Kali-Düngung von Rinderweide-Gras: Wichtig, aber riskant Premium

Die Kationen-Anionen-Bilanz von Gras schwankt stark – in Abhängigkeit von Standort und Düngung. Das kann die Gesundheit der Milchkuhherde verschlechtern. Auf Grünland-Standorten geht es nicht ohne eine zusätzliche KaliDüngung. Besonders auf Niedermoor ist eine Ergänzung des Entzuges erforderlich...

Chloridhaltige Kali-Dünger sind Standard. Je nach Standort kann dadurch die DCAB des Aufwuchses stark sinken. (Bildquelle: Werkbild)

Die Kationen-Anionen-Bilanz von Gras schwankt stark – in Abhängigkeit von Standort und Düngung. Das kann die Gesundheit der Milchkuhherde verschlechtern. Auf Grünland-Standorten geht es nicht ohne eine zusätzliche KaliDüngung. Besonders auf Niedermoor ist eine Ergänzung des Entzuges erforderlich, um das Ertragspotenzial auszuschöpfen. Häufig werden chloridhaltige Kalidünger verwendet, da Futtergräser unempfindlich gegenüber Chlorid sind. Doch gerade auf Niedermoor beeinflusst das Chlorid die Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB) mehr als gedacht. Das kann die Tiergesundheit gefährden. Das Problem Die DCAB der Ration muss an das Laktationsstadium angepasst sein. In der Anfütterungsphase sind die Anforderungen anders als während der Laktation (s. Kasten rechts). In Futtermitteln kann die DCAB jedoch stark schwanken. Selbst in einem Betrieb ist der Umfang erheblich, noch größer aber zwischen Regionen und Standorten. So schwankte die DCAB der Grassilage aus dem 1. Schnitt in Iden in Sachsen-Anhalt im Verlauf von vier Jahren zwischen 360 und 520 meq pro kg TM. Das Rapsschrot aus 18 untersuchten Lieferungen hatte in dieser Zeit einen DCAB von -50 bis -250 meq. Auch Orientierungswerte für Futtermittel sind mit Vorsicht zu übernehmen. Für Maissilagen ist in Tabellen oft eine DCAB von 250 meq/kg TM angegeben. Analysen von Maissilageproben aus ganz Deutschland und Österreich ergaben dagegen eine mittlere DCAB von 150 meq/kg TM. Bei mehr als 300 untersuchten Grassilagen aus dem 1. Schnitt ergaben sich im Durchschnitt 340 meq. Auch das sind fast 100 meq weniger als durchschnittliche Tabellenwerte. Grünland-Monitoring Beim Vergleich der DCAB-Werte zwischen Brandenburg und Sachsen fielen besonders die niedrigen DCAB-Werte in Brandenburg von nur 130 meq/kg TM auf. Das ist ein erster Hinweis auf eine mögliche Ursache für DCAB-Schwankungen zwischen Standorten: In Brandenburg befinden sich zwei Drittel des Grünlandes auf Niedermoorstandorten. Um dem weiter nachzugehen, führte die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau in Iden 2017 in Sachsen-Anhalt ein Monitoring durch. In neun Betrieben mit unterschiedlichen Standorten wurden aus dem geernteten Gras vom Grünland Proben vom 1. und 2. Aufwuchs gezogen. Die Landesanstalt erhob Angaben zum Standort und zur Bewirtschaftung wie der Kalium (K)-Düngung und analysierte die Mengenelemente für die DCAB-Berechnung. Ergebnisse Beim Grünland-Monitoring ergaben sich deutlich höhere Chloridgehalte in den Aufwüchsen auf Niedermoor im Vergleich zu denen von mineralischen Standorten. Mit 15 bzw. 17 g/kg TM im 1. bzw. 2. Schnitt lagen sie etwa 10 g/kg TM über denen auf Mineralboden. Die Menge von Kalium, Natrium und Schwefel in den Pflanzen unterschied sich kaum zwischen den Standorten. Durch den Unterschied im Chloridgehalt war die DCAB der Grasaufwüchse auf Niedermoor im Mittel mehr als 200 meq/kg TM niedriger als auf Mineralboden. Auch der Aufwuchs beeinflusste die DCAB: Beim zweiten Schnitt war die Bilanz wesentlich niedriger als beim ersten. In trockenen Jahren sind vor allem bei Folgeschnitten noch geringere Werte möglich. Woran liegt’s? Bei der mineralischen Grünlanddüngung werden oft chloridhaltige Kali-Dünger verwendet. Diese beeinflussen den Kalium- und Chloridgehalt im Aufwuchs, da Gräser Chlorid gut aufnehmen ...

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