Maisanbau

DMK: Mais wird weiter an Bedeutung gewinnen

Mit einem Positionspapier unterstreicht das Deutsche Maiskomitee die steigende Relevanz von Mais. Es macht auf Vorteile der Kulturpflanze aufmerksam und nimmt Bezug auf die Ackerbaustrategie des BMELs

Mais hat sich in der Vergangenheit zu einer der wichtigsten Ackerkulturen in Deutschland entwickelt, berichtet das Deutsche Maiskomitee (DMK). Zur 2019 erschienenen „Ackerbaustrategie 2035“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), hat das DMK ein neues Positionspapier veröffentlicht, welches sämtliche Themen rund um den Maisanbau behandelt. Demnach eigne sich Mais sehr gut, um die Leitlinien des Ministeriums umzusetzen. Diese beinhalten unter anderem einen Ackerbau, der den ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Ansprüchen genügt. Vor allem durch seine überdurchschnittliche Anbau- und Nutzungsflexibilität erwartet das DMK künftig eine wachsende Bedeutung von Mais im heimischen Pflanzenbau. Dazu kämen Versorgungssicherung und sowie Umwelt- und Ressourcenschutz, die mit dem Anbau von Mais einhergehen.

Silomaisanbau dominiert

Laut DMK sind in diesem Jahr rund 2,7 Mio ha Mais angebaut worden. Mit einem Flächenanteil von 80% dominiert der Anbau von Silomais, der vor allem als Futtermittel in der Rinderhaltung und Energielieferant zur Biogasproduktion dient. Der Körnermais auf den restlichen 20% der Flächen werde hauptsächlich als Futtermittel genutzt. Kleinere Teile gehen in die Stärke- und Ethanolproduktion sowie die technische Verwertung. Dazu berichtet das DMK auf Grundlage von Destatis, von einem züchtungsbedingten Ertragszunahmen beider Anbauverfahren. In den vergangenen 60 Jahren kam es demnach beim Körnermais zu einem Anstieg von 30 dt/ha auf über 100 dt/ha. Der Ertrag von Silomais stieg im gleichen Zeitraum von 300 dt/ha auf 450 dt/ha an.

Durch die hohe Flexibilität des Mais steige auch sein ökonomischer Wert, was das Einkommen der Landwirtschaft sichere. Dabei bilden hohe Ertragssicherheit, geringe Arbeitskosten und ein geringer Pflanzenschutz- und Düngeaufwand sowie gute Ertragsstabilität die wichtigsten Faktoren zur Wirtschaftlichkeit.

Mais als Umwelt- und Ressourcenschoner

Durch seine hohe Stickstoffverwertung bei relativ geringem Bedarf soll Mais die Fruchtfolge aufwerten. Stickstoffüberschuss und chemischer Pflanzenschutz sollen durch ihn auf ein Minimum reduziert werden, sagt das DMK. Durch den Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten werde außerdem die Stickstoffeffizienz deutlich gesteigert. Beispielsweise könnte Silomais in einer Raps-Weizen-Fruchtfolge mit der Vorfrucht Weizen bis zu 130 kg N/ha rein aus dem Bodenvorrat aufnehmen. Der Anbau in Reihen bietet optimale Möglichkeiten der mechanischen Beikrautbekämpfung, wodurch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter herunter gefahren werden kann.

Aufwertung der Fruchtfolgen

Das DMK weist zudem auf die Möglichkeit hin, mit dem Anbau von Mais die Diversität enger getreidelastiger Fruchtfolgen zu steigern. Dies sei vor allem in vieharmen Region interessant. Anders sehe die Situation in Veredelungsregionen aus. Um ein negatives Landschaftsbild durch stark verbreiteten Maisanbau zu vermeiden, sollen Blühstreifen oder Gemengeanbau als kompensatorische Maßnahmen dienen und die Anbaudiversität steigern.

Ackerbau in Zeiten des Klimawandels

Stabile Erträge bei höchster Wasser- und Nährstoffnutzungseffizienz sollen die Kulturpflanze in Zeiten des Klimawandels als feste Komponente im Anbausystem etablieren. Hohe Erträge bei guter Nährstoffeffizienz sei grundsätzlich günstig für den Ackerbau. Dabei trage fachlich guter Maisanbau mit geringen Treibhausgasemissionen generell zu einer günstigen Klimabilanz bei. Zudem schaffe die Kulturpflanze als Rohstoff für hochwertige Nahrungsmittel einen steigenden lokalen und globalen Beitrag zu den zentralen Nachhaltigkeitszielen. Demnach betitelt das DMK den Mais schon jetzt als Schlüsselkultur zur Umsetzung der Ackerbaustrategie 2035 und als bedeutsame Kultur zur Unterstützung der Klimaziele.

Das ganze DMK-Positionspapier finden Sie hier.

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