Artenvielfalt

Landwirtschaftliche Nutzung verringert Schmetterlingsvielfalt in der Umgebung

Auf Wiesen mit angrenzender Intensivlandwirtschaft gibt es nicht halb so viele Tagfalterarten wie auf Flächen in Naturschutzgebieten. Das zeigen Untersuchungen der Technischen Universität München (TUM) und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN).

Wie die TUM berichtete, konnten die Forscher auf Wiesen, die von landwirtschaftlich genutzten Feldern umgeben waren, im Schnitt 2,7 tagaktive Schmetterlingsarten pro Besuch nachweisen; bei den Stichproben innerhalb der Naturschutzgebiete waren es der Hochschule zufolge durchschnittlich 6,6 Arten. Besonders die spezialisierten und auf naturnahe Areale angewiesenen Schmetterlinge seien von dem Rückgang betroffen; die anpassungsfähigeren Arten seien in beiden Untersuchungsbereichen zu finden gewesen.

Laut dem Erstautor der Studie, Prof. Jan Christian Habel, zeigen die Ergebnisse einen klaren Trend. In der Nähe von intensiv bewirtschafteten, regelmäßig gespritzten Feldern sei die Vielfalt von Tagfaltern und ihre Anzahl deutlich geringer als auf Wiesen in der Nähe von wenig bis ungenutzten Flächen. Der Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts, Prof. Thomas Schmitt, wertete die Studie als Beleg für die „negativen Auswirkungen der industrialisierten konventionellen Landwirtschaft auf die Vielfalt der Tagfalter“. Es würden dringend umweltverträglichere Anbaumethoden benötigt. Weitere Untersuchungen könnten zudem helfen, einzelne Faktoren des Insektensterbens zu identifizieren und entsprechend entgegenzuwirken.

Benzin, Diesel, Heizöl oder Gas werden teurer

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Schreiben Sie Agra Europe (AgE) eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Christian Bothe

Insekten...

Der Mainstream und schon gibt‘s Studien von „seriösen“ Wissenschaftlern.Ist doch ein perfektes Timing... Allmählich geht einem die ganze Diskussion auf den S...Jeder gibt seinen Senf dazu und man kann mal wieder so richtig ohne Sachkenntnis unsere LW an den Pranger stellen.

von Rudolf Rößle

Schmettelingswiesen

sind in der Regel die Wiesen, die für extensives Heu genutzt wird. Längere Standzeit, mehr Insektenvermehrung ist möglich. Grasbetonte zur Milcherzeugung genutzte Flächen haben eine hohe Schnittnutzung, also automatisch weniger Insekten. Das ist kein Geheimnis aber wirtschaftlich notwendig.

von Christoph Blankenburg

In Mitteleuropa...

... ist der Wald die natürliche ökologische Klimax, die ohne menschliches Zutun sich langfristig einstellt. Das bedeutet doch letztlich, dass der Mensch (Landwirt) durch sein Handeln erst Lebensräume für solche Offenlandarten geschaffen hat. Die Tatsache, dass die Arten in unterschiedlicher Zahl und Zusammensetzung vorkommen ist deshalb nur normal. Unsere Aufgabe als Landwirte ist auf der kleinen uns verbliebenen Fläche Futtermittel, Nahrungsmittel und Rohstoffe zu erzeugen und nicht vordringlich Schmetterlinge zu züchten, die ohne menschliches Zutun (Offenhaltung der Landschaft) ohnehin keinen Lebensraum hätten.

von Gerhard Steffek

Wieder eine neue Sau -

die durchs Dorf getrieben wird. Dabei ist das Muster immer wieder das Gleiche es wird eine Untersuchung angestellt die aber nur mit eng angelegten Scheuklappen durchgeführt wird. Die kausalen Zusammenhänge läßt man geflissentlich außen vor, da es ja sonst keinen Aufreger gibt. Es ist schon erstaunlich, aber auch erbärmlich wie sehr ganzheitliches Denken abhanden gekommen ist. Dafür braucht man dann an allen Ecken und Enden "Experten". Nur wenn dann keiner da ist, der das ganze Puzzle zu einem verständlichen Bild zusammenfügt, dann ist das ganze nur das was so ein Puzzle am Anfang ist, im Grunde genommen nur ein "Scherbenhaufen" und für den Betroffenen rausgeworfenes Geld.

von Andreas Thiel

Schmetterlingssteaks

Werden in Zukunft eine ganz andere Bedeutung erfahren

von Willy Toft

Ab Spätsommer und im Herbst, überleben die Insekten dann auf den Kulturflächen, weil......

dort nur noch abgestorbene Pflanzen vor sich hinrotten! Es kommt stets auf die zeitliche Betrachtungsweise drauf an, und es wäre ja schlimm, wenn auf Naturschutzflächen im Frühjahr die Insekten ausblieben. Es kommt auf das Miteinander drauf an, gegenseitige Schuldzuweisungen helfen den Insekten nicht weiter, und irgendwer muss auch für Nahrungsmittel sorgen.

von Albert Maier

Diese "Deppen" widersprechen sich selbst!

" Besonders die spezialisierten und auf naturnahe Areale angewiesenen Schmetterlinge seien von dem Rückgang betroffen; die anpassungsfähigeren Arten seien in beiden Untersuchungsbereichen zu finden gewesen." Ausschlagebend sind doch die Standortverhältnisse und eben nicht der Pestizideinsatz, dessen angebliche schädliche Wirkung wieder nicht explizid nachgewiesen wurde, sondern nur vermutet wird!! Zu beobachten ist ein dramatischer Verfall wissenschaftlicher Qualität in den Ökowissenschaften zugunsten ideologischer pseudowissenschaftlicher Zulieferindustrie.

von Erhard Prinz

Unglaublich

wie in nur wenigen Monaten sehr viele angeblich seriöse Studien erscheinen, die behaupten wie schädlich Landwirtschaft ist. Die Wissenschaft wird immer unglaubwürdiger.

von Wilhelm Grimm

Die Entemologen

werden in Zukunft mit ihren Weisheiten die Ernährung der Bevölkerung weltweit sicherstellen.

von Norbert Schulze-Darphorn

Welcher bahnbrechende Erkenntnis

Währe traurig wenn es anders rum gewesen wäre, dafür sind doch Naturschutzgebiet da. Das da mehr Arten vorhanden sind ist doch das logisch. Die gleiche Aussage könnte ich tätigen indem ich sage : auf konventionellen Feldern weise ich mehr Arten nach als auf der Betonstraße nebenan.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen