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topplus Düngung im Herbst

So gelingt der gute Start für Raps und Gerste

Nach der Aussaat von Raps und Gerste bei überwiegend guten Bedingungen, ist es nun das Ziel, die Bestände optimal versorgt und mit tolerierbarem Schädlingsbefall in den Winter zu bringen.

Lesezeit: 21 Minuten

Gerade noch rechtzeitig zur Rapsbestellung schlug das Wetter in weiten Teilen Deutschlands um - der extrem heißen und trockenen Phase folgten Niederschläge und milde Temperaturen. Diese Witterung zog sich in vielen Regionen bis zur Gerstenaussaat durch, sodass sich beide Kulturen überwiegend unter guten Bedingungen aussäen ließen. Damit sich die Neuansaaten nun gut entwickeln, sollte man im Herbst einiges beachten.

Dort, wo eine Herbstdüngung unumgänglich ist, gilt es, die Vorgaben der DüV zu berücksichtigen. In Gerste bergen zudem Blattläuse als Virusüberträger ein großes Risiko. Übersteigt der Besatz die Schadschwelle, kann eine Insektizidbehandlung notwendig werden.

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Schwieriger gestaltet es sich im Raps. Der Rapserdfloh bereitet seit dem Verbot der neonikotinoiden Beizen zunehmend Probleme.

Unsere unabhängigen Experten geben Tipps, wie Sie den Start Ihrer Gersten- und Rapsbestände optimal gestalten können.

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Düngeverordnung: Was ist zur Herbstdüngung erlaubt?

Unser Autor: Lüder Cordes, LWK Niedersachsen

Die aktuelle Düngeverordnung (DüV) schränkt die Herbstdüngung deutlich ein. In Raps und Wintergerste, für die eine ausreichende Herbstentwicklung für die Ertragsbildung von besonderer Bedeutung ist, ist aber eine begrenzte Düngung im Herbst unter Auflagen möglich. Folgende Punkte der DüV sind bei einer Herbstdüngung zu beachten:

  • Nach Ernte der letzten Hauptfrucht ist zu Raps und Wintergerste eine Stickstoff(N)-Düngung bei Bedarf nur nach Getreidevorfrucht erlaubt. Die Aussaat des Rapses muss bis zum 15.9. und die Saat von der Gerste bis zum 1.10. erfolgt sein.



  • Vor der Ausbringung von Düngemitteln ist der Düngebedarf auf der Ebene Schlag oder Bewirtschaftungseinheit zu ermitteln und zu dokumentieren.



  • Gedüngt werden darf bis in Höhe des N-Düngebedarfs, max. 30 kg/ha NH4 und 60 kg/ha N-Gesamt. Diese Grenze gilt nicht nur für organische Dünger, sondern auch für Mineraldünger! Einige Bundesländer, z.B. Niedersachsen, schränken auf langjährig organisch gedüngten Flächen (i.d.R. P-Gehalt im Boden > 13 mg P/100 g Boden CAL) oder auf humusreichen Böden (Humusgehalt > 4%) die Herbstdüngung zusätzlich ein.



  • Festmist von Huf- und Klauentieren (Rinder, Schweine, Pferde) sowie Kompost unterliegen nicht der 30/60er N-Regel und dürfen auch gestreut werden, wenn im Herbst kein Düngebedarf vorliegt. Die max. Menge muss sich am Bedarf der nächsten Hauptfrucht orientieren.



  • Eine Düngung auf Ackerland ist nur bis zum 1. Oktober möglich, die Sperrfrist gilt bis zum 31.01.



  • Alle organischen Dünger mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff (> 10% NH4-N Anteil) sind auf unbestelltem Acker unverzüglich, spätestens aber innerhalb von vier Stunden einzuarbeiten. In den roten Gebieten beträgt die Einarbeitungspflicht auf unbestelltem Acker eine Stunde.



  • Erfolgt eine Herbstdüngung zu Raps oder Gerste, ist diese auf den N-Bedarfswert im Frühjahr anzurechnen. Die im Frühjahr ausbringbare N-Menge verringert sich damit um diesen Anteil. Mineralische N-Dünger sind mit 100% anzurechnen. Bei organischen bzw. organisch-mineralischen Düngern gilt der verfügbare Stickstoff, also die Summe aus Nitrat- und Ammonium-N (NH4). Da in der Regel Nitrat in organischen Düngern kaum messbar vorliegt, entspricht der gemessene NH4-Gehalt dem verfügbaren N-Gehalt.

