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Radlader Kramer KL25.5 im Test

Mit dem KL25.5 bietet Kramer einen kompakten Radlader in der Klasse über 3,5 t. Wir haben eine Maschine mit langer Schwinge auf einem Bullenmastbetrieb eingesetzt.

Lesezeit: 6 Minuten

Wer einen Radlader mit etwa 50 PS Motorleistung sucht, der kann bei Kramer zwischen dem KL19.5 und dem KL25.5 wählen. Beide sind etwa gleich groß, der KL25.5 bietet durch sein höheres Gewicht von 3,8 t aber eine höhere Nutz- und Kipplast.

Für unseren Fütterungsvergleich im letzten Jahr (siehe top agrar 11/2020) hatte Kramer uns einen KL25.5L mit langer Ladeschwinge zur Verfügung gestellt. Neben den Fütterungseinsätzen haben wir den Lader noch für weitere Arbeiten auf dem Hof genutzt.

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Vorne alles im Blick

Der Aufstieg in die Kabine ist bequem. Die zwei geriffelten Trittstufen sind mit 50 cm ausreichend breit und bieten einen sicheren Halt. Die Handgriffe sind gut erreichbar. Leider lässt sich aber nur von links in die Kabine einsteigen. Auf der rechten Seite gibt es keine Tür, nur ein Fenster, das man nach hinten schwenken und arretieren kann.

Die Lenksäule hat uns nicht so gut gefallen. Das Lenkrad steht senkrecht und lässt sich in der Neigung nicht verstellen. Außerdem engt die Lenksäule mit ihrer großen Verkleidung die Beinfreiheit ein. Die Abdeckung sollte Kramer deutlich schlanker ausführen – darin verbirgt sich viel leerer Raum. Zudem braucht die Schalterreihe an der Lenksäule sehr viel Platz.

Die Tasten könnten auch auf die rechte Bedienkonsole wandern. Gut gefallen hat uns die Hintergrundbeleuchtung der Schalter und deren eindeutige Symbole. Der mechanisch gefederte Fahrersitz von Grammer sollte sich für größere Fahrer noch etwas weiter nach hinten verstellen lassen.

Pluspunkte gib es für die Sicht nach vorne. Durch die lange und schmale Ladeschwinge hat man die Werkzeugaufnahme und die Anbaugeräte gut im Blick. Beim Einsatz mit der Palettengabel ließen sich die Spitzen der Gabeln auch in unterer Position einsehen. Für das Beladen von z. B. Kippern dürfte die Frontscheibe aber ruhig noch etwas weiter in das Dach ragen.

Auch die Sicht zu den Seiten ist durch die großzügigen Glasflächen gut. Nach hinten schränkt die Motorhaube die Sicht auf das weit herausstehende Heck des Laders ein.

Rangieren auf engem Raum

Unser KL25.5L war mit einem 41 kW/56 PS starken Yanmar-Motor ausgestattet, der die Abgasstufe 5 erfüllt und dabei ohne Ad-Blue auskommt. Vom Umdrehen des Zündschlosses bis zum Starten des Motors dauerte es im Test mit etwa 4 Sekunden gefühlt sehr lange, das sollte für schnelle Einsätze auf dem Hof zügiger gehen.

Der hydrostatische Fahrantrieb arbeitet mit zwei Stufen, die man über einen Schalter in der rechten Armlehne wechselt. Uns hätte ein Knopf auf dem Joystick besser gefallen. Der Antrieb unserer Maschine brachte es auf maximal 20 km/h, auf Wunsch gibt es eine 30 km/h-Version. Leider zeigt das digitale Display im Armaturenbrett die aktuelle Geschwindigkeit nicht an, lediglich den Spannungszustand der Batterie konnten wir hier ablesen.

Mit der Allradlenkung brachte es der Kramer auf einen Wendekreis von 5,40 m. Damit konnten wir auch in einem acht Meter breiten Fahrsilo noch einen darin stehenden Futtermischwagen mühelos beladen – top! Vier Lenkradumdrehungen gehen dabei in Ordnung. Außerdem bringt die Allradlenkung eine gute Standsicherheit, da sich der Schwerpunkt der Maschine beim Lenken nicht wie bei Knicklenkern verschiebt.

Zudem bringt die großzügige Bereifung Michelin Bibload der Größe 340/80 R18 mit seinem kantigen Profil zusätzlich einen guten Stand. Unebenheiten gleicht die pendelnd aufgehängte Hinterachse aus. Für Straßenfahrten hätten wir uns die optionale Arretierung für die Hinterachse gewünscht, was ein besseres Fahrgefühl bringen würde. Eine Hundeganglenkung gibt es leider nicht.

