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Quinoa aus Deutschland: Das "Gold der Anden" wächst in Havixbeck

Der Rohstoff für Quinoa-Produkte kommt meist aus Kolumbien, Peru oder Bolivien. Mehr als 95 % des Quinoa-Getreides weltweit wird in den Anden angebaut. Nun mischt "Drerup-Quinoa" aus Havixbeck bei Münster den Markt auf.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Rohstoff für Quinoa-Produkte kommt meist aus Kolumbien, Peru oder Bolivien. Mehr als 95 % des Quinoa-Getreides weltweit wird in den Anden angebaut. Nun mischt "Drerup-Quinoa" aus Havixbeck bei Münster den Markt auf.


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Carolin und Philipp Drerup kamen als Studenten durch eine Exkursion zu einem Betrieb in Hessen mit Quinoa in Kontakt, berichtet Spiegel Online. Das Besondere: Quinoa ist glutenfrei, also geeignet für Menschen die unter Zöliakie - einer Glutenunverträglichkeit – leiden und etwa keine Gersten- und Weizenprodukte essen dürfen.


An das Saatgut für Quinoa kommt man allerdings nur über Anbauverträge, schildert Drerup dem Spiegel weiter. "Quinoa Deutschland" bietet das Saatgut, der Landwirt baut es an und bekommt die Abnahme der Ernte zugesichert. "Wir haben dann mit einem österreichischen Anbieter einen solchen Vertrag, zunächst für ein bis zwei Hektar, abgeschlossen", sagt Drerup.


Das Saatgut wird im Frühjahr ausgesät und im Spätsommer kann geerntet werden. Das habe relativ schnell geklappt: Fünf Ernten - eine im Jahr - haben die Drerups bereits hinter sich. Da Quinoa eine Wildpflanze ist, sei sie nicht sehr anspruchsvoll. Ab und zu eine Handbereinigung von Unkraut, ansonsten folge auf die Ernte mit dem Mähdrescher nur noch die Trocknung sowie die aufwändige und kostspielige Reinigung, erklärt das Ehepaar weiter.


12 ha und damit vermutlich den bundesweit größten Bestand im Jahr 2017 bebauen die Drerups mittlerweile. 2,1 Mio. Pflanzen wachsen auf ihren Feldern, von März bis Ende August. "Unser Ackerboden ist sandiger Lehm und hat dadurch ein gutes Wasserhaltevermögen und ein aktives Bodenleben", sagt Philipp Drerup, der eine Ausbildung im Saatzuchtbereich gemacht hat und nach dem Studium im Bereich der Pflanzenernährung in selbigem promovierte.


Insgesamt bauen nicht mehr als 60 Landwirte zusammen rund 100 ha Quinoa in Deutschland an. Seit acht Jahren beliefern sie den deutschen Quinoa-Markt: Schätzungsweise zwischen 6000 und 7000 t werden in Deutschland vermarktet, der gesamte Import nach Europa beträgt 25.000 t. Weltweit werden mehr als 250.000 t jährlich produziert.


Das Quinoa verkaufen die Drerups inzwischen nicht mehr nur an den Anbauvertragspartner, sondern auch an Hofläden, Unverpackt-Geschäfte und in einem Online-Shop. Das sogenannte "Gold der Inkas", welches in den Anden seit 5000 Jahren als Kulturpflanze bekannt ist, gilt als ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. "Es hat hohe Eiweißwerte und eine einzigartige Aminosäurestruktur", erläutert das Paar.


Quinoa Deutschland will seine Gesamtfläche künftig auf 200 ha verdoppeln - vor allem in Süddeutschland, wo das Klima günstiger ist, hat Spiegel Online in Erfahrung gebracht. Ebenso solle der Einzelhandel ausgebaut werden, derzeit stünden die europäischen Produkte bereits in mehreren hundert Supermarktfilialen. Dennoch orientiere sich die Produktion am Bedarf und sei nicht spekulativ.


Für die Drerups jedenfalls läuft das Geschäft sehr gut, die Resonanz sei extrem positiv. Nicht nur in Gesprächen im Hofladen, sondern auch über den Online-Shop komme Lob. "Die Nachfrage nach Regionalität wird immer größer", wissen die beiden.

 

Ihr Quinoa ist übrigens auch saponinfrei. Es hat also keine Bitterstoffe in der Schale, mit denen sich die Pflanze normalerweise vor dem Fraß wildlebender Tiere schützt. Das Quinoa aus dem Münsterland muss daher nicht technisch geschält oder gewaschen werden und bleibt Vollkornquinoa.


In einen großen Konkurrenzkampf treten wollen die Drerups nicht. "Quinoa bleibt in Deutschland vermutlich ein Nischenprodukt", weiß Carolin Drerup. "Wir haben nicht zum Ziel, am Ende 5000 Supermärkte zu beliefern." Dennoch wüssten zu wenig Menschen, dass es Quinoa auch aus dem eigenen Land gibt.

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