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Wienhoff Güllefass mit Triebachse im top agrar-Fahrbericht

Der Güllespezialist Wienhoff hat ein einachsiges Güllefass mit einer hydraulischen Triebachse ausgestattet. Wir waren mit dem System auf einem nassen Acker unterwegs.

Lesezeit: 5 Minuten

Eines der Hauptgeschäftsfelder vom Lohnunternehmen Bernhard Meyer aus Lingen ist die Gülleausbringung. Und die Einsatzgebiete haben es dabei in sich. Um auch auf nassen Sand- und Moorflächen möglichst bodenschonend fahren zu können, ist sein einachsiges Ausbringfass von Wienhoff mit einer Triebachse ausgerüstet. Damit verteilt sich der Vorschub auf alle sechs Räder des Gespanns. Mehr Traktion bietet nur eine Raupe.

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Eines vorab: Ist der Boden nicht ausreichend tragfähig, gehört kein Güllefass auf den Acker! Lohnunternehmer Meyer versucht mit möglichst großen Reifen den Bodendruck so gering wie möglich zu halten um das Ausbringfenster im Frühjahr zu verlängern. So hat der vorgespannte John Deere 6215R Reifen der Größe 900/60 R42 hinten und 710/60 R30 vorne aufgezogen. Zusammen mit der Reifendruckregelanlage kann er den Reifendruck schnell anpassen und die Aufstandsfläche des Schleppers erhöhen. Das Fass kommt ebenfalls mit 900er Reifen auf 42“-Felge. Das Gespann sieht Meyer als Antwort auf einen Selbstfahrer. Mit dem Einachser ist er auch auf kleinen Flächen sehr wendig und somit zügig unterwegs. Das Fass bringt laut Hersteller ordentliche 6 t Stützlast mit, was die Traktion des Schleppers verbessert. Zudem überrollt nur eine Achse am Fass den Bestand. Meyer sieht das als Vorteil, weil er häufig mit dem 12,30 m breiten Schlitzgerät von Duport hinter dem Ausbringfass im Getreide und auf Grünland unterwegs ist und so die Pflanzen schont.

Traglast-Problem

Weil das einachsige 16 m3-Ausbringfass mit 9,5 t bereits ein ordentliches Leergewicht hat und der Injektor im Heck noch einmal zusätzlich gut 5,0 t Gewicht mitbringt, drücken bei vollem Fass abzüglich Stützlast fast 25 t auf die Achse. Der Schlepper kam unter schwierigen Verhältnissen hier schnell an seine Grenzen. Durch den Schlupf entstanden oft tiefere Fahrspuren. Deshalb legte Meyer schon beim Kauf fest, dass das einachsige Wienhoff 16 m³- Ausbringfass eine Antriebsachse bekommen soll, die in diesem Frühjahr erstmalig zum Einsatz kam.

Allerdings gab es am Markt keine ausreichend dimensionierte Achse mit hydraulischem Antrieb, die solche Lasten tragen kann. Wienhoff hat deshalb in Zusammenarbeit mit Colaert aus Frankreich und Black-Bruin aus Finnland sowie Niehues Hydrauliktechnik aus Senden diese Antriebseinheit entwickelt. Die Grundlage dazu bietet eine 30 t-Achse von Colaert. Zwei hydraulische Radmotoren von Black-Bruin bilden die Antriebseinheit der Achse. Die Axialkolbenverstellpumpe mit der dazugehörigen Steuerung kommt von Niehues. Zusammen bringen es die Motoren auf 60 kW Leistung. Die Antriebsleistung lässt sich dabei bequem vom Schlepper aus über ein kleines, zusätzliches Terminal von 0 – 60 kW einstellen. Der Volumenstrom im Hydrauliksystem der Triebachse ist nach der Geschwindigkeit des Schleppers geregelt. Damit fährt das Fass mit eingeschalteter Triebachse genauso schnell wie der Schlepper.

Selbstversorger

Zum Antrieb der Triebachse und der Drehkolbenpumpe nutzt Wienhoff ein eigenständiges Hydrauliksystem am Fass. Die Schlepperzapfwelle treibt über ein Tandemgetriebe zwei Axialkolbenverstellpumpen an, mit je max. 240 l/ min Förderleistung. Eine Pumpe versorgt das Hydrauliksystem der Triebachse mit Öl, die andere die Drehkolbenpumpe. Dabei setzt Wienhoff auf geschlossene Kreisläufe. Dadurch kommt das System laut Hersteller mit einem 180 l großen Öltank und einem elektrisch angetriebenen Ölkühler aus, um das Öl unter Vollast vor Überhitzung zu schützen. Alle weiteren hydraulischen Funktionen am Fass werden über den Load-Sensing-Anschluss des Schleppers angesteuert.

Ordentlich Schub

Bei unserem Praxiseinsatz haben wir schnell erfahren, was die Schubachse bringt. War der zusätzliche Antrieb ausgeschaltet, fing das Gespann in einer Senke unseres Roggenschlages an, Spuren zu ziehen. Zwar konnten wir die Triebachse dann noch zuschalten – und mussten es auch – tiefere Spuren konnten wir dann allerdings nicht immer vermeiden. Meyer fährt deshalb meist direkt mit der angetriebenen Achse durch nassere Stellen, damit der Schlepper gar nicht erst anfängt zu wühlen. Der Effekt der Antriebsachse hat uns überzeugt. Das Fass schob ordentlich von hinten und wir haben auch in feuchteren Senken kaum Spuren gezogen. Für einen noch stärkeren Schubeffekt lässt sich die Voreilung der Triebachse einstellen. Das geht einfach in 1%-Schritten am kleinen Terminal. Dann dreht die Achse vom Fass schneller als die des Schleppers.

Die maximale Antriebsleistung gibt Wienhoff mit 60 kW an. Diese lässt sich auch einfach am Terminal begrenzen, um die benötigte Zapfwellenleistung zu minimieren.

In Zukunft integriert

Die Triebachse lässt sich bis 6 km/h während der Fahrt zuschalten. Vorwärts sind dann maximal 15 km/h drin, rückwärts maximal 6 km/h. Fährt man schneller, geht die Achse automatisch in den Freilauf, ebenso, wenn man sie manuell ausschaltet oder die Bremse tritt – gut. Zukünftig will Wienhoff die Steuerung der Triebachse in das eigene WieTaCon12-Terminal integrieren, wie auch die Zuschaltung über Isobus (AUX-N) vom Schlepper-Joy-Stick aus.

In Testausstattung kostet das Fass rund 160000 € + MwSt. und ohne Anbaugerät. Der im Preis enthaltene Achsantrieb kostet ca. 45000 €. Für 2019 sind übrigens noch zwei weitere Fässer mit Schubachse geplant.

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