Rote Gebiete ab 2021

Ab dem Jahr 2021 wird in den roten Gebieten eine Herbstdüngung zu Raps und Gerste grundsätzlich nicht mehr zulässig sein. Bei begrenzter N-Menge (wie es in den roten Gebieten Realität werden wird), ist eine N-Düngung im Frühjahr in der Regel effektiver als eine Gabe im Herbst. Das belegen Versuche der LWK Niedersachsen. Daher wird es zukünftig in diesen Regionen noch wichtiger alle pflanzenbaulichen Möglichkeiten zu ergreifen, um eine ausreichende Herbstentwicklung zu ermöglichen und eine Herbstdüngung tatsächlich überflüssig zu machen.

Optimale Saatbedingungen, geringerer N-Düngebedarf

Zu den ackerbaulichen Maßnahmen für einen optimalen Start zählen:

  • Eine intensivere Bodenbearbeitung fördert die N-Mineralisierung im Boden.



  • Eine optimale Kalkversorgung schafft gute Bedingungen für Bodenbakterien.



  • Durch eine gleichmäßige und tiefere Einarbeitung des Vorfruchtstrohes lässt sich eine kurzfristige N-Bindung durch die Strohrotte vermindern.



  • Damit die neue Saat den Bodenstickstoff optimal aufnehmen kann, empfiehlt es sich, die Durchwurzelbarkeit zu fördern. Die Bildung von Kluten und größeren festen Aggregaten gilt es zu vermeiden. Der hier enthaltene Stickstoff ist für die Pflanzen zunächst nicht verfügbar.



  • Eine größere Bedeutung hat unter der begrenzten Düngemenge der optimale Saattermin. Spätsaaten beinhalten die Gefahr, dass gerade bei knapper N-Versorgung die Entwicklung der Pflanzen im Herbst relativ schwach bleibt. Jedoch ist es auch keine Lösung, die Saattermine zukünftig einfach vorzuverlegen. Zum einen steigt die Gefahr der phytosanitären Probleme (z.B. Kohlfliege bei Raps, Schwarzbeinigkeit und Blattläuse bei Getreide).



    Zum anderen liegt das Risiko der Frühsaaten darin, dass die Pflanzen sich so weit entwickeln, dass sie auch Ertragsorgane anlegen. Ist die N-Versorgung dann begrenzt, kann dies dazu führen, dass die Pflanzen verstärkt mit Reduktionsprozessen reagieren.

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Raps: Möglichst ohne Herbst-N

Niederschläge und milde Temperaturen rechtzeitig zur Rapsaussaat ergaben in vielen Regionen optimale Bedingungen für das Auflaufen. Die noch überdurchschnittlichen Bodentemperaturen sorgten für eine zügige Entwicklung der Rapspflanzen und hohe N-Mineralisierungsraten.

Eine gute Herbstentwicklung ist die Basis für hohe Erträge. Legen die Pflanzen ausreichend Blätter an, entwickeln sich auch die Seitentriebe erster Ordnung gut, sodass die Pflanzen intensiv verzweigen. Ab dem 6-Blattstadium erfolgt zudem die Differenzierung der Blütenprimordien. Gesteuert durch die Tageslänge geht der Raps im Frühjahr zügig in die Streckung über. In der Folge schließt er die Anlage der Ertragsorgane früh ab. Als optimale Entwicklung vor dem Winter können im Mittel angesehen werden:

  • 25 bis 35 Pflanzen/m2 gleichmäßig verteilt, bei Einzelkornsaat reichen 20 bis 25 Pflanzen/m²,
  • 8 bis 10 (max. 12) Blätter,
  • Wurzelhalsdurchmesser von 8 bis 10 mm.

Im Mittel der Jahre kann davon ausgegangen werden, dass Rapspflanzen, die gegen Ende September vier bis sechs Laubblätter ausgebildet haben, auch die dargestellte optimale Entwicklung vor Winter erreichen werden. Aber man sollte dabei die Entwicklung der Einzelpflanze immer im Zusammenhang mit der Bestandesdichte sehen. In dünnen Rapsbeständen mit weniger als 25 bis 30 Pflanzen/m² ist es ratsam, Ende September eher das 6-Blattstadium als Entwicklungsziel anzustreben.

