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Vier Tracs für den Stall

Kleine Trägerfahrzeuge helfen bei der täglichen Arbeit im Kuhstall. Wir haben vier Geräte auf einem Milchviehbetrieb getestet.

Lesezeit: 15 Minuten

Kleine Trägerfahrzeuge helfen bei der täglichen Arbeit im Kuhstall. Wir haben vier Geräte auf einem Milchviehbetrieb getestet.


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Saubere Spaltenböden können Klauenkrankheiten vorbeugen, saubere Liegeboxen helfen Euterprobleme zu minimieren. Spalten abschieben kann der Roboter übernehmen. Doch Einstreuen ist in vielen Betrieben noch Handarbeit. Damit diese Arbeit einfacher und schneller von der Hand geht, gibt es spezielle Trägerfahrzeuge für den Einsatz im Stall. Wir haben vier Spaltenflitzer über mehrere Tage im Kuhstall eingesetzt.


Während unseres Tests sind uns verschiedene Aspekte aufgefallen, die ein Spaltenflitzer erfüllen sollte:

  • Leicht – nicht alle Spaltenböden haben hohe Traglasten.
  • Leise – laute Maschinen schrecken Tiere auf und führen zu Unruhen.
  • Robust – diese Fahrzeuge arbeiten ständig zwischen Kot und Urin.
  • Wendig – in schmalen Gängen müssen die Helfer leicht zu rangieren sein
  • Stark – nicht jeder Kuhstall ist eben, vor allem an Stichgängen gibt es öfter Stufen zu überwinden.
  • Übersichtlich – für eine hohe Sicherheit und zügiges Arbeiten sollten die Abmessungen einfach zu überblicken sein.
  • Universell – viele Praktiker wünschen sich für ihre Tracs mehr Einsatzmöglichkeiten, z. B. an der Kehrmaschine.


Für unseren Vergleich mussten die Maschinen folgende Aufgaben erfüllen:

  • Spaltenboden abschieben
  • Liegeboxen einstreuen
  • Selbstladend sein
  • Optional auch Boxen reinigen
Dabei haben wir es den Herstellern überlassen, ob sie die Arbeitsschritte in einem oder in mehreren Gängen erledigen. Die Motorleistung haben wir nicht eingegrenzt. Zum Gruppenvergleich traten vier Firmen an:

  • Westermann
  • JYDELand Bobman
  • Tuchel
  • Emily



Unsere Testkandidaten kamen alle als Dreirad mit lenkbarem Hinterrad. Einstreugerät und Gülleschieber haben alle Hersteller in der Front positioniert. In engen und kleineren Kuhställen sind vor allem der Westermann und der Bobman im Vorteil. Sie bringen ein geringeres Gewicht mit und sind zudem sehr wendig. Bei hohen Einstreumengen und in großen Kuhställen zeigt der Emily mit dem großvolumigen Einstreugerät seine Stärken. Beim Abschieben von Spaltenböden zeigten Westermann und Tuchel beste Ergebnisse. Mit seiner vertikalen Schnecke lässt sich der Bobman auch zum Mischen und Vorlegen von Futter einsetzen. Für welchen Trac man sich entscheidet, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten sowie dem Einsatzbereich der Maschinen ab.


Im Test verwendeten wir zum Einstreuen neben Häckselstroh und Sägespänen auch separierte Gülle. Wir haben sowohl Hoch- als auch Tiefboxen eingestreut. Neben den herkömmlichen Messungen, wie z. B. Lautstärke, beurteilten wir auch die Verteilgenauigkeit der Einstreumaschinen. Dabei simulierten wir eine Tiefbox und haben die Fahrzeuge einzeln bewertet. Hier ging es neben der Wurfweite auch um die Querverteilung. Auf dem Milchviehbetrieb von Familie Blömer im Münsterland konnten wir die Handhabung der Geräte im Stall ausgiebig testen.


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Testprotokoll Westermann Cleanmeleon CM2 XL


Der kleinste Spaltenflitzer im Test kommt von Westermann. Er konnte vor allem mit seiner Wendigkeit punkten.


