Almwirtschaft

Mit GPS die Weidetiere immer im Blick

Die GPS-Ortung von Schafen und Rindern ist vor allem auf Almen interessant. Wie gut funktioniert die Technik? Das wollte top agrar-Österreich wissen und hat Praktiker befragt.

Almbauern kennen die Situation: Der Kontrollbesuch bei den Schafen bzw. Rindern steht an. Doch nach langer Suche keine Spur von den Tieren. Sorge und Ärger schaukeln sich gegenseitig hoch. Um dies zu vermeiden, kaufen sich immer mehr Betriebe ein GPS-System!

Doch welches Gerät passt am besten für die Gegebenheiten auf der Alm? Um das zu klären, hat die HBLFA Raumberg-Gumpenstein in Österreich zusammen mit der LK Steiermark und dem Naturpark Sölktäler vergangenes Jahr ein Projekt gestartet. 138 Landwirte (80 Rinder-, 58 Schafhalter) testeten dafür GPS-Sender und teilten ihre Erfahrungen.

Kosten von 100 bis 150 €

Die getesteten Systeme stammen teilweise aus der Fahrzeugindustrie und sind im Vergleich zu speziellen GPS-Geräten relativ billig. Zwischen etwa 100 und 150 € kosten die unterschiedlichen Geräte bei der Anschaffung. Danach verrechnen die Anbieter Gebühren von 17 bis 22 € pro Jahr.

Die Geräte arbeiten mit ausländischen Sim-Karten. Dadurch wählen sich diese immer in das beste Netz ein. Dadurch kann eine höhere Signalabdeckung gewährleistet werden, heißt es. Das ist vor allem in abgelegenen Regionen ein Vorteil. Die Genauigkeit der Tracker liegt bei 3 bis 4 m.

Die Firma Qtrack bietet dabei einen Sender an, der mit zwei handelsüblichen Batterien funktioniert. Das Gerät ist mit 120 g und der kleinen Bauweise für Schafe besonders gut geeignet. Damit der Strom für die gesamte Weidesaison hält, sollte ein Sendeintervall von vier Stunden gewählt werden.

Tiere live beobachten

Von der Firma Infostars gibt es ein Batterie- und ein Akkugerät. Das Batteriegerät hat ein etwas stärkeres Signal als jenes von Qtrack. Es ist 145 g schwer und für Rinder sowie Schafe geeignet. Das Sendeintervall ist für drei Stunden optimal.

Das Akkugerät von Infostars ist größer und mit fast 400 g deutlich schwerer als die Batteriegeräte. Somit ist es gut für Rinder, aber nur für große Schafrassen geeignet. Dieses Modell ist vor allem bei schlechtem Empfang zu empfehlen. Alle zwei Stunden können damit Positionen gesendet werden. Der Vorteil ist zudem, dass die Sendeintervalle vorprogrammiert werden können. Auch eine Liveschaltung ist möglich.

GPS spart viel Zeit

Doch wie haben die Geräte nun abgeschnitten? „Die Landwirte waren sehr zufrieden mit den Sendern“, fasst Reinhard Huber vom Institut für Nutztierforschung in Raumberg-Gumpenstein zusammen.

Er erklärt, dass zwei Drittel der Bauern künftig mehr Geräte nutzen wollen als bisher. 90% würden sich das gleiche Gerät sogar wieder kaufen, der Rest interessiert sich für ein größeres Gerät mit stärkeren Batterien.

Die Landwirte berichten, dass sie deutlich Zeit einsparen konnten, sich die Arbeit erleichtert hat und es noch dazu Spaß gemacht hat, die Tiere am Handy oder PC immer im Blick zu haben. Die Hälfte hat mehrmals täglich aufs Handy geschaut, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist.

Zudem sind die Bauern...


Mehr zu dem Thema