Wann ist eine N-Gabe nötig?

Ob eine Herbst-N-Gabe nötig ist, um die vegetative Entwicklung zu fördern, gilt es zu prüfen. Grundsätzlich ist eine Düngung zu Vegetationsbeginn effektiver als im Herbst. Nur, wenn sich deutliche Mangelsituationen einstellen und der Raps unterentwickelt in den Winter zu gehen droht, sollte man eine N-Düngung in Betracht ziehen. Diese sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Die Sperrzeit für N-haltige Düngemittel ab dem 1. Oktober ist zu beachten. Betroffen sein könnten Rapsbestände,

  • die um den 25. September voraussichtlich 3 bis 4 oder weniger Laubblätter aufweisen werden und
  • die bisher keine N-Düngung zur Saat erhalten haben.

In diesen Fällen kann eine N-Gabe in Höhe von ca. 20 bis 25 kg N/ha sinnvoll sein. Der Einsatz von Gülle ist etwa ab dem 2. Laubblatt des Rapses ebenfalls möglich.

Potenzial und Grenzen von Flüssigdüngern

AHL lässt sich mit ca. 30 l/ha (bei 200 l/ha Gesamtflüssigkeit) zur Insektizid-/Fungizidspritzung zumischen. Dabei sollten Sie AHL immer als letztes einfüllen. FOP-Produkte zur Bekämpfung des Ausfallgetreides, wie z.B. Fusilade Max, lassen sich dagegen nicht in AHL pur ausbringen.

Mischungen aus Wasser plus AHL in einem Verhältnis von 9:1 sind nach Herstellerangaben möglich, soweit Sie keine weiteren Produkte, insbesondere Fungizide oder Wachstumsregler einsetzen.

Nach eigenen Erfahrungen ist es nicht sinnvoll gräserwirksame Herbizide mit AHL zu kombinieren. Select 240 EC ist nicht mit AHL mischbar.

Als sehr effektiv und verträglich hat sich auch der Einsatz von aufgelöstem Harnstoff erwiesen. Dazu lösen Sie ca. 15 bis 20 kg/ha Harnstoff in ca. 200 l/ha Wasser auf. So ist der Harnstoff relativ gut pflanzenverträglich. Es empfiehlt sich aber, die Vorgaben zum AHL auch bei aufgelöstem Harnstoff einzuhalten.

Schwefel erhöht N-Effizienz

Eine gute Versorgung mit Schwefel und Spurennährelementen trägt zu einer hohen N-Effizienz bei und fördert zusätzlich die Entwicklung der Rapspflanzen. Sulfat kann Nitrat in der Funktion zur Regelung des osmotischen Druckes in den Zellen ergänzen. Eine Blattdüngung mit Bittersalz (ca. 5 bis 7,5 kg/ha) wird daher ab dem 4-Blattstadium vor allem empfohlen bei

  • verhaltener Pflanzenentwicklung,
  • niedrigem pH-Wert (Magnesium wird bei niedrigen pH-Werten weniger verfügbar) und
  • Trockenheit (knappe Wasserversorgung schränkt die Nährstoffaufnahme ein).

Hungern nach Bor

Vergilben im Herbst die jüngsten Blätter und weisen zusätzlich einen rötlichen Rand auf, kann Bormangel vorliegen. Raps verfügt über einen relativ hohen Bedarf an Bor, sodass es sinnvoll ist, diesen auch im Herbst zu beachten. Unter folgenden Bedingungen tritt Bormangel am ehesten auf:

  • pH-Wert über 6,0,
  • trockene Böden,
  • höherer Humusgehalt oder
  • leichtere Böden, bei denen Bor aus dem Wurzelraum ausgewaschen sein könnte.

In diesen Fällen empfiehlt sich eine Blattdüngung etwa im 4- bis 6-Blattstadium mit ca. 150 bis 200 g/ha Bor. Das entspricht z.B. ca. 0,85 bis 1,25 kg/ha Solubor oder 1,0 l/ha eines flüssigen Borblattdüngers.