Fahrzeugkonzept: Den 2-Zylinder Diesel-Motor von Kubota mit 10,3 kW/ 14 PS Motorleistung startet man beim CM2 XL über eine Anlassautomatik. Bis der Motor startet, dauerte es uns im Test aber zu lange. Das sollte Westermann noch überarbeiten. Die Motordrehzahl lässt sich mit einen Gaszug einstellen. Über das Pedal rechts neben der Lenksäule fährt man vor- und zurück. Durch die gezackte Form rutscht man auch mit glatter Sohle nicht ab. Überzeugen konnte uns auch die Verarbeitung. Das gesamte Fahrzeug ist feuerverzinkt. Hauben und Lenksäule sind zusätzlich noch lackiert. Bei der Bodenfreiheit muss Westermann aber noch nachbessern. Bereits bei kleineren Stufen (10 cm) hatte die Maschine Probleme.


Am Fahrzeugheck haben die Emsländer einen Zusatzölkühler für schwere Hydraulikarbeiten angebracht. Leider sorgt dieser unter Vollast mit 94 dB (A) für die höchste Lautstärke im Test. Die Axialkolbenpumpe schafft 25 l Hydrauliköl/min bei 180 bar Druck. Damit versorgt sie die drei Radmotoren. Außerdem gibt es zwei doppeltwirkende Steuergeräte. Eines für das Hubwerk vorne am Koppelrahmen und ein weiteres für Anbaugeräte. Mit einem kleinen Gerätedreieck in der Front koppelt man die Anbaugeräte an den CM2. Im Test hatten wir den Spaltenschieber ASS900 und das Einstreugerät. Für weitere Einsätze, wie z. B. zum Kehren, hat der Hersteller aber noch mehr Geräte im Programm. Hydraulisch angetriebene Geräte lassen sich über die Standardstecker kuppeln. Hier fänden wir flachdichtende Kupplungen besser.


Gülleschieber: Beim Abschieben der Spalten konnte das zweigeteilte System überzeugen. Der Gülleschieber mit doppelter Gummileiste schiebt Kot effizient durch die Spalten. Zurück bleibt ein sauberer und recht trockener Boden. Durch die schmale Bauform ist der Cleanmeleon vor allem in älteren Ställen mit kleinen Gängen zu Hause. Die Übersicht auf den 92 cm breiten Schieber ist super. Selbst in Stichgängen kann man fast in einem Zug wenden. Hinzu kommt, dass der CM2 mit seinem geringen Eigengewicht von 520 kg (ohne Einstreukiste) auch ältere Spaltenböden überfahren kann. Zum Reinigen von Liegeboxen gibt es einen Seitenkehrbesen am Schieber. Dieser lässt sich durch das Zusatzsteuergerät in Arbeitsposition schwenken und fängt automatisch an zu rotieren, sobald der Besen ausgeklappt ist, sehr gut!


Einstreucontainer: Das Einstreugerät an unserem Westermann fasste 530 l. Zum Einstreuen koppelt man den kippbaren Container vorne an den Cleanmeleon. Bei schwerem Material wie separierter Gülle kommt das System schnell an seine Grenzen, vor allem beim Befüllen: Hier reichte die Schubkraft nicht, um den Container ordentlich zu füllen. Während der Fahrt tragen zwei Vollgummiräder den Einstreubehälter. Dabei muss das Hubwerk in Schwimmstellung stehen. Heben kann das Fahrzeug den Behälter nicht.


Einsatz: Bei Sägespänen und Häckselstroh zeigte der Cleanmeleon das beste Streubild. Die gummierten Wurfpaddel schleudern die Einstreu breitflächig auseinander. Die Streuweite lässt sich über die Motordrehzahl steuern. Mit einem mechanischen Schieber kann der Fahrer die Auswurfmenge begrenzen. Das hilft vor allem bei Sägespänen.


Für separierte Gülle ist das Einstreugerät von Westermann nicht die erste Wahl. Die vertikale Mischschnecke rührte das Material zu stark nach außen. Die Einstreu klebte an den Ecken fest und ließ sich nur durch ruckartiges Anfahren teilweise losrütteln. Der Container sollte deshalb insgesamt runder geformt sein und Mitnehmer aus Gummi an der Schnecke könnten die Restmenge minimieren.



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Testprotokoll: JYDEL and Bobman Feeder BFE 3 HD 10


Der Bobman Feeder zeichnete sich neben dem geringen Gewicht auch durch eine hohe Wendigkeit aus.


