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topplus 1.440 Messer auf Trommeln

Maschinenbau Lewe stellt schwere Messerwalze Heilers HMW vor

Agritechnica-Neuheit im praktischen Einsatz: Was die neuartige Messerwalze von Maschinenbau Lewe anders macht als andere, haben wir für Sie bei der Mais-Stoppelbearbeitung überprüft.

Lesezeit: 5 Minuten

Die Heilers Messerwalze HMW von Maschinenbau Lewe aus Coesfeld unterscheidet sich deutlich von vielen anderen Herstellern. Wir konnten uns die Walze auf Maisstoppeln und Maisstroh genauer ansehen.

Die Messerwalze gibt es in zwei verschiedenen Arbeitsbreiten. Die starre Version 3.0 hat eine tatsächliche Arbeitsbreite von 2,8 m. Die hydraulisch klappbare HMW 6.0 hat eine Arbeitsbreite von 5,6 m. Wir haben die breitere Variante mit insgesamt 1.440 einzelnen Messern im Einsatz gehabt.

Wie wird die Heilers Messerwalze an den Traktor angebaut?

Die Messerwalze wird immer in „Vollausstattung“ verkauft. Dazu gehört neben den LED-Rückleuchten auch die vier Zusatzgewichte aus Beton mit einem Gewicht von je 250 kg. Insgesamt wiegt das Anbaugerät damit etwa 4,2 t.

Das setzt einen Schlepper mit ordentlich Nutzlast voraus. Auf leichten Böden kann man die Gewichte aber demontieren.

Um für jeden Schlepper die richtigen Anbaupunkte zu bieten, gibt es für die Unterlenker die Kategorie 3 und 3N, jeweils in zwei Höhen. Über eine einfache Hülse lässt sich die Unterlenkerkugel innen oder außen platzieren. Das ist funktional gelöst. Eine der drei festen Bohrungen der Kategorie 3 nimmt den Oberlenker auf. Kategorie 2 bietet Heilers für die Messerwalze nicht serienmäßig an.

Für die Klappung sind zwei Hydraulikschläuche zu kuppeln. Sie haben eine ordentliche Parkposition am Gerät. Für die Transportverriegelung des zweigeteilten Rahmens sorgen zwei Haken, die sich über ein Zugseil vom Schlepper entriegeln lassen. Detail: Der Teil des Seiles, der zur Umlenkung durch Ösen geführt ist, besteht aus widerstandsfähigem Stahl.

Vor dem Feldeinsatz schiebt man noch vier Stützen einzeln hoch und fixiert diese mit je einem Bolzen. Das ist etwas lästig, doch durch diese Konstruktion lässt sich die Maschine eingeklappt wie ausgeklappt sicher abstellen, ohne die Federelemente zu belasten.

Wie ist die Heilers Messerwalze aufgebaut?

Insgesamt sind am Rahmen 24 Blattfedern der Dimension 80 x 15mm in zwei Reihen montiert. Diese sorgen für die nötige Bodenanpassung der Schneidtrommeln. Der Rahmen bleibt im Feld starr. Ein Sperrblock sichert die beiden Hydraulikzylinder auch bei leichten Undichtigkeiten der Schlepperventile.

An jedem Federelement befinden sich vier Messerscheiben, welche wiederum paarweise zusammen auf Kegelrollenlager gelagert sind. Die Lager haben zwar Schmiernippel, der Hersteller empfiehlt aufgrund der abgedichteten Bauform aber lediglich einmal beim Einwintern einen Schlag Fett nachzufüllen.

Jede Messerscheibe trägt 15 Messer und hat 485 mm Durchmesser. Das ergibt einen Abrollabstand der Messer von 101 mm. Diese müssen aufgrund ihrer gesteckten Form mit nur einer Schraube befestigt werden. Doch auch das sind dann insgesamt 1.440 Schrauben. Da dauert ein Messerwechsel.

Hat man ein Messer demontiert, macht dieses Platz, sodass man aber immerhin mit dem Schlagschrauber alle anderen Messer lösen und wieder festziehen kann. Für hohe Standzeiten lässt Lewe Maschinenbau die Messer vom Verschleißteilexperten Frank Original aus Bor-Stahl fertigen.

Die Messer selbst sind 4 mm stark und 75 mm breit. Sie sind exzentrisch montiert. Damit sollen sie einen gewissen Schaufeleffekt haben und auch etwas Erde aufwirbeln. Die Messerscheiben sind in der 1. Reihe 15° nach rechts und in der 2. Reihe nach links angestellt. Damit ergibt sich ein gewisser Kreuzschnitt. Zudem resultiert dadurch eine Schnittbewegung quer zur Fahrtrichtung. Damit dieser auch bei der Anschlussfahrt der 6m breiten Maschine voll zur Geltung kommt, fährt man mit etwas Überlappung und damit mit einer Arbeitsbreite von 5,6 m.

Was leistet die Heilers Messerwalze auf dem Feld?

Mit dem Oberlenker stellt man den Rahmen bodenparallel ein. In der Ebene hilft ein Pendel am Anbaubock bei der Einstellung – schön. Durch die Ernte war besonders der Maisstoppelacker etwas uneben. Durch die gute Anpassungsfähigkeit glichen die Federelemente die Unebenheit jedoch gut aus.

Der schwere, feste Boden bot einen guten Widerstand für die Messer. Dadurch erfassten die Messer die Stoppel gut. Nach der Bearbeitung waren fast alle Stängel gequetscht, viele auch von der Wurzel getrennt und teils auch geschnitten. Das geht in Ordnung.

Dass das Arbeitsergebnis auch von Sorte und Reifegrad abhängt, beobachteten wir auf einer Maistrohfläche. Obwohl hier durch das Stroh die Bedingungen für die Messerwalze deutlich schwieriger waren, zerstörten die Messer nahezu alle Stoppeln. Hier konnte uns das Ergebnis in Bezug auf den Maiswurzelbohrer überzeugen.

Ob die Verrottung aller Pflanzenteile aber auch so schnell verläuft, wie beim Einsatz eines Mulchers können wir erst im nächsten Jahr sagen. Im Maisstroh klemmte sich an den Abstreifern zwischen den einzelnen Messertrommeln etwas Pflanzenmaterial. Doch die Funktion beeinflusste dies nicht. Alle Trommeln drehten weiterhin frei.

Was kostet die Heilers Messerwalze?

Bei unserem Einsatz setzten wir einen Fendt 724 ein, der natürlich reichlich Zugkraft hatte. In Bezug auf die nötige Nutzlast war der Schlepper hingegen richtig dimensioniert. Wir fuhren meist mit etwa 14 km/h, auch da der Acker etwas uneben war. Unter guten Verhältnissen kann man laut Hersteller aber durchaus 20 km/h schnell fahren. Steine wären ebenso kein Problem.

Lewe Maschinenbau empfiehlt die Messerwalze auch für die Zerkleinerung von Zwischenfruchtbestände. Durch die Schaufelwirkung der Messer soll die HMW auch zum Stoppelsturz nach Getreide genutzt werden können. Diesen erweiterten Einsatzbereich braucht die Walze auch, denn mit 46.000 € (exkl. MwSt.) ist sie auch nicht gerade günstig.

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