Auf bekannten Manganmangelstandorten (pH > 6,5, Humusgehalt > 3%, recht lockerer Boden, sehr leichter Standort) kann man 3,0 kg/ha Mangansulfat oder 1,5 l/ha einer flüssigen Manganformulierung (150 g/l Mangan) zusetzen.

Auf stark humosen bis anmoorigen Böden empfiehlt es sich, bei dieser Spritzung zusätzlich 150 bis 200 g/ha Kupfer, entsprechend 600 bis 800 g/ha Kupfersulfat zuzusetzen.

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Raps: Erdflöhe konsequent überwachen!

von Marcus Hahn, Lallf Mecklenburg-Vorpommern

Die Ergebnisse der amtlichen Schaderregerüberwachung belegen für Mecklenburg-Vorpommern seit dem Verbot der neonikotinoiden Beizen 2013 eine nahezu stetige Zunahme des Erdflohbefalls. In der vergangenen Saison war der Rapserdfloh im Nordosten der mit Abstand bedeutendste tierische Schaderreger. Dabei trat der Käfer massenhaft durchgängig von Anfang September bis weit in den November hinein auf.

Der Verlust der neonikotinoiden Beizen hat eine immer noch nicht geschlossene Lücke hinterlassen. Lediglich mit der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide lässt sich der Rapserdfloh noch kontrollieren. So wundert es nicht, dass sich die seit Jahren in Deutschland festgestellte knock-down-Resistenz in den Rapsanbaugebieten nahezu flächendeckend ausgebreitet hat. Die Auswirkungen dieser Resistenz sind noch einigermaßen moderat und die Erdflöhe lassen sich, wenn auch mit leicht verminderten Wirkungsgraden, bekämpfen.

Pyrethroidresistenz vermeiden

Trotzdem gilt es, den Einsatz der Pyrethroide auf das absolut notwendige Maß zu begrenzen. Denn aus England und Frankreich ist ein weiterer Resistenzmechanismus bekannt. Wo sich diese zweite Resistenz etabliert hat, ist es nicht mehr möglich, den Rapserdfloh zu kontrollieren!

Bereits mit dem Auflaufen des Rapses gilt es, mittels begitterter Gelbschalen zu überwachen, wie sich der Schädlingsbefall entwickelt. Bei mehr als 50 Käfern in einem Zeitraum von drei Wochen in der Gelbschale ist der Bekämpfungsrichtwert erreicht. Bis zum 4-Blattstadium kann die direkte Fraßtätigkeit der Käfer den Raps unter ungünstigen Wachstumsbedingungen gefährden. Bei mehr als 10% Verlust an Blattmasse empfiehlt sich der Einsatz eines zugelassenen Insektizids.

Ziel ist es, bei starkem Vorkommen der Rapserdflöhe die Anzahl der Larven unter dem als kritisch angesehenen Wert von fünf je Pflanze zu halten, um Pflanzenverluste über den Winter zu verhindern.

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Raps: Tipps zur Einkürzung im Herbst

von Hermann Hanhart, LWK Nordrhein-Westfalen

Eine Fungizidbehandlung im Raps ist meistens wenig wirtschaftlich, oft nur mit Mehrerträgen von 0 bis 2 dt/ha.Eine Wachstumskontrolle ist nur erforderlich, wenn wüchsige Sorten vorzeitig das 4-Blattstadium erreichen. Dann empfiehlt sich eine Behandlung, um die Winterfestigkeit abzusichern bzw. eine zu frühe Stängelbildung zu vermeiden.

Empfehlungen je nach Sorten

Sorten mit sehr schneller Herbstentwicklung wie Ambassador, Architect, Croozer, Expansion, Hattrick, Heiner, Ludger, Trezzor oder Violin sind am stärksten gefährdet, wenn die Aussaat früh erfolgt und sie schon um den 20. September vier Laubblätter gebildet haben. Behandeln Sie in diesen Fällen spätestens zum 4-Blattstadium.

In mittelwüchsigen Sorten wie Algarve, Alvaro, Attletick, Bender, Exception, Exima, Ivo, Penn oder Smaragd können Sie flexibler handeln. So lässt sich bei diesen auch zum 6-Blattstadium um Anfang Oktober noch eine Stängelbildung verhindern.