Fahrzeugkonzept: Der Bobman erinnert beim Aufstieg etwas an ein Motorrad. Am besten steigt man seitlich auf die Maschine. An der rechten Fahrzeugseite sitzt ein Fußpedal für die Richtungssteuerung. Tritt man drauf, geht es vorwärts. Zum Rückwärtsfahren muss man das Pedal mit der Stiefelspitze hochziehen. Das könnte noch leichter gehen. Unter dem abnehmbaren Sitzpolster arbeitet ein 1-Zylinder Hatz B40 Diesel-Motor mit 7,7 kW/ 10,5 PS. Im Stillstand erinnert das Geräusch an eine Rüttelplatte. Unter Vollast schallten 90 dB (A) auf die Ohren – das sollte leiser sein. Das Einsatzgewicht liegt bei nur 640 kg. Dabei drücken zweidrittel der Last auf die Vorderachse. Voll beladen ändert sich die Gewichtsverteilung nicht, gut!


Der Bobman arbeitet mit zwei Zahnradpumpen mit je 6 l Fördervolumen und 185 bar Druck. Eine Pumpe versorgt dabei die Hydraulikmotoren des Fahrantriebs, die andere die Arbeitshydraulik. Über einen Ventilhebel schaltet man vom Hinterradantrieb auf Allrad um. Wir sind meist mit dem Hinterradantrieb gefahren, da der Feeder so wesentlich wendiger ist.


Gülleschieber: Der Gülleschieber sitzt direkt vor der Vorderachse. Den Kippbereich des Containers stört er nicht. Der gewölbte Schieber lässt sich mit einem Steuergerät in Arbeitsposition bringen. Die Reinigungsleistung konnte uns nicht überzeugen. Die Maschine schiebt zu viel Kot vor sich her und drückt es nicht durch die Spalten. Gut gefallen hat uns der aufrechte Kunststoffklotz links am Schieber. Damit lässt sich die Maschine sicher an der Buchtenkante entlangführen.


Einstreucontainer: Ein Gerätewechsel ist beim Bobman nicht möglich. Der 0,9 m3 große Einstreubehälter ist fest mit dem Fahrzeugrahmen verbunden. Ein Zylinder kippt den Container zum Beladen nach vorne. Zum Auffüllen haben wir den Allradantrieb eingeschaltet. Dann geht der Feeder selbst bei schwerer separierter Gülle kernig ran. Ein paar Mal vor und zurück, ein bisschen schütteln und der Container ist randvoll. Damit der Bobman auch füttern kann, hat der Hersteller Reißzähne am Container verschweißt. Zusammen mit den optionalen Messern für die Mischschnecke lässt sich so Futter aus dem Silo entnehmen und Mischen. Für loses Einstreumaterial wäre eine glatte Schneidkante besser.


Einsatz: Beim ersten Einstreuen ließ die Verteilgenauigkeit noch zu wünschen übrig. Eines vorweg: der Bobman hinterlässt durchaus ein ordentliches Streubild, allerdings braucht es dafür Übung. Bei hoher Motordrehzahl ist es kaum möglich, gleichmäßig einzustreuen. Vor allem die Drehzahl des Förderbandes lässt sich mit dem Kugelhahn nur geringfügig begrenzen. Deshalb haben wir zunächst eine feste Schieberposition eingestellt. Hier hat uns eine Skala gefehlt. Danach haben wir das Förderband in Gang gebracht. Die Rührwelle sollte man während der Fahrt zuschalten, um Haufenbildung zu vermeiden.


Bei schwerem Material konnte der Bobman punkten. Gerade bei hohen Einstreumengen in größeren Ställen ist damit ein zügiges Arbeiten möglich. Hier brachte die Maschine die Einstreu gleichmäßig und schnell aus. Verstopfungen gab es keine. Die Verteilung ist bei geringen Mengen aber ungleichmäßiger. Zwei weitere Gummipaddel unten an der Schnecke würden hier Abhilfe schaffen.


Die Übersicht zu den Seiten und nach hinten ist beim Bobman gut. Auch den Schieber kann man gut sehen. Nach vorne schränkt der Container das Sichtfeld ein. Der Einradantrieb hilft beim Wenden. Damit zieht die Maschine zügig rum und kann fast auf der Stelle umdrehen. Kleinere Stufen bereiten dem Feeder keine Probleme.



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Testprotokoll: Tuchel Trac Trio


Die einfache Bedienung und zwei Geschwindigkeitsstufen zeichnen den Tuchel aus.


Fahrzeugkonzept: Der massive, geschweißte Kastenrahmen des Tuchel Trac Trio dient gleichzeitig als Vorratstank für stolze 68 l Hydrauliköl. Damit bekommt die Maschine eine günstige Schwerpunktlage. Der Hersteller verzichtet aufgrund des großen Ölvorrats auf einen zusätzlichen Ölkühler. Motor und Hydraulikanlage sind auf den Rahmen geschraubt.


