Pressekonferenz

Bayer für moderne und nachhaltige Landwirtschaft

Am Donnerstag informierte die Geschäftsleitung von Bayer über die Unternehmensaktivitäten. Die Attribute "modern" und "nachhaltig" sollen laut Bayer die Landwirtschaft der Zukunft beschreiben.

„Bayer steht für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft. Die Diskussion, ob nun beispielsweise die konventionelle oder die ökologische die bessere Form von Landwirtschaft ist, müssen wir endlich hinter uns lassen – das ist eine Debatte von gestern“, eröffnete Peter R. Müller, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH, das Pressegespräch.

Müller erläuterte, dass bei Bayer "modern" für den Einsatz innovativer Technologien und Verfahren stünde, für Professionalität und ganzheitliches Denken im Pflanzenbau. "Es geht nicht nur um ein neues Fungizid oder eine neue Rapssorte. Es geht um deutlich mehr und schließt Gutes zum Beispiel aus dem ökologischen Anbau mit ein – seien es die Fruchtfolgegestaltung, die Humuswirtschaft oder andere Instrumente", so der Geschäftsführer.

Auch digitale Werkzeuge und innovative Züchtungsmethoden gehörten dazu. Modern erfordere laut Müller Flexibilität, sich auf Neues einzulassen. Es erfordert zuverlässige Regulierung von wissenschaftlich anerkannten Handlungsoptionen durch die Politik und Akzeptanz von der Gesellschaft.

"Nachhaltigkeit hat das Handeln über Generationen hinweg im Blick. Gerade die Landwirtschaft steht für dieses Denken. Und das bedeutet eine intakte Umwelt, funktionierende Ökosysteme, fruchtbare Böden, sauberes Wasser und vieles mehr", so Müller. Noch immer würden viele Menschen Nachhaltigkeit nur durch eine ökologische Brille sehen. Jedoch könne der Blühstreifen die gesellschaftliche Forderung nach regionaler Erzeugung von Nahrungsmitteln nicht ermöglichen, beziehungsweise Ernährungssouveränität nicht sicherstellen.

Und das Wirtschaften im ländlichen Raum funktioniere nur dann, wenn es auch im ökonomischen Sinne nachhaltig ist. "Nachhaltigkeit als Balance aus Ökologie, Ökonomie und gesellschaftlichen Erwartungen muss darauf abzielen, die Bedeutung der Landwirtschaft als Wirtschaftssektor, als Ort von Innovation und Unternehmertum anzuerkennen und den Menschen, die das gesellschaftliche Leben im ländlichen Raum prägen, die Aufmerksamkeit entgegenbringen, die sie verdienen", fasst Müller die Erläuterung zusammen.

Die Herausforderungen in der Landwirtschaft sind vielfältig

Peter R. Müller

Peter R. Müller: "Wir investieren mehr als jedes andere Unternehmen der Branche in die Erforschung neuer Wirkstoffe, neuer Züchtungsmethoden und in die Digitalisierung der Landwirtschaft." (Bildquelle: Pressebild)

Jenseits der Erzeugung von Nahrungsmitteln, Futtermitteln und nachwachsenden Rohstoffen gibt es laut Müller eine Vielzahl weiterer Herausforderungen, denen sich die Landwirtschaft und damit auch Bayer derzeit stellen müsse. Dazu gehören die Erwartungen der Gesellschaft an die landwirtschaftliche Wirtschaftsweise, die Einschnitte durch strenge, teils auch überbordende Regulierungen beziehungsweise der Wegfall von Handlungsoptionen im Pflanzenbau, die Folgen des Klimawandels und Fragen rund um das Thema Biodiversität.

Auf der anderen Seite - und positiv herausgestellt hat - die Landwirtschaft in der Corona-Krise Wertschätzung durch die Gesellschaft erfahren. Viele Verbraucher haben den Wert von Ernährungssouveränität und regionaler Erzeugung erkannt. Auch die Preise für pflanzliche Agrarerzeugnisse haben sich zuletzt erfreulich entwickelt. „Insgesamt herrscht jedoch keine gute Stimmung in der Landwirtschaft“, sagte Müller. Dies hat auch das aktuelle Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauerverbands vom Dezember 2020 gezeigt.

