Insektenschutz

Edeka Modellprojekt "Landwirtschaft für Artenvielfalt" meldet 100. Teilnehmerbetrieb

"Landwirtschaft für Artenvielfalt" ist die bundesweit größte Initiative für Biodiversität in der Agrarlandschaft. Biopark arbeitet zusammen mit WWF, EDEKA, Bioland und dem Leibniz-Zentrum.

Das Modellprojekt "Landwirtschaft für Artenvielfalt" (LfA) meldet ein rundes Jubiläum. Der Landwirtschaftsbetrieb Vahle, ein Biopark-Hof aus Uckerland bei Prenzlau, ist der 100. zertifizierte Bio-Betrieb, der als LfA-Hof zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Tier- und Pflanzenwelt umsetzt.

Lukas Wortmann vom WWF betont, dass die Initiative weiter wachsen will: Zukünftig soll es neben LfA-Fleischerzeugnissen auch weitere Sortimente geben. "Mit dem Projekt fördern WWF und EDEKA aktiv biologische Vielfalt in Deutschland. Wir freuen uns über jeden Bio-Betrieb, der das Projekt bereichert", sagt auch Rolf Lange, Leiter Unternehmenskommunikation der EDEKA-Zentrale.

Der Landwirtschaftsbetrieb Vahle liegt in Uckerland in der Uckermark mit Flächen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Auf seinen 270 ha Fläche wurden kürzlich ein Dutzend Exemplare des in Deutschland vom Aussterben bedrohten Schreiadlers gesichtet - in ganz Deutschland brüteten bei der letzten Zählung im Jahr 2013 insgesamt nur etwa 100 Brutpaare. Um den Erhalt von wildlebenden, heimischen Tieren und Pflanzen zu unterstützen, setzt Betriebsleiterin Thekla Vahle eine Reihe von Naturschutzmaßnahmen um.

Der Hof betreibt ökologische Mutterkuh-Haltung, Schweinezucht und baut Erbsen, Roggen und Triticale an. Im Rahmen von LfA setzt der Hof zahlreiche Naturschutzmaßnahmen um: Auf den Äckern werden Lücken zwischen den Getreidereihen gelassen, damit in den sogenannten Drilllücken Wildblumen und Insekten leben können. Auf den Wiesen und Weiden wird extra spät gemäht, damit Wiesenvögel und Bodenbrüter genügend Zeit haben, ihre Jungen aufzuziehen. Viele Hecken und Säume entlang der Felder sorgen dafür, dass Insekten und Feldvögel Unterschlupf und Nahrung finden. Alte Kopfweidenbestände, kleine Teiche und Sölle schaffen weiteren Lebensraum für verschiedenste Arten.

Was muss man machen?

Herzstück des Projekts ist ein betriebsgerecht variierbares Naturschutzmodul als Zusatzqualifikation für den Öko-Landbau. Die Betriebe wählen unter naturschutzfachlicher Beratung aus über 100 Maßnahmen diejenigen aus, die für ihren Betrieb und die dortigen natürlichen Bedingungen passen. Landwirtschaftsflächen sollen damit so bewirtschaftet werden, dass sie mehr Lebens- und Rückzugsraum für wildlebende Tier- und Pflanzenarten bieten.

Auf ausgewählten Betrieben führen naturschutzfachliche Berater im Rahmen von LfA zusätzlich ein Monitoring der Bestandsentwicklung bestimmter Arten durch. So habe sich beispielsweise der Bruterfolg des gefährdeten Braunkehlchens auf Höfen mit entsprechenden Maßnahmen verdoppelt. Auf dieser Grundlage und mit steigender Erfahrung könnten Auswahl und Umsetzung der Maßnahmen stetig optimiert und die Effektivität für den Artenschutz gesteigert werden, heißt es.

Gestartet in Nordostdeutschland nehmen inzwischen Betriebe in 11 der insgesamt 13 Flächenbundesländer teil. Die Betriebsgrößen reichen von 50 bis 3.500 ha.


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