Studie zur Biodiversität

Kleine Ackerfläche fördern Biodiversität

Nicht nur eine Vielzahl von Kulturpflanzen beeinflussen die Biodiversität. Forscher fanden nun heraus: Besonders kleine Ackerflächen unter einer bestimmten Größe wirken positiv.

Was fördert Biodiversität? Natürlich Blühflächen, blühende Feldrandstreifen und Pufferstreifen. Doch vor allem führen kleinere Ackerflächen von unter 6 ha zu einer stark erhöhten Artenvielfalt. Eine Landschaft mit vielen Rändern unterstütze zudem die Lebensraum-Vernetzung. Das sind die Ergebnisse einer groß angelegten Studie in acht Regionen in Europa und Nordamerika, an der Wissenschaftler der Universität Göttingen beteiligt waren. Dabei untersuchten sie 435 verschiedene Landschaften. Ziel war herauszufinden, ob sich die Artenvielfalt durch eine ökologische Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen unabhängig vom Anteil naturnaher Lebensräume fördern lässt.

Biodiversität fördern mehrere kleine Ackerflächen mit vielen Rändern

Es überraschte die Forscher, wie stark kleine Felder und viele Arten von Nutzpflanzen die Biodiversität in Agrarlandschaften fördern. Landschaften mit heterogenen Agrarflächen beherbergen deutlich mehr Arten an Pflanzen, Bienen, Tagschmetterlingen, Schwebfliegen, Laufkäfern, Spinnen und Vögeln als Landschaften, die durch große Flächen und einseitige Fruchtfolgen geprägt sind. So hat eine kleinere durchschnittliche Feldgröße von 2,8 statt 5 ha den gleichen Effekt auf die Biodiversität wie mehr naturnaher Lebensräume (11 statt 0,5 %). Mehr Kulturartenvielfalt führte zu einem ähnlichen Ergebnis, aber nur, wenn die Agrarlandschaften auch einen höheren Anteil naturnaher Lebensräume aufwiesen. So könne man die Biodiveristät erhöhen, ohne landwirtschaftliche Flächen aus der Produktion zu nehmen, erklärten die Autoren der Studie.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Art der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Betriebe einen wesentlichen, bisher unterschätzten Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt in unseren Agrarlandschaften leisten kann“, erklärt dazu der beteiligte Prof. Dr. Teja Tscharntke, Uni Göttingen.

Die englischsprachig Studie finden Sie hier.