Bayer bezieht Position zum Insektenschutzgesetz und zu Glyphosat

Für Verunsicherung sorgten beispielsweise das geplante Insektenschutzgesetz und die nicht ausreichende Würdigung kooperativer Naturschutzansätze seitens der Politik. Als entscheidende Themenfelder für die Ausgestaltung der Landwirtschaft nennt Müller die Arbeit der Zukunftskommission hierzulande, auf europäischer Ebene den Green Deal und die Farm-to-Fork-Strategie sowie die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

„Pauschale Reduktionsziele beim Pflanzenschutz helfen niemandem. Hier müssen wir differenzierter handeln. In diese und andere Diskussionen werden wir uns als Unternehmen aktiv einbringen“, kündigte der Geschäftsführer an.

Müller erläuterte die konkrete Position von Bayer zum Insektenschutzgesetz. Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität müssen weiterentwickelt und entsprechende Regelungen auf EU-Ebene beschlossen werden. Bayer stünde für die verantwortungsvolle Nutzung von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten. Innovative Technologien seien geeignete Werkzeuge für die Umsetzung. "Bayer selbst arbeitet an einer globalen Reduktion der Umweltwirkungen von Pflanzenschutzmitteln um 30 % bis zum Jahr 2030“, so Müller.

Gleichwohl werden die Landwirtschaft und Bayer nicht auf den Einsatz sicherer und wirkungsvoller Wirkstoffe wie Glyphosat verzichten können. Deshalb wurde die Wiederzulassung des Wirkstoffs in der EU beantragt. "Ein Anwendungsverbot ist aus wissenschaftlicher Sicht und auch mit Blick auf die Umweltbilanz nicht gerechtfertigt. Sie würde viele Landwirte vor größere Herausforderungen im Bereich Unkrautkontrolle stellen und zu negativen Auswirkungen auf die Klimabilanz durch mehr Bodenbearbeitung führen.“

Spritze

Bayer hat die Wiederzulassung des Wirkstoffs Glyphosat in der EU beantragt (Bildquelle: top agrar)

Den Nutzen von Pflanzenschutz stärker kommunizieren

Mit Blick auf die kritische Haltung der Gesellschaft insbesondere beim Thema Pflanzenschutz möchte Bayer in der Unternehmenskommunikation den vielfältigen Nutzen von Pflanzenschutz für Landwirte, Verbraucher und die Gesellschaft verstärkt transportieren und hervorheben.

Bezüglich der schwierigen Zulassungssituation wurden Allianzen gesucht und gefunden. Die bedeutenden Agrarverbände haben zuletzt ein gemeinsames Positionspapier mit dem Titel "Vielfalt sichern – Kulturpflanzen wirksam schützen“ veröffentlicht. Dass Bayer beim Thema Zulassung Pflanzenschutz nicht nur auf dem "Schmusekurs" unterwegs ist, unterstreicht die Aussage Müllers: „Bayer wird verstärkt Recht einfordern.“

Innovationen gilt es zu nutzen

Positiv bewertete Müller die Erfolge der Pflanzenzüchtung und nannte als Beispiel den wegweisenden Chemie-Nobelpreis 2020, der an Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna für ihre Entdeckung der Genschere CRISPR/Cas gegangen ist. „Wenn wir Landwirtschaft und Nachhaltigkeitsthemen wie Klima- und Umweltschutz oder auch Ernährungssouveränität zusammenbringen wollen, können Politik und Gesellschaft nicht immer nur "Nein" zu Innovationen sagen. Letztendlich sind es genau diese Innovationen wie CRISPR/Cas, die auf eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft einzahlen“, so Müller.