Gut gefallen hat uns die Gewichtsverteilung. Ohne Werkzeug drückten 870 kg auf die Vorder- und 2.730 kg auf die Hinterachse. Da bleiben genug Reserven für die Zuladung vorne, um den Lader auch mit beladenem Werkzeug noch sicher am Boden zu halten.

Gute Zykluszeiten

Die Hydraulikpumpe in unserer Testmaschine förderte maximal 59 l/min. Das stimmt mit den angegebenen Werten von Kramer überein (56 l/min). So kommt der Lader auf schnelle Hub-/Senkzeiten von 6 bzw. 4 Sekunden und Ein-/Auskippzeiten von 2 bzw. 3 Sekunden.

Mit dem gut dosierbaren Inchpedal ist der Lader feinfühlig zu bedienen und erlaubt ein schnelles Heranfahren an den Kipper oder den Futtermischwagen. Der Joystick liegt dabei gut in der Hand. Die Schwinge arbeitet außerdem ordentlich parallel. Die Abweichung lag von unterster bis oberster Position bei max. 1 °.

Der dritte Steuerkreis ist elektrohydraulisch angesteuert und lässt sich proportional bedienen. Die maximale Hubhöhe im Gerätedrehpunkt liegt bei 3,31 m. Das reichte für die meisten Anwendungen mit der Palettengabel oder beim Verladen von Silageballen mit der Ballenzange aus.

Auch die Ausschütthöhe an der Unterkante der Bressel und Lade Greifschaufel von 2,57 m war für den Futtermischwagen und den 8 t-Muldenkipper genug. Die durchgängige Hubkraft von 1,98 t ist für einen Lader dieser Größe ordentlich. Kramer arbeitet bei seinen Radladern bis 55 kW mit einer P-Kinematik. Das bringt eine gute Übersicht auf die Ladeschwinge, allerdings sind die Losbrechkräfte dadurch geringer als bei einer Z-Kinematik.

Im Test hatte es der Lader teilweise schwer, die komplett ausgekippte Greifschaufel wieder einzukippen. Das war für ein zügiges Beladen des Futtermischwagens eher ein Nachteil. Die Greifschaufel war dabei mit einer Breite von 1,65 m und einem Eigengewicht von etwa 650 kg allerdings auch schwer.

Ein schönes Detail bietet die Raste für den dritten Steuerkreis. Damit konnten wir im Test die elektro-hydraulischen Funktionen der Futtermischschaufel von Sieplo einfach bedienen. Weil die Schaufel aber eine hohe Ölförderleistung benötigte, wäre zum Mischen der Lader- und Schaufelfunktionen (z. B. Öffnen der Fräshaube über den dritten Steuerkreis und Ein-/Auskippen der Schwinge) die optionale, größere Hydraulikpumpe vorteilhaft gewesen (max. Förderleistung 90 l/min, Aufpreis 2.820 €).

Für den Einsatz mit der Futterschaufel würden wir außerdem künftig das optionale Handgas ordern, um auch im Stand mischen zu können und währenddessen z. B. Mineralfutter mit dem Eimer in den Mischer zu geben.

Kleine Detailverbesserungen

Gut gefallen hat uns der automatische Blinkerrücksteller. Das Gebläse drückt die Luft auch in den Bein-/Fußbereich. Im Winter ist das eine gute Sache. Die optionale Klimaanlage hatte unser KL25.5 nicht. Der Scheibenwischer vorne lässt sich auch im Intervall schalten, er stört das Blickfeld in Parkposition nicht.

Die Verarbeitung der Maschine machte einen guten Eindruck. Die Lackierung ist ordentlich, Rohr- und Schlauchleitungen sind geschützt verlegt. Der hellgraue Kunststoff in der Kabine ist schmutzempfindlich. Den Tankdeckel für den 60 l fassenden Dieseltank findet man an der rechten Fahrzeugseite. Links wäre er unserer Meinung nach besser angeordnet.

Im Test hat uns der Lader vor allem durch seine Standsicherheit und Wendigkeit überzeugt. Zudem bietet der Lader eine gute Ausstattung und eine ordentlich große Kabine. Für schwere Erdarbeiten ist der KL25.5 mit seiner P-Kinematik nicht die erste Wahl, für Einsätze auf dem Hof ist die Maschine durch ihre gute Übersicht nach vorne aber gut geeignet.

In Testausstattung kostet der KL25.5 mit langer Schwinge laut Liste rund 76.000 €. In Grundausstattung gibt es die Maschine für etwa 68.400 €.

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