Gesetzesvorstoß

Pflanzenschutzverbot in Kleingärten für DRV reiner Aktionismus

Dass Schneckenkorn und Rapsöl gegen Blattläuse für Privatgärten verboten werden soll, ist für den Raiffeisenverband unverständlich. Die Produkte machen in den Märkten wichtigen Umsatz.

Ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Privatgärten ist für den Deutschen Raiffeisenverband (DRV) nichts als "politischer Aktionismus". „Wenn den Kleingärtnern Schneckenkorn und Rapsöl gegen Blattläuse weggenommen werden, dann leidet darunter auch die so dringend nötige Biodiversität in Städten und Dörfern“, sagt DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers. Deshalb fordert er ein deutliches Bekenntnis der Politik zum Schutz der Pflanzen, auch in Haus- und Kleingärten.

Was als Vorstoß des Freistaates Bayern im Bundesrat zum Verbot von glyphosathaltigem Unkrautvernichter in Haus- und Kleingärten gestartet war, drohe sich zu einem Komplettverbot auszuwachsen, warnt Ehlers und verweist auf die vorliegende Forderung der beteiligten Umwelt- und Agrarausschüsse der Länder.

„Ein vollständiges Verbot des Pflanzenschutzes würde den Anbau – insbesondere von Gemüse – in ökologisch wertvollen Nutzgärten deutlich einschränken. Es steht daher zu befürchten, dass vielfältige Gärten in monotone Rasenflächen umgewandelt werden“, so Ehlers. Noch größer sei die Gefahr, dass Kleingärtner in ihrer Not künftig auf illegale Mittel zurückgriffen. Statt Pflanzenschutz zu kriminalisieren, sollte nach Ansicht des DRV verstärkt auf sachkundige Beratung gesetzt werden. Solche Hilfe leistet auch das besonders geschulte Personal in Raiffeisen-Märkten.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Stefan Lehr

Ein Anfang waere es

Diese Verbotsregelung waere ein Anfang, um gegen die unprofessionelle Anwendung von Pflanzenschutzmitteln anzugehen. Im Haus- und Schrebergarten gilt immer noch die Devise "Viel hilft viel". Aber die Bau- und Gartenmaerkte verdienen deutlichst hoehere Margen an den Klein- und Kleinstgebinden als an uns Landwirten. Daher muss man gegen ein solches Verbot auch sofort intervenieren. Hier wuerde es dann endlich mal nicht die professionellen Landwirte treffen, sondern die Allgemeinbevoelkerung. Des Volkes Wille trifft dann auf das Volk! Waere interessant, ob das Volk dann auch noch diesen Willen hat?

von Frank Herrmann

Anwendungen von PSM...

nur von Sachkundigen und entsprechend der Zulassung gemachten Auflagen. Das muss für alle gelten. Dann sieht die Bevölkerung, welche Anstrengungen hinter dem notwendigen Einsatz von PSM steht und versteht unsere Sicht. Vielleicht.

von Hans Nagl

Schon lustig

Einmal kritisiert man den Einsatz von Pflanzenschutz im Garten, dann stellt man fest das dabei auch Geld verdient wird. Dann bitte doch nicht . Ist schon blöd wenn man überall im Aufsichtsrat sitz.

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