Ackerbau

AbL verknüpft Ackerbaustrategie mit einem Ackerbaufonds

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat eine Ackerbaustrategie vorgestellt. Sie verknüpft die Maßnahmen mit der Umstellung der Agrarförderung und einem Ackerbaufonds für Mehrkosten

Unter der Überschrift „Optimum statt Maximum“ hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) am Freitag ihren Vorschlag für eine Ackerbaustrategie für die nächsten 10 bis 20 Jahre vorgestellt. Darin beschäftigt sich die AbL, die von konventionellen und ökologischen Landwirten getragen wird, intensiv mit den Zielkonflikten, die den Ackerbau im Spannungsfeld zwischen Ertragsbildung und Umweltauswirkungen herausfordern. „Besonders schwerwiegend sind für viele Betriebe die notwendige Verringerung von regional bzw. einzelbetrieblich zu hohen Nährstofffrachten, ein größerer Einsatz zum Erhalt der Artenvielfalt, aber auch der Flächenverlust durch Versiegelung und die stark gestiegenen Bodenpreise“, sagte der AbL-Vorsitzende Martin Schulz.

Große Bedeutung einer vielfältigen Fruchtfolge

Bei den Lösungsansätzen betont die AbL insbesondere eine vielfältige Fruchtfolge. „Der bewährte Wechsel von Blatt- und Halmfrüchten, Winter- und Sommerungen, Tief- und Flachwurzlern sowie Ackerfutterbau beugen der Ausbreitung von Problempflanzen und damit auch Resistenzen vor. Zusammen mit einer zielführenden und zeitlich abgestimmten Bodenbearbeitung, der Aktivierung des Bodenlebens und der Förderung von Nützlingen ist die Fruchtfolgegestaltung maßgeblich, um den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln erheblich zu verringern. Die Technik zur wirksamen mechanischen Beikrautregulierung steht bereit“, umschrieb es Jan Wittenberg, Mitglied im AbL-Bundesvorstand. Um Nährstoffüberschüsse zu vermeiden, müsse die Tierhaltung flächengebunden und artgerecht weiterentwickelt werden, legte er sich fest.

Umstieg der Agrarförderung und Ackerbaufonds für Mehrkosten

Die AbL verknüpft ihre Ackerbaustrategie mit konkreten Forderungen für die Agrarförderung. „Ein Teil der Mehrkosten kann und muss durch ein Umsteuern der heute pauschal pro Hektar gewährten EU-Direktzahlungen gedeckt werden“, forderte die AbL-Vorsitzende Elisabeth Fresen. Gefördert werden solle eine vielfältige Fruchtfolge, der Anbau von Leguminosen, der Erhalt und die Neuanlage von Hecken, Randstreifen und anderen Landschaftselementen. Die AbL hatte dazu bereits im Januar 2018 ein Punktesystem vorgelegt. Für Mehrkosten, die nicht durch das Umsteuern der Agrarpolitik gedeckt werden, schlägt die AbL nun die Einrichtung eines Ackerbaufonds vor, in den die Handelspartner der Bäuerinnen und Bauern und der Einzelhandel einzahlen sollten.

Ackerbaustrategie der Bundesregierung hängt noch in der Abstimmung

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will die schon lange angekündigte Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) am kommenden Donnerstag, den 19. Dezember, vorlegen. Das Bundesumweltministerium (BMU) hat am Donnerstag genau eine Woche vorher bereits ein eigenes Expertenpapier „Eckpunkte für eine Ackerbaustrategie“ veröffentlicht. Im Koalitionsvertrag hatte die Große Koalition im Februar 2018 angekündigt, „bis zur Mitte der Legislaturperiode“ eine Ackerbaustrategie vorzulegen. Die Strategie tauchte damals sowohl im Landwirtschafts- als auch im Umweltkapitel des Koalitionsvertrages auf.

Auch DBV und BÖLW haben Vorschläge gemacht

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte seine Vorschläge für eine Ackerbaustrategie gemeinsam mit dem Zentralausschusses der Deutschen Landwirtschaft (ZDL) bereits im Mai 2018 veröffentlicht. In dieser Woche hat auch der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) einen Vorschlag für eine Ackerbaustrategie präsentiert.

Die AbL-Ackerbaustrategie gibt es hier zum Nachlesen.

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