Geschäftszahlen

BASF meldet starkes zweites Quartal aufgrund höherer Preise und Mengen

BASF hat ihren Umsatz um 56 % auf 19,8 Mrd. € steigern können. Das EBIT vor Sondereinflüssen von Sonstige sowie der Segmente Nutrition & Care und Agricultural Solutions sank hingegen deutlich.

Die Badische Anilin- & Soda-Fabrik (BASF) lässt die Corona-Krise hinter sich. Der Umsatz des Konzerns steigerte sich im zweiten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr um fast 60% auf rund 20 Mrd. €. „Dank höherer Preise und Mengen können wir heute ein sehr starkes zweites Quartal präsentieren“, sagte BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller, der gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Hans-Ulrich Engel die Ergebnisse des zweiten Quartals vorstellte. „In allen Regionen und allen Segmenten erzielten wir Mengen- und Preissteigerungen im Vergleich zum zweiten Quartal 2020“, so Brudermüller.

Der Umsatz stieg gegenüber dem zweiten Quartal 2020 um 7,1 Mrd. € auf 19,8 Mrd. €. Wesentlich für das Umsatzwachstum von 56 % waren höhere Preise und Mengen in allen Segmenten. Insbesondere Surface Technologies, Chemicals und Materials steigerten das Preisniveau, während der Absatz vor allem von Surface Technologies, Materials sowie Industrial Solutions zunahm. Negative Währungseffekte wirkten gegenläufig.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen lag im zweiten Quartal 2021 deutlich über dem Vor-Pandemie-Wert von 1 Mrd. € des zweiten Quartals 2019 und nahm im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als 2 Mrd. € auf 2,4 Mrd. € zu. Dies war maßgeblich auf das deutlich gestei­gerte EBIT vor Sondereinflüssen der Segmente Chemicals und Materials zurückzuführen.

Das EBIT vor Sondereinflüssen von Sonstige sowie der Segmente Nutrition & Care und Agricultural Solutions sank hingegen deutlich. Das EBIT erhöhte sich von 59 Mio. € im zweiten Quartal 2020 auf 2,3 Mrd. €. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (EBITDA vor Sondereinflüssen) stieg gegenüber dem zweiten Quartal 2020 um 2,0 Mrd. € auf 3,2 Mrd. €. Das EBITDA wuchs um 2,1 Mrd. € auf 3,2 Mrd. €.

BASF-Segment Agrar

Im Vergleich zum Vorjahresquartal steigerte das Segment Nutrition & Care den Umsatz um 2 % auf 1,6 Mrd. €. Grund hierfür war ein deutliches Umsatz­wachstum von Care Chemicals, während der Umsatz von Nutrition & Health deutlich sank. Das EBIT vor Sondereinflüssen ging im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 vor allem infolge niedri­gerer Margen und höherer Fixkosten in beiden Bereichen deutlich zurück und lag bei insgesamt 138 Mio. €.

Im Segment Agricultural Solutions lag der Umsatz mit 2,0 Mrd. € deutlich über dem Niveau des zweiten Quartals 2020. Dies war vor allem auf deutlich höhere Mengen in allen Regionen sowie höhere Preise zurückzuführen. Negative Währungseffekte, insbesondere in Süd- und Nordamerika, wirkten umsatzmindernd. Das EBIT vor Sondereinflüssen lag mit 75 Mio. € trotz des höheren Umsatzes deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Dies war hauptsächlich auf Währungseffekte sowie höhere Fixkosten zurückzuführen.

Der Umsatz von Sonstige nahm im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich zu und erreichte 793 Mio. €. Ausschlaggebend hierfür war vor allem der Umsatzanstieg im Rohstoffhandel. Das EBIT vor Sondereinflüssen lag deutlich unter dem Wert des Vorjahresquartals. Maßgeblich hier­für waren höhere Rückstellungszuführungen für variable Vergütungs­bestandteile (Bonus) infolge des starken zweiten Quartals 2021.

Ausblick 2021 für die BASF-Gruppe

Die Einschätzung zu den weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2021 wurde wie folgt angepasst (bisherige Prognose aus der BASF-Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2021 in Klammern):

  • Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: +5,5 % (+5,0 %)
  • Wachstum der Industrieproduktion: +6,5 % (+5,0 %)
  • Wachstum der Chemieproduktion: +6,5 % (+5,0 %)
  • US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,20 US$/€ (1,18 US$/€)
  • Ölpreis der Sorte Brent von 65 US$/Barrel im Jahresdurchschnitt
    (60 US$/Barrel)

Aufgrund der starken Geschäftsentwicklung im ersten Halb­jahr 2021, der anhaltenden Belebung der Weltwirtschaft sowie den deutlich gestiegenen Ergebniserwartungen der Segmente Chemi­cals und Materials, wurde die Prognose für das Geschäftsjahr 2021 wie folgt angepasst (bisherige Prognose aus der BASF-Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2021 in Klammern):

  • Umsatzwachstum auf einen Wert zwischen 74 Mrd. € und 77 Mrd. € (68 Mrd. € und 71 Mrd. €)
  • EBIT vor Sondereinflüssen zwischen 7,0 Milliarden Euro und 7,5 Mrd. € (5,0 Mrd. € und 5,8 Mrd. €)
  • Return on Capital Employed (ROCE) zwischen 12,1 % und 12,9 % (9,2 % und 11,0 %)
  • Steigerung des Umsatzes mit Accelerator-Produkten auf einen Wert zwischen 21,0 Mrd. € und 22,0 Mrd. € (19,0 Mrd. € bis 20,0 Mrd. €)
  • Stabilisierung der CO2-Emissionen auf einem Wert zwischen 20,5 Mio. t und 21,5 Mio. t (unverändert)

Für das zweite Halbjahr 2021 geht BASF von einer weitgehend stabilen Konjunkturentwicklung in der Industrie aus und unterstellt in der Prognose, dass es nicht zu starken Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität durch Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie kommt.


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