Langsamwüchsige Sorten wie Arabella, Arazzo, Exlibris oder Puzzle benötigen hingegen in der Regel keine gezielte Wachstumskontrolle. Wichtig ist bei Sorten wie Arabella aber, sie frühzeitig zu säen, damit sie sich vor Winter noch kräftig entwickeln können.

Die Leistung gängiger Fungizide im Raps entnehmen Sie der Übersicht 2. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass die Behandlungen in mittelwüchsigen Sorten durchgeführt wurden. Bezieht man weitere Versuchsergebnisse mit ein, ist folgende Strategie angeraten:

Wenn in sehr wüchsigen Sorten ein Fungizideinsatz erforderlich wird, ist Carax zum 4-Blattstadium das Mittel der Wahl. Aufwandmengen von 0,5 bis 0,75 l/ha wirken besser als ein Splitting. Wer allerdings zur Unkrautkontrolle Belkar verwendet hat, kann aus Verträglichkeitsgründen kein Carax nutzen. Alternativ können Sie dann 0,35 bis 0,4 l/ha Toprex wählen, eingesetzt spätestens zum 5-Blattstadium. Die Einkürzung ist oft etwas geringer als die von Carax, dafür hält aber die Dauerwirkung länger. Alle anderen Fungizide sind für sehr frühe Einsätze weniger geeignet, zumindest dann, wenn eine starke Einkürzung gefragt ist.

In den mittelwüchsigen Sorten sind auch zum 6-Blattstadium noch gute Wirkungsgrade zu erwarten. Darüber hinaus ist dann oft die Wirkung gegen Phoma besser. Mit 0,4 l/ha Carax + 0,6 l/ha Tilmor (oder nach Einsatz von Belkar 0,4 l/ha Toprex) erreichen Sie zu diesem Termin die max. Einkürzung.

In Spätsaaten oder in Jahren mit verzögerter Herbstentwicklung können Sie auf die wachstumsregulierende Wirkung der Fungizide verzichten. Oder anders ausgedrückt: Wenn sehr wüchsige Sorten das 6-Blattstadium erst um den 5. bis 10. Oktober erreichen, bringt das Fungizid in puncto Einkürzung nichts mehr. Nur wenn in solchen Jahren Phoma mit stärkerem Befall vorkommt, ist ein positiver Ertragseffekt zu erwarten.

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Raps: Strategien gegen Phoma

Der Phoma-Pilz spielte wegen der besseren Sortentoleranzen und der trockenen Witterung in den letzten Jahren kaum eine Rolle. Ähnlich wie Halmbruch im Getreide hat der Erreger eine sehr lange Entwicklungsphase. Je früher ein Erstbefall im Herbst auftritt, umso eher können Symptome am Wurzelhals mit stärkerer Vermorschung entstehen, die dann zu höheren Ertragsverlusten führen.

Witterung ist entscheidend

Kritisch für einen frühen Erstbefall ist feuchtes Wetter nach der Rapsernte, wie im Herbst der Jahre 2010/14/15. In diesen Fällen ist eine optimale Sporenausbildung in den Hüllkörpern der Ascosporen (Pseudothezien) auf dem befallenen Altraps möglich. Bleibt es dann weiterhin feucht und windig, infizieren die entlassenen Ascosporen früh den neu auflaufenen Raps. Ist es im August/September dagegen länger trocken (wie im Herbst 2013/16/18), verzögert sich die erste Infizierung.

Nach Ablauf der Inkubationszeit von ca. 130°C-Tagen bilden sich auf den Blättern Symptome mit Pyknidiosporen, die weitere Neuinfektionen verursachen können. Eine direkte Infizierung am Wurzelhals durch Ascosporen gelingt nur in den seltensten Fällen. Derartig erkrankte Pflanzen fallen bei Frühbefall noch vor dem Winter aus. In der Regel muss der Pilz aber aus dem befallenen Blatt über den Blattstiel bis zum Wurzelhals wachsen. Weil die älteren Blätter aber oft schneller absterben als der Pilz wächst, korreliert ein Blattbefall nicht immer mit dem Befall am Wurzelhals.

Mit einem stärkeren Endbefall müssen Sie rechnen