Glyphosat zwischen Pro und Contra

Der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat sorgt bei Gegnern und Befürwortern weiter für kontroverse Diskussionen. Der argentinische Mediziner Dr. Avila Vazquez wies kürzlich darauf hin, dass Glyphosat zu einer deutlichen Steigerung der Krankheitsrate in dem südamerikanischen Land beigetragen habe.

Der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat sorgt bei Gegnern und Befürwortern weiter für kontroverse Diskussionen.

Der argentinische Mediziner Dr. Avila Vazquez wies kürzlich auf der Fachdiskussion „Glyphosat - pures Gift oder Baustein zur Ernährung der Welt“ in Bonn darauf hin, dass Glyphosat zu einer deutlichen Steigerung der Krankheitsrate in dem südamerikanischen Land beigetragen habe.

Laut Vazquez‘ Aussagen ist die Zahl an Krebserkrankungen und Fehlgeburten in ländlichen Ackerbauregionen Argentiniens seit der vermehrten Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, die die Komponente enthalten, vielerorts um mehr als das Dreifache gestiegen.

Auf die Unbedenklichkeit des Wirkstoffs bei sachgemäßer Anwendung und die nicht hinreichende Vergleichbarkeit der Anwendungssituationen in Argentinien und Deutschland pochte dagegen Dr. Thoralf Küchler von der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG), der sich auch als Vertreter des Pflanzenschutzmittelherstellers Monsanto an der Diskussion beteiligte. Er verwies dabei unter anderem auf die vorhandenen Studien und den Bewertungsbericht des Bundesinstituts für Risikokommunikation (BfR), wonach weder nervenschädigende noch krebserregende oder erbgutverändernde Wirkungen bei sachgemäßer Anwendung vorlägen.

Als unausgewogen kritisierte hingegen Julia Sievers-Langer vom Forum für internationale Agrarpolitik „Agrar Koordination“ die Bewertung des BfR. So seien zahlreiche Studien von Umweltverbänden und -organisationen bei der Evaluierung nicht berücksichtigt worden. Darüber hinaus hätten mehrere Toxikologen dem Bericht „gravierende Fehler“ bescheinigt.

Produktivität nicht proportional gestiegen

Alarmierend nannte der Mediziner Vazquez die Veränderung der Pflanzenproduktionsverhältnisse in Argentinien und den damit einhergehenden Wandel der Ackerbaumethoden in Anbetracht der steigenden Krankheitsrate in den Anbaugebieten. Zwischen 1990 und 2014 sei die Anwendungsmenge an Pflanzenschutzmitteln um nahezu 1 000 % auf nunmehr 371 Mio kg jährlich gestiegen. Bei einem gleichzeitigen Zuwachs der Anbaufläche um 50 % auf 30 Mio ha habe die Produktivität mit einem Plus von 35 % allerdings nicht proportional zugelegt.

Vergleichbare Verhältnisse herrschten in Paraguay, Uruguay und Brasilien, aber auch in den USA. In Argentinien würden glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel mittlerweile rund 15 Mal pro Anbauzyklus angewandt, so Vazquez. Pro Kopf betrage die Menge des eingesetzten Wirkstoffs im landesweiten Schnitt etwa 6 kg jährlich


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