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So unterschiedlich sehen die Bestände in NRW aktuell aus

Das Jahr ist geprägt von Regen. Wo es nicht zu viel Wasser gab, haben Winterungen und Krankheiten profitiert. Es fehlt Sonne und viele Sommerungen kamen spät in den Boden. Wie stehen die Bestände?

Lesezeit: 4 Minuten

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen im "Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben".

Schon durch die sehr unterschiedlichen Saatzeitpunkte und die Infiltrationsleistung der Böden im sehr nassen Winter und Frühjahr war die Spannweite in der Entwicklung des Wintergetreides sehr groß. Von der Feuchtigkeit profitiert haben auch die Getreidekrankheiten: Viele Gerstenbestände brechen aktuell wegen des starken Ramularia-Befalls zusammen.

Je nach Sorte spielt im Roggen und Weizen auch Braunrost eine extrem große Rolle – ob auch resistente Stämme oder Abnutzungserscheinungen bekannter Wirkstoffe Schuld daran sind, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Weizen leidet zum Teil trotz vier Fungizidmaßnahmen extrem unter Braun- und Gelbrost.

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Wo Herbizid-Fehlstellen sind, die Mittel nicht mehr richtig wirken oder die Flächen nicht rechtzeitig befahrbar waren, fühlt sich auch Ackerfuchsschwanz wieder sehr wohl.

Dennoch gibt es auch viele Lichtblicke: Wo Landwirte ihr Getreide rechtzeitig säen und gut schützen konnten, sind aufgrund der guten Wasser­verfügbarkeit oft mittlere bis sehr gute Erträge zu erwarten – zuletzt fehlten aber auch dem Getreide die Sonnenstunden.

Auch wenn Mais es gerne warm mag: Viele (relativ) früh gedrillte Bestände haben sich schon gut entwickelt und konnten bei günstigen Bodentemperaturen vielerorts schnell aus dem für Vogelfraß kritischen Stadium herauswachsen.

So gut sieht es aber nur selten aus. Viele Bestände müssen den durch sehr späte Saattermine entstandenen Rückstand aufholen und werden hierbei durch teils massiven Schneckenbefall behindert. In einigen Regionen haben Landwirte die feuchtkühle Witterung trotz noch kleiner Bestände bereits genutzt, um Gülle mit geringen Emissionsverlusten auszubringen.

Wie bei den anderen Sommerungen sorgt der Saat­termin auch hier für sehr unterschiedlich entwickelte Bestände. Während die Lupine aktuell von moderaten Temperaturen und ausreichend Wasser zur Blüte profitiert, müssen die Erbsen den Boden noch beschatten, bevor es eventuell wärmer und trockener wird.

Die begrenzten chemischen Möglichkeiten gegen Unkräuter in Leguminosen haben zusammen mit den ungünstigen Bedingungen für mechanischen Pflanzenschutz allerdings auch dazu geführt, dass das ­Unkraut vielerorts mit der Kultur mithalten kann. Selbst im dichten Bestand ist jetzt viel Ackerwinde zu finden.

Die Entwicklungsunterschiede zwischen einzelnen Zuckerrübenschlägen sind in Einzelfällen riesig. Den Bestandsschluss haben nur recht früh gesäte Rüben erreicht. Wegen zu feuchter Böden haben viele Anbauer aber geduldig abgewartet – sicher eine richtige Entscheidung. In Grenzlagen des Rübenanbaus sind die Rüben jetzt in der ersten Juni-Dekade erst halb so groß wie auf dem ersten Foto.

Damit das Wachstum der Rüben jetzt richtig in Schwung kommt, fehlt nur noch reichlich Sonnenschein.

Schon im vergangenen Frühjahr hat sich das Pflanzen der Kartoffeln bis Anfang Juni hingezogen und hat viele Nerven gekostet. Im Jahr 2024 hat sich die Situation fast wiederholt, nur dass Pflanzgut noch entschieden knapper war. So wurden größer fallende Partien des Öfteren geschnitten, um mehr Fläche damit pflanzen zu können. Die Aufläufe waren gerade aus verkrusteten Dämmen verzögert.

Früh gepflanzte, gut entwickelte Bestände hatten und haben wegen der ständigen Niederschläge fast landesweit mit Krautfäule zu kämpfen. In etlichen Fällen konnten konsequente Stoppspritzungen das Schlimmste verhindern.

Schnee-Raps mit großen Problemen

Ähnlich wie beim Winter­getreide konnten sich bei guter Wasserversorgung ohne Staunässe oft gute Bestände entwickeln. Zum Teil hat aber auch eine wegen schlechter Bodenbefahrbarkeit verspätete Düngung Potenzial ­gekostet. Außerdem bleibt abzuwarten, wie sich potenzielle Phoma-Infektionen auswirken.

Sehr groß sind dagegen die Probleme in den Beständen, die zur Blüte durch Schnee ins Lager gingen. Die Blüte ist hier gerade erst in den meisten Beständen beendet. So werden die unterschiedliche Abreife und die schwierigen Erntebedingungen durch die liegenden Haupttriebe wohl noch problematisch bleiben. Wie die Erträge ausfallen, bleibt abzuwarten.

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