen beginnt die Getreide- und später im Herbst die Maisernte und somit die arbeitsintensivste Zeit für Landwirte und Lohnunternehmer. Arbeiten an den Wochenenden und bis spät in die Abendstunden bleiben da nicht aus. Genau zu diesen Zeiten sind auch andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Reiter und Radfahrer vermehrt auf den Wirtschaftswegen unterwegs und es kann durchaus zu gefährlichen Verkehrssituationen kommen. Bürgerfreundliche Verkehrsrouten können helfen, Knotenpunkte und Gefahrenstellen weiträumig zu umfahren, rät der Bundesverband Lohnunternehmen e.V. (BLU) – auch wenn das häufig längere Wegstrecken für die Gespanne bedeutet.

Mit der Neuauflage der Kampagne „Profis mit Rücksicht“ legt der BLU den Fokus auf die drei Kernthemen Umwelt, Rücksicht im Straßenverkehr und verständnisvolles Miteinander.

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Interview mit Lohnunternehmer Jockel

Vor allem zu Erntezeiten, in denen große Gespanne auf den Straßen unterwegs sind, kommt es immer wieder zu Streitigkeiten und gefährlichen Verkehrssituationen. Jeder kann dazu beitragen, das Image der Branche zu verbessern. Durch Transparenz, Kommunikation und gute Öffentlichkeitsarbeit können Missverständnisse aufgeklärt und eine bessere Beziehung zu den Bürgern hergestellt werden. Das Lohnunternehmen Dirk Hasse aus Heeßen in Niedersachsen verfolgt diese Strategie schon seit einigen Jahren und hat seit der letzten Maiskampagne seine Ladewagen zusätzlich mit 2 x 1,5 m großen Schildern ausgestattet. Im Interview lässt uns Jockel, Disponent im Lohnunternehmen, an seinen Erfahrungen teilhaben.

Seit wann unterstützen Sie die Profis mit Rücksicht Kampagne?

Jockel: Wir sind von Anfang an dabei. Schon vor der BLU-Kampagne haben wir immer versucht uns rücksichtsvoll im Straßenverkehr und auf den Feldwegen zu bewegen. Gerade auf den Wirtschaftswegen ist der freundliche und rücksichtsvolle Kontakt zu den Spaziergängern und Radfahrern immer gut angekommen.

Warum unterstützen Sie die Kampagne?

Jockel: Wir sehen einfach, dass es in der Bevölkerung gut ankommt, wenn man zum Beispiel im Wohngebiet nur 30 km/h fährt oder auch auf einem Wirtschaftsweg den Menschen Platz macht. Die Akzeptanz in der Bevölkerung wächst ungemein, wenn zum Beispiel aus einem "Maisbomber" ein interessantes modernes Gespann mit freundlichen Fahrern wird.

Es kommt in der Bevölkerung gut an, wenn man auf Wirtschaftswegen den Menschen Platz macht“

Welche Erfahrungen haben Sie bei der Umsetzung gemacht?

Jockel: Die positive Resonanz spiegelt sich insbesondere bei so gut wie keinen Kritik-Anrufern wider und auf engen oder unübersichtlichen Wegen machen uns die anderen Verkehrsteilnehmer inzwischen Platz. Es wird gern gewunken, gegrüßt und gelächelt und wenn man das dann auch von seinem Team erwartet, dann läuft die Sache rund.

Wie setzen Sie die Kampagne im Unternehmen um?

Jockel: Wir haben einige unserer Maistrailer mit den Kampagnen-Schildern ausgestattet. Die kommen sehr gut an! Genauso versuchen wir mindestens einmal im Jahr einen Zeitungsreporter auf den Hof zu bekommen, der dann über eine bestimmte Tätigkeit, zum Beispiel die Maisernte, berichtet.

Auf welchen Aspekt legen Sie besonderen Wert?

Jockel: Der wichtigste Aspekt und auch der Schlüssel zum Erfolg dieser Kampagne ist, zu erkennen das es nur gemeinsam mit der Bevölkerung und den anderen Verkehrsteilnehmern geht. Rücksicht auf die Belange der anderen zu nehmen ist zwar manchmal schwer, aber es geht nicht anders, wenn man problemlos und beschwerdefrei seine Arbeit erledigen will.

Seit dem Ausbruch der Coronapandemie haben wir einen deutlichen Anstieg der Wander-, Radfahr- und Joggingaktivitäten im Feld beobachtet. Wir versuchen unsere Routen daher so zu planen, dass die Berührungspunkte gering bleiben und wir vor allem abends und nachts nicht durch Wohngebiete fahren müssen.

Wir versuchen unsere Routen so zu planen, dass wir vor allem abends und nachts nicht durch Wohngebiete fahren müssen“

Haben Sie noch einen Tipp für andere Lohnunternehmen?

Jockel: Man muss ständig versuchen mit der Bevölkerung in Kontakt zu bleiben, das Gespräch suchen. Ein aufklärendes Gespräch hat noch niemanden geschadet. Vor Corona, auch hoffentlich wieder danach, haben wir zum Beispiel regelmäßig Schulklassen oder Kindergärten zu uns eingeladen und die großen Maschinen gezeigt, bzw. erklärt was wir eigentlich machen. Es hilft ungemein, wenn diese Kinder nach Hause kommen und ihren Eltern vom freundlichen Lohnunternehmer berichten.

Tipp: Nutzen Sie aktiv die Zeit, bevor das „Dreschfieber“ ausbricht, und informieren Sie ihre Region und vor allem die Nachbarn über ihre Arbeit und den Nutzen dahinter. Führen Sie Gespräche und haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Ansichten der Bevölkerung.

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