Der 3-Zylinder Kubota-Motor mit 14,7 kW/ 20 PS treibt zwei Hydraulikpumpen an. Eine für die Arbeitshydraulik und eine für den Fahrantrieb. Die Förderleistung der Pumpe für die Arbeitshydraulik gibt der Hersteller mit 25 l/min an. Für eine höhere Fahrgeschwindigkeit lassen sich beide Pumpen parallel schalten. Dann sind bis zu 13 km/h drin, schön! Radnabenmotoren treiben alle Räder direkt an. Beim Aufstieg sollte Tuchel noch etwas nachbessern. Hier muss man über die Kotflügel der Vorderräder auf die 11 cm tieferliegende Plattform steigen. Sitzt man einmal drauf, ist die Beinfreiheit aber auch für größere Fahrer gut.


Gülleschieber: Der schleppend arbeitende, V-förmige Gülleschieber hinterließ im Test einen sauberen Spaltenboden und schob wenig Material vor sich her. Den Schieber bringt man durch Absenken des Containers in Arbeitsposition. Dabei ist darauf zu achten, einen Teil der Last auf der Vorderachse des Tracs zu übertragen, um keine Schubkraft zu verlieren.


Einstreucontainer: Der 450 l große Container ist für eine bessere Gewichtsverteilung direkt am Fronthubwerk angebaut. Optional gibt es auch 600 l oder 800 l Fassungsvolumen. Am Container gibt es viel einzustellen. Je nach verwendetem Material lässt sich die Rührwelle mit entsprechenden Rührfingern ausstatten. Beim genauen dosieren von z. B. Sägespänen hilft ein Einlegeboden. Dieser ist mit mehreren Schrauben im Container fixiert. Bei Stroh oder separierter Gülle muss das Einlegeblech aber raus, sonst kommt kaum Material auf das Förderband.


Auch die seitlichen Austragsschieber links und rechts lassen sich mit je zwei Schrauben in der Höhe einstellen. Zusammen mit der Drehzahl der Rührfinger kann man so die Auswurfmenge beeinflussen. Für häufige Wechsel zwischen anderen Anbaugeräten, wie z. B. Futterschieber oder Kehrmaschine, liefert der Hersteller serienmäßig auch einen Schnellwechseladapter. Die wichtigsten Funktionen am Container lassen sich mit dem großen Kreuzhebel bequem mit einer Hand steuern. Das hilft vor allem während des Befüllens. Dabei minimiert die Stützrolle am Einstreucontainer vor allem bei schwerem Material die großen Hebelkräfte.


Einsatz: Gut gefallen hat uns die rastende Funktion des Zusatzsteuergerätes für das Förderband. Im Stall konnte der Tuchel so vor allem durch das zügige Einstreuen überzeugen. Der Fahrer fühlt sich auch bei höheren Fahrgeschwindigkeiten sicher. Das Streubild war nach anpassen der Drehzahl von Rührwerk und Förderband ordentlich. Der Trac warf vor allem die schwere, separierte Gülle zuverlässig bis zum Kopfbereich der Liegebuchten. Allerdings ist das Förderband dabei sehr laut. Unter Volllast schallt der Tuchel mit 93 dB (A) bei 2 900 Motorumdrehungen pro Minute.


Unbeladen und mit Container bringt der Tuchel 1 100 kg auf die Waage. Die Vorderachslast liegt bei 800 kg. Das kann bei ältere Spaltenböden unter Umständen zu Problemen bei der Befahrbarkeit führen. Besonders wenn sich die Vorderachslast mit gefüllter Einstreukiste noch weiter erhöht. Außerdem ist die Sicht nach vorne durch den Container begrenzt. Wir konnten zwar über ihn hinwegschauen, aber schlecht den Platz nach vorne einschätzen. In der Tiefboxausführung kommt der Trac deshalb auch ohne Seitenbesen. Übrigens: Bei Hochboxen arbeitet der Besen zuverlässig und hinterlässt saubere Gummimatten. Kleinere Stufen stellten den Tuchel nicht vor Probleme. Durch die tiefe Schwerpunktlage ist das Fahrzeug zudem sehr standfest.



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Testprotokoll: Emily AM 317


Der Franzose ist durch seinen großvolumigen Einstreucontainer vor allem in großen Kuhställen zu Hause.


