Hanf

Brandenburg will Nutzhanfproduktion länderübergreifend anschieben

Das Land Brandenburg setzt sich für die Verbreitung der Produktion von Nutzhanf ein. Förderprogramme und Netzwerke sollen im Land aber auch bundesweit dafür Wertschöpfungsketten aufbauen.

Der Brandenburger Landtag stimmte am Mittwoch einem Antrag der Koalitionsfraktionen aus SPD, CDU und Grünen zu, laut dem die wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale des Nutzhanfanbaus besser ausgeschöpft werden sollen.

Die Koalition fordert die Landesregierung darin auf, die Nutzhanfproduktion und entsprechende Wertschöpfungsketten länderübergreifend voranzubringen, Förderprogramme für die Technologien zur Ernte und Verarbeitung von Nutzhanf zu prüfen und bürokratische Hürden im Bereich des Nutzhanfanbaus zu reduzieren.

Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel (Grüne) begrüßte den Landtagsbeschluss. „Die alte Kulturpflanze Hanf lebt seit den Neunzigerjahren wieder auf und weist neben ökonomischen Potenzialen auch ökologische Vorteile auf“, sagte er. Noch stellen Anbau und Verarbeitung von Hanferzeugnissen eine Nische dar. In Brandenburg gibt es allerdings bereits Pioniere für die Herstellung von technischen Fasern und nachhaltigen Baustoffen aus regional erzeugtem Nutzhanf.

Die Hanfpflanze nutzt Wasser sehr effizient und ist daher in Zeiten zunehmender Trockenheit von besonderem Interesse für die Brandenburger Landwirtschaft. Nutzhanf eignet sich für den Anbau unter Brandenburger Bedingungen, besitzt einen guten Vorfruchtwert und lässt sich in alle Fruchtfolgen integrieren. Darüber hinaus kommen stabile Bestände ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel aus, wirbt das Agrarministerium in Potsdam für die Pflanze.

Nun will das Land Brandenburg in Zusammenarbeit mit Fachverbänden und der Wissenschaft Potenziale hanfbasierter Wertschöpfungsketten für die stoffliche Nutzung (zum Beispiel technische Fasern für Dämmmaterialien, verspinnbare Zellstoffe wie Lyohemp) auf der Basis abgeschlossener sowie laufender durch Bund und EU geförderter FuE-Projekte identifizieren, die Hemmnis Faktoren zu erörtern und Maßnahmenempfehlungen entwickeln.

Zudem soll die Landesregierung die Etablierung von hanfbasierten Wertschöpfungsketten unter Einbindung von brandenburgischen Landwirten und dem Brandenburger sowie dem Berliner Markt unterstützen, länderübergreifende Zusammenarbeit fördern und die Bildung von zwei Hanfclustern in Brandenburg anknüpfend an bestehende Initiativen (Prignitz-Ruppin-Havel-land und Lausitz) anschieben.

Auf Bundesebene will Brandenburg sich dafür einzusetzen, dass die Bewertungen aus dem Land Brandenburg in der bundesweiten Diskussion eine gebührende Berücksichtigung finden. Außerdem soll die Bürokratie für die Beteiligten spürbar verringert werden. Außerdem fordert der Landtag, dass die züchterische Bearbeitung der Sorten intensiviert wird, um insbesondere die Qualität und Homogenität der marktrelevanten Pflanzenteile zu verbessern.

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Die Textilindustrie interessiert sich zunehmend für die Fasern des Winterhanfes zur Herstellung von Textilfasern. Aber auch als Zwischenfrucht kann die Pflanze punkten.

Die Bundestagsfraktionen von Linken und Grünen wollen den Anbau von Nutzhanf vereinfachen. Es solle nicht länger "unnötig strengen Genehmigungs- und Kontrollvorgaben unterliegen".

Der Markt für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf wächst. Hemmnisse für den Einsatz stellen jedoch die schwankende Qualität und die Hydrophilie der Fasern dar.


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

20 Jahre ist eine lange Zeit

Wenn sich etwas innerhalb von über 20 Jahren nicht etablieren und durchsetzen kann, dann kann es nicht so toll gewesen sein. Bisher scheinen die meisten nicht vom Hanfanbau profitiert zu haben bzw. die Nachfrage zu gering zu sein.

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