Von Saatgut über Pflanzenschutz bis hin zu Softwarelösungen

Nils Bauer

Nils Bauer (Bildquelle: Bayer)

In der Summe zeichne sich das Bayer-Portfolio durch integrierte Lösungen für eine moderne Landwirtschaft aus. Mit der Kombination von hochwertigem Saatgut, modernen Pflanzenschutzprodukten, digitalen Services und kompetenter Beratung sind wir hervorragend auf die Kundenbedürfnisse eingestellt“, begann Nils Bauer, Leiter Marketing der Bayer CropScience Deutschland GmbH, seine Ausführungen.

"Im letzten Jahr war es insbesondere die anhaltende Trockenheit, die zu einem erneuten Rückgang im deutschen Pflanzenschutzmarkt führte“, blickte Bauer auf das Jahr 2020 zurück. Bei normalen Rahmenbedingungen erwartet Bayer für das Jahr 2021 einen größeren Markt für Pflanzenschutzmittel mit einem Wachstumspotenzial im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zu 2020.

Eine höhere Behandlungsquote mit Fungiziden insbesondere im Getreide, in Raps und Kartoffeln sowie eine größere Weizen und Rapsfläche seien maßgebliche Faktoren dafür. Wegen der positiven Entwicklung der Erzeugerpreise sei die Bereitschaft der Landwirte gestiegen, bei entsprechenden Kalamitäten in ihre Pflanzenbestände zu investieren.

Bayer ist führend im Segment Getreidherbizide und -fungizide

Die Bayer Herbizid-Lösungen im Getreide für das Frühjahr auf der Basis von Atlantis Flex und Husar gehören laut Bauer zu den Top-Produkten. Mit Atlantis Flex stelle Bayer den Kunden das stärkste Ackerfuchsschwanzmittel zur Verfügung. Im letzten Herbst wurden die Herbstlösungen Agolin Forte und Cadou Pro Pack erfolgreich eingeführt. „Als weitere innovative Lösung können wir jetzt das Herbizid Mateno Forte Set mit einem neuen Wirkungsmechanismus im Getreide für dem Herbst vorstellen“, führte Bauer weiter aus.

Führend sei Bayer auch im Segment Getreidefungizide – das größte Einzelsegment im Markt mit dem Top-Produkt Ascra Xpro, hieß es weiter. Mit Erfolg habe man im letzten Jahr Input Triple für Behandlungen ab Schossbeginn eingeführt. "Das Fungizid Input Triple ist der neue Standard für die frühe Krankheitsbekämpfung“, so Bauer. Auf der Basis von drei Wirkstoffen wird ein integriertes Resistenzmanagement ermöglicht. Die Wirkung des Produkts werde von der Leafshield-Formulierung unterstützt.

Aktivitäten in Mais, Raps und Rübe

Im Mais kann Bayer mit dem starken Herbizid-Portfolio und den DEKALB Sorten Lösungen von der Aussaat bis zur Ernte anbieten. Jüngst hat Bayer sein Maissortiment um weitere leistungsstarke Sorten ergänzt. Die Zulassung des Bundessortenamts für die DEKALB Hybridsorten DKC 3410, DKC 3414, DKC 3418 und DKC 3419 liegt jetzt vor. Diese vier Sorten sein die ersten aus dem neuen Silomais Zuchtkonzept von Bayer, welches für sehr ausgewogene Sorten mit hervorragender Balance von Siloqualität und -volumen stünde.

Bayer hat zwei DEKALB-Rapssorten mit im Markt einzigartigen Eigenschaften für die Zulassung eingereicht: Clearfield & TuYV (DMH 464) und Kohlhernie & TuYV (DK Plaster). Damit startet Bayer die klare Verjüngung seines Portfolios und wird darüber hinaus in diesem Jahr vier weitere Sorten (eine Kohlhernie- und drei TuYV-resistente Sorten) einführen.

In der anstehenden Saison sind bei der Unkrautbekämpfung in Rüben durch den Wegfall des blattaktiven Wirkstoffs Desmediphan neue Wege gefragt. Dafür bietet Bayer die drei neuen Herbizide Betanal Tandem, Nymeo und Tramat 500 an. Betanal Tandem in Verbindung mit dem Netzmittel Mero bringt bestmögliche Sicherheit in die neue Behandlungsstrategie.

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