Erderwärmung: Auch alter Boden-Kohlenstoff wird als Treibhausgas frei

Durch die Erderwärmung wird laut aktuellen Studienerkenntnissen des Max-Planck-Institutes für Biogeochemie auch sogenannter alter Boden-Kohlenstoff, der schon vor Jahrzehnten im Erdreich gebunden wurde, vermehrt als Treibhausgas freigesetzt.

Durch die Erderwärmung wird laut aktuellen Studienerkenntnissen des Max-Planck-Institutes für Biogeochemie auch sogenannter alter Boden-Kohlenstoff, der schon vor Jahrzehnten im Erdreich gebunden wurde, vermehrt als Treibhausgas freigesetzt. Durch diesen Effekt, der für frisch im Boden gebundenen Kohlenstoff bereits nachgewiesen sei, verstärke sich der Klimawandel selbst, erläuterten die Forscher vergangene Woche die Ergebnisse von Feldversuchen an zwei US-amerikanischen Standorten in Wisconsin und North Carolina.

Um alten Boden-Kohlenstoff von frisch im Substrat gebundenen unterscheiden zu können, habe man den Versuchsarealen mehr als zehn Jahre lang isotopisch markierten Kohlenstoff zugeführt. In Bodenproben aus bis zu 15 cm Tiefe seien dann der Gehalt und das Alter des organisch gebundenen Kohlenstoffs gemessen sowie dessen temperaturabhängige Umsetzung zu Kohlenstoffdioxid in kontrollierten Laborexperimenten ermittelt worden, berichtete das Institut.

Zwar gingen nur 30 % des insgesamt gemessenen Treibhausgases auf alten Boden-Kohlenstoff zurück, die Zersetzung schon länger im Boden gebundenen Kohlenstoffs nehme aber mit steigender Temperatur mindestens genauso stark zu wie die von jungem Boden-Kohlenstoff. Für die Entwicklung des Klimas könne das gravierende Folgen haben, hoben die Forscher hervor. Erderwärmung und Treibhausgasfreisetzung beschleunigten sich nämlich gegenseitig in einer positiven Rückkopplung. (AgE)