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Sechs Viehwagen im Vergleich

Sobald die Wiesen im Frühjahr saftig grün sind, kommen die ersten Rinder auf die Weide. Wir haben uns auf dem Markt umgesehen, mit welchen Viehwagen Sie die Tiere transportieren können.

Lesezeit: 7 Minuten

Viele Landwirte bringen ihre Tiere mit schleppergezogenen Viehwagen zur Weide. Die Wagen unterscheiden sich aber nicht nur in der Größe, sondern auch in der Ausstattung sowie den verbauten Materialen. Unsere Übersicht zeigt schleppergezogene Fahrzeuge der Hersteller Baos, Fliegl, Fortuna, Joskin, Knies und Pronar.

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Grundsätzlich gibt es zwei Arten von schleppergezogenen Viehwagen: Die Tiere laufen entweder über eine Rampe in den Wagen oder der Transporter senkt sich hydraulisch ab.

Absenkbare Viehwagen: Meist sind die Räder dieser Wagen einzeln aufgehängt und hydraulisch absenkbar. Dadurch entfällt eine zusätzliche Verladerampe. Im Heck haben diese Fahrzeuge aufstellbare Türen.

  • Vorteil: Die Tiere müssen nur eine kleine Kante überwinden und brauchen nicht hochzulaufen.



  • Nachteil: Weil sich der Kasten hydraulisch über das Fahrwerk absenkt, brauchen diese Fahrzeuge große Radkästen. Diese ragen in den Fahrzeuginnenraum und verringern die Nutzfläche. Zudem verengen die Radkästen den Durchgang im Wagen und können für Unruhe beim Verladen sorgen.

Viehwagen mit Verladerampe: Die Achse(n) sind häufig starr unter den Rahmen geschraubt und nicht gefedert. Dadurch bleibt mehr Platz nach oben für den Aufbau.

  • Vorteil: Diese Fahrzeuge sind weniger aufwendig konstruiert und in der Anschaffung günstiger. Radkästen ragen in der Regel nur geringfügig oder gar nicht in den Transporter. Das bringt mehr Ruhe beim Verladen und erhöht die Nutzfläche des Kastens.



  • Nachteil: Die Tiere müssen über die Rampe hoch laufen. Je steiler die Rampe, desto schlechter laufen Rinder, Schweine oder Pferde.

Qual der Wahl beim Material

Den Aufbau fertigen die Hersteller aus unterschiedlichen Materialien. Zum einen gibt es Fahrzeuge komplett aus Stahl, wie z.B. den Betimax von Joskin. Der Aufbau ist dabei wahlweise feuerverzinkt. Baos oder Fortuna setzen bei einzelnen Modellen auch auf Aluminium, um Gewicht zu sparen. Bei Pronar, Knies und Fortuna erhält man auch eine Kombination aus Stahl und Holz. Metallrungen fassen dabei Siebdruckplatten oder einzelne Holzbretter ein. Vor allem die Platten lassen sich durch ihre glatte Oberfläche einfach reinigen.

Den Bodenbelag gibt es aus Gummi, Metall oder Holz. Gummierte Böden sind für einen sicheren Tritt und Halt der Tiere im Vorteil. Hat der Gummiboden feine Poren, sammelt sich dazwischen aber gerne Schmutz. Die Reinigung ist hierbei deshalb aufwendiger. Böden aus Stahl sind in der Regel aus Riffelblech gefertigt. Gerade lackierte Böden neigen schnell dazu, bei Feuchtigkeit rutschig zu sein. Hier sollte man den Wagen mit Stroh oder Hobelspänen einstreuen. Dafür lassen sie sich schneller reinigen

Holzböden sind in der Anschaffung meist am günstigsten. Sind die Spalten zwischen den Platten/Brettern aber nicht richtig versiegelt, sammelt sich dazwischen Schmutz oder Jauche tritt aus. Achten Sie auch auf Ablassstopfen für Jauche. Diese können beim Reinigen der Wagen helfen, sollten für den Straßentransport aber dicht sein.

Details beachten

Viele Fahrzeuge gibt es mit einem Verdeck, entweder fest oder mit einer abnehmbaren Plane. Für weite Transportstrecken schützen diese die Tiere vor Wind und Regen. Allerdings staut sich unter den Verdecken auch Wärme und die Tiere fangen an zu schwitzen. Durch die Hauben kann sich der Lärmpegel beim Laden erhöhen. Zudem verdunkelt eine Haube den Laderaum. Rinder meiden dunkle Räume möglichst. Das sollte man beim Kauf unbedingt berücksichtigen.

Um Tiere im Wagen separieren oder in Gruppen zusammenfassen zu können, gibt es Gatter zum Abtrennen. Achten Sie hierbei auf das Gewicht, sowie darauf, dass sich die Gatter auch werkzeuglos verstellen lassen.

Kleinere Fahrzeuge kommen häufig ohne Druckluftbremse aus. Bis 8 t zul. Gesamtgewicht reicht die Auflaufbremse. Das macht die Geräte günstiger. Allerdings bekommen die Tiere dies durch das Auflaufen der Bremsen auch deutlicher zu spüren.

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Klappen oder senken

In dieser Übersicht zeigen wir, welche Modelle und Ausstattungsvarianten die Hersteller anbieten.

