Agricon: Sensorgestützter Fungizideinsatz auf Basis von Feldversuchen

Die Agricon GmbH hat auf den diesjährigen DLG-Feldtagen in Bernburg-Strenzfeld ihr neues Modul für den digitalen Pflanzenschutz vorgestellt. Nach mehrjähriger Forschungs- und Entwicklungszeit sei das Modul für den sensorgestützten Einsatz von Fungiziden nun marktreif.

Die Agricon GmbH hat auf den diesjährigen DLG-Feldtagen in Bernburg-Strenzfeld ihr neues Modul für den digitalen Pflanzenschutz vorgestellt. Nach mehrjähriger Forschungs- und Entwicklungszeit sei das Modul für den sensorgestützten Einsatz von Fungiziden nun marktreif.
 
Grundlage sei eine dreijährige, europaweit durchgeführte Studie zum Einsatz der Sensor-Technologie im Pflanzenschutz, erklärte das Unternehmen weiter. Sie soll die sowohl erste als auch umfangreichste Studie ihrer Art sein.
 
Während mehrjährige Feldversuche bei der Sortenzulassung Standard wären,  gebe es eine derartige Qualitätskontrolle beim Smart Farming bisher nicht. Aus diesem Grund betreibe die Agricon GmbH seit zehn Jahren Versuche zum teilflächenspezifischen Pflanzenschutz. Zu Beginn fokussierte sich das Unternehmen aus Ostrau auf die Applikation von Wachstumsreglern. Die vergangenen drei Jahre standen nun im Zeichen der Fungizide.
 
Mehr als 80 Großflächenversuche wurden in mehreren europäischen Ländern durchgeführt. „Dabei war es unser Ziel, die Algorithmen zu optimieren und in der Praxis zu bewerten“, erklärt Hermann Leithold, der bei der Agricon GmbH das operative Geschäft verantwortet. „Wir haben auf über 3.000 ha Versuchsfläche und nach den strengen Vorgaben des On-Farm-Research eine konstante Applikation von Fungiziden mit unseren variablen Applikations-Algorithmen verglichen“, so Leithold weiter.
 
Die Firma habe dabei unterschiedlichste klimatische und pflanzenbauliche Regionen beleuchtet:  von Deutschland über Frankreich bis nach England. Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Praktikern habe Agricon dann die Algorithmen immer weiter verfeinert und verbessert. Die Gesellschaft kooperierte für ihre Versuche mit Familienbetrieben mit 150 ha bis hin zu großen Genossenschaften mit über 2.000 ha.
 
Die Ergebnisse sollen jetzt geprüfte Aussagen zur variablen Fungizidapplikation zulassen, heißt es weiter. Mit durchschnittlich 33 €/ha Mehrerlös hätten die Teilnehmer das Betriebsergebnis signifikant steigern können. Dabei könnte der Nutzer bis zu 20 % Fungizid sparen und die Erträge bis zu 6 % gegenüber der konstanten Ausbringung steigern. Bonituren vor Ort zeigten durchgängig einen hohen Bekämpfungsgrad und gesunde Bestände. Zudem hätten die Landwirte die hohe Anwendungssicherheit durch die fachlich und gesetzlich definierten Ober- und Untergrenzen als positiv hervorgehoben.
 
Das Modul „Pflanzenschutz“ steht nun für alle Sensoren der Agricon GmbH zur Verfügung und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Gemeinsam mit der Planung von Aufträgen und späterer Auswertung in agriPORT stehe ein geschlossenes Betriebssystem zur Verfügung, erklärte das Unternehmen auf den DLG-Feldtagen. Durch kontinuierliche Schulungsveranstaltungen will man Kunden aus der Landwirtschaft mit den Grundlagen einer variablen und standortangepassten Applikation vertraut machen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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