Fahrzeugkonzept: Vom Grundaufbau ähnelt der AM 317 dem Tuchel Trac Trio. Auch hier stützt sich das Fahrzeug auf einen Rohrrahmen, der gleichzeitig als Tank für 70 l Hydrauliköl dient. AM 317 steht bei Emily für 3-Rad-Antrieb und 12,5 kW/ 17 PS Motorleistung. Der 2-Zylinder-Diesel-Motor kommt von Kohler. Für den Fahrantrieb setzen die Franzosen auf eine Axialkolbenpumpe und Radnarbenmotoren. Die Zahnradpumpe für die Arbeitshydraulik fördert 25 l in der Minute.


Die breite Lenksäule schränkt die Beinfreiheit für größere Fahrer etwas ein. Ein verstellbares Lenkrad gibt es nicht. Zum Anwenderschutz schaltet der Spaltenflitzer fünf Sekunden nach Verlassen des Fahrersitzes aus. Will man den AM 317 dann neu starten, muss man zunächst die Zündung einmal neu aktivieren. Diese Motor-Stopp-Funktion sollte Emily für den deutschen Markt noch einmal überdenken.


Insgesamt fünf einzelne, gut gekennzeichnete Hydrauliksteuergeräte sind beim Emily an der rechten Seite nebeneinander angebracht. Den Metallbügel um die Hebel muss der Hersteller aber noch ändern. Hier kann man sich schnell die Finger quetschen. Für den Antrieb von Kehrbürste und Kratzboden gibt es rastende Funktionen für beide Drehrichtungen. Die Geschwindigkeit der Rührwelle lässt sich einstellen. Das ist für den Einsatz mit Stroh wichtig, da die Welle sonst zu viel Material nach oben aus dem Container wirft.


Gülleschieber: Die Reinigungsleistung des V-förmigen Gülleschiebers konnte nicht überzeugen. Der Schieber schob Kot vor sich her, ohne ihn effektiv durch die Spalten zu drücken. Außerdem hat man den Schieber leider kaum im Blick.


Einstreucontainer: Unser Emily war mit dem 700 l großen Einstreucontainer ausgestattet. Optional sind sogar 1 200 l möglich. Damit lässt sich vor allem in großen Ställen und bei hohen Einstreumengen zügig arbeiten. Allerdings ist das Eigengewicht nicht zu unterschätzen. In der Testausstattung wog die Maschine unbeladen schon 1 260 kg. Davon drücken 1 000 kg auf die Vorderachse. Der Einsatz auf Betonspaltenböden ist deshalb nur möglich, wenn diese für solche Lasten freigegeben sind. Außerdem ist die Maschine recht unübersichtlich.


Nach vorne schränkt der hohe Einstreucontainer die Sicht stark ein. Hier muss man sich schon strecken, um überhaupt was sehen zu können. Mit dem kleineren Einstreucontainer mit 520 l Waservolumen baut der AM 317 20 cm niedriger. Dann ist der Vorteil des hohen Transportvolumens aber dahin. Nach links stört der große Besen die Übersicht. Obwohl der Emily recht wendig ist und das innere Vorderrad beim Drehen auf der Stelle steht, ist das Wenden in engeren Gebäuden aufgrund der großen Abmessungen schwierig.


Einsatz: Zum Befüllen kippt man den Container nach vorne und fährt dann zügig in den Haufen mit Einstreu. Bei separierter Gülle reichte die Schubkraft aber nicht aus, um die hohe Einstreukiste komplett zu beladen. Gut: Der Gülleschieber ist separat angesteuert und muss deshalb zum beladen nicht abgesenkt werden.


Der Einlegeboden für feineres Material lässt sich beim AM 317 werkzeuglos von der Seite einschieben, sehr gut. Mit einem Hebel kann der Fahrer die Öffnungsweite vom Sitz aus stufenlos einstellen. Bei separierter Gülle oder Stroh empfehlen wir den Einsatz ohne Einschubboden. Leider rieselt dann seitlich Einstreu aus dem Container. Eine Klappe oder Gummilippe könnte hier helfen. Die Verteilgenauigkeit ist bei großen Einstreumengen gut. Unter Volllast ist der Emily mit 88 dB (A) recht laut, war aber trotzdem die leiseste Maschine im Test.


Der Seitenbesen schwenkt separat in Arbeitsposition. Gut gefiel uns, dass sich die Drehrichtung des Seitenbesens ändern lässt. Das hilft vor allem, um in Ecken oder hinter Abtrennungen sauber zu fegen. Für häufige Einsätze ohne Besen lässt sich dieser auch abbauen.



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