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Telelader mit Akku der Deutz AG

Auf einer Pressekonferenz in Köln stellte die Deutz AG künftige Antriebskonzepte für Bau- und Landmaschinen vor. In einem Modulkonzept sollen die Hersteller der Maschinen unterschiedliche Antriebe vom Dieselmotor über einen Hybridantrieb bis zum reinen Elektroantrieb wählen können.

Lesezeit: 4 Minuten

Auf einer Pressekonferenz in Köln stellte die Deutz AG künftige Antriebskonzepte für Bau- und Landmaschinen vor. In einem Modulkonzept sollen die Hersteller der Maschinen unterschiedliche Antriebe vom Dieselmotor über einen Hybridantrieb bis zum reinen Elektroantrieb wählen können.


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Die Module sind so konstruiert, dass sie in etwa den gleichen Bauraum beanspruchen und jeweils in das gleiche Chassis passen. Bei der Konferenz stellte die Deutz AG einen Liebherr-Telelader mit Hybridantrieb, einen mit Akku und einen Manitou Teleskopen mit vollelektrischem Antrieb vor. Den Manitou konnten wir beim Umschlag von Kies selbst fahren.


Die Deutz AG stellte zunächst die Strategie für die nächsten Jahre vor. Bei den elektrischen Antrieben profitieren die Konstrukteure von der Übernahme des Unternehmens Torqeedo im Jahr 2017, das auf rein elektrische Bootsantriebe spezialisiert ist. Die Mitarbeiter dort verfügten über sehr weitgehendes Knowhow im Bereich Li-Ion-Akku-Technologie und der passenden Regelelektronik, stellt die Deutz AG heraus. Durch die Übernahme habe man bis zu fünf Jahre interne Entwicklungsarbeit gespart.


Vor allem bei Einsätzen in Ballungsräumen und in Gebäuden steigen die Anforderungen an „saubere“ Antriebe weiter. Dabei geht es künftig auch um das Reduzieren von C02-Emissionen. Die künftigen Antriebskonzepte richten sich viel stärker als heute nach dem individuellen Einsatzprofil der Maschinen. Folgende Konzepte haben die Ingenieure dabei im Fokus:


  • Dieselmotoren werden auch künftig ihre Bedeutung behalten. Vor allem bei hoher Dauerleistung und großen Entfernungen von Lademöglichkeiten sind sie auch auf mittlere Sicht nicht zu ersetzen. Durch die aktuelle Abgasnachbehandlung der „Offroad-Fahrzeuge“ konnten im Vergleich zum Jahr 1999 der Strickoxidgehalt um rund 96% und Partikelgehalt um 98% reduziert werden.



  • Weitere Möglichkeiten (vor allem bei der CO2-Bilanz) böten nach Ansicht der Deutz AG alternative Kraftstoffe wie LPG, Wasserstoff (in Verbrennungsmotoren, nicht in Brennstoffzellen) sowie synthetische Kraftstoffe. Im Idealfall werden die Kraftstoffe durch erneuerbare Energie erzeugt.



  • Hybridtechnik: Bei diesem Konzept treibt der Verbrennungsmotor über ein Getriebe einen Generator an, der im Teillastbetrieb eine Li-Ion-Batterie lädt. Sobald z.B. der Teleskoplader den vollen Schub benötigt, wird der Generator automatisch zum E-Motor und sorgt für zusätzlichen Schub. Weil der Motor dadurch Nennleistung benötigt, kann der Lader mit einem kleineren Triebwerk ausgestattet werden. Durch dieses so genannte Downsizing lässt sich Kraftstoff sparen. Beim Pressetermin war ein Liebherr Telelader im Einsatz, der anstatt mit einem Vierzylinder mit einem 56 kW Dreizylinder ausgestattet war. Nebeneffekt: Bei dieser geringeren Leistung kommt der Motor mit einfacherer Abgasnachbehandlung aus als sein größerer Bruder. Das System arbeitet mit 48 Volt Spannung.



  • Vollelektrischer Antrieb: Dieses Konzept mit 360 Volt Spannung stellten die Ingenieure in einem Manitou MT1135 vor. Bei der Serienmaschine wurde der Diesel von einem 60 kW Elektromotor ersetzt. Der E-Motor treibt wie der Serien-Diesel alle Standardkomponenten der Maschine an (Fahr- und Arbeitshydraulik). Dieses Modulkonzept erleichtert die Entwicklung, nutzt aber nicht alle Vorteile von elektrischen Antrieben (Verluste im Hydrostaten).


Beim Prototypen stammte die elektrische Energie aus einer Li-Ion-Batterie mit 30 kWh, die unter dem Chassis verbaut war. Das schränkt natürlich die Bodenfreiheit ein, war aber beim Prototypen die einfachste Möglichkeit laut der Deutz AG. Den Akku hat Torqeedo für den Einsatz vorbereitet. Die Technik stammt vom BMW i3.


Bei unserer Testfahrt merkte man den Unterschied zum Diesellader zunächst nur am fehlenden Motorgeräusch. Der Lader ging einigermaßen flott an die Arbeit, hätte aber noch einige kW mehr vertragen können. Die Ingenieure haben eine weitere Maschine mit 10 kW mehr Leistung bereits in Vorbereitung. Allerdings sehen sie die Haupteinsatzbereiche der Maschine zunächst nicht im schnellen Materialumschlag sondern eher auf der Baustelle, z.B. mit einer Arbeitsbühne. Hier gibt es mittlerweile Anforderungen in Großstädten, die auf Baustellen elektrische Antriebe vorschreiben.


Beim Hybrid und auch beim vollelektrischen Antriebskonzept rechnet der Hersteller ab 2020/2021 mit verkaufsfähigen Maschinen. Diese Technik soll schon in vier bis fünf Jahren einen Umsatzanteil von 5 bis 10 % der Deutz AG erreichen.


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