1. Baos

Derzeit bietet Baos zwei Modelle an. Die Fahrzeugaufbauten fertigt der Hersteller immer aus Aluminium. Der BPVA 505014 kommt mit einer Achse. Der BPVA 1009014 ist als Wagen mit Drehkranz ausgeführt. Der Boden ist aus Riffelblech. Absenkbare Modelle hat Baos nicht im Programm. Die Viehanhänger sind serienmäßig mit einer seitlichen Fluchttür ausgestattet. Für das einachsige Fahrzeuge gibt es optional ein Planendach. Der größere Wagen ist mit einem festen Dach ausgestattet. Außerdem ist der Laderaum bei beiden Modellen mit Trenngittern unterteilbar. www.baos.de 

2. Fliegl

Mit den beiden Viehtransportern TTW Noah 100 und 140 hat Fliegl zwei Modelle im Angebot. Der Noah 100 kommt als Einachser. Über eine hydraulische Knickdeichsel kippt man das Fahrzeug nach hinten und kann die Tiere so ohne eine Rampe aufladen. Beim größeren Viehwagen Noah 140 mit zwei Achsen gibt es ein hydraulisches Fahrwerk, um den Kasten abzusenken. Die Tiere laufen bei beiden Modellen nur über eine kleine Stufe in den Wagen.

Den Aufbau fertigt Fliegl aus verzinkten Stahlblechen, den Boden standardmäßig aus Riffelblech. Optional gibt es den Boden auch mit Gummiüberzug. Ebenfalls optional sind die Kugelkopfkupplung, Treibgatter sowie die Abdeckplane. Die seitliche Fluchttür gehört zur Serienausstattung, genauso wie die Druckluftbremsanlage und die Trenngitter im Kasten. www.fliegl-agrartechnik.de 

3. Fortuna

Von Fortuna kommen drei einachsige und fünf zweiachsige Modelle. Bei den Einachsern gibt es jedes Fahrzeug wahlweise mit Auflauf- oder Druckluftbremse. Die zweiachsigen Transporter sind serienmäßig mit einer Druckluftbremsanlage ausgestattet. Absenkbare Fahrwerke bietet Fortuna nicht, dafür aber für fast alle Transporter ein gefedertes Fahrwerk.

Die Aufbauten gibt es wahlweise mit Holz oder Aluminium. Der Boden ist aus Riffelblech gefertigt. Optional kann man den Boden inklusive der Verladerampe mit Gummiüberzug ordern. Eine Seitentür und Trenngitter gibt es immer dazu, eine Plane als Verdeck nur auf Wunsch. www.fortuna.de 

4. Knies

Knies bietet insgesamt vier einachsige und zwei zweiachsige Viehtransporter an. Ähnlich wie bei Pronar fertigt auch Knies seine Aufbauten serienmäßig aus Stahlprofilen und Holzplatten. Die zwei kleineren Modelle VA 3 und VA 5 gibt es nur als starre Version mit Rampe im Heck. Die beiden einachsigen Modelle VA 6 und VA 8 bietet Knies auch optional mit einer hydraulischen Knickdeichsel an. Die größeren Transporter VA 10 und VA 12 gibt es auf Wunsch mit absenkbarem Tandemfahrgestell.

Der Boden aller Anhänger ist serienmäßig aus Holz. Stahlblech gibt es optional, wie auch eine Seitentür und ein Planendach. Die einachsigen Wagen liefert Knies mit Auflaufbremse, bis auf den VA 3, der ohne Bremse auskommt (zul. Gesamtgewicht 3 t). Der große VA 12 ist mit einer Druckluftbremse ausgestattet, für den VA 10 gibt es diese als Option.  www.knies-fahrzeugbau.com

5. Joskin

Die Belgier vertreiben zwei Baureihen, den Betimax R und den Betimax RDS. Beim Betimax R hat der Kunde die Wahl zwischen zwei Modellen mit 5 bzw. 6 m Kastenlänge – beide jeweils mit einer Achse. Hier setzt Joskin auf eine Rampe als Aufstieg, die optional hydraulisch hochschwenkt. Anders als beim Betimax R ist das Fahrwerk beim RDS hydraulisch absenkbar. Hier kann man zwischen insgesamt vier Modellen mit einer Kastenlänge von 5 bis 9 m wählen. Die beiden größeren Transporter haben ein Tandemfahrwerk.

Der Aufbau ist bei allen Modellen aus Metall gefertigt. Für den verzinkten Aufbau gibt es standardmäßig einen gummierten Boden. Wählt man den Betimax als lackierte Variante, ist dieser Option. Schwenktüren im Heck haben alle Viehwagen, egal ob mit Rampe oder hydraulischem Fahrwerk. Serienmäßig stattet Joskin alle Wagen mit einer Druckluftbremsanlage sowie Trenngitter im Kasten aus. Für das Dach liefern die Belgier optional eine Plane. Eine seitliche Tür gibt es auf Wunsch. www.joskin.com

6. Pronar

Der TO46 von Pronar kommt als Einachser, der TO46/1 als Zweiachser. Beide Modelle sind standardmäßig mit einer Verladerampe ausgestattet. Beim TO46/2 sind die beiden Achsen hydraulisch absenkbar, der Aufbau komplett aus Stahl gefertigt, lackiert und der Boden mit Riffelblech ausgelegt. Bei den anderen beiden Modellen besteht der Aufbau aus Stahlprofilen und Holzelementen. Optional gibt es den Aufbau auch hier mit Stahlwänden.

Den Boden fertigt Pronar beim TO46 und TO46/1 wahlweise aus Holz, Riffelblech oder aus Stahl mit Gummiüberzug. Eine Plane für das Dach sowie eine Seitentür und Abtrenngitter gibt es optional. www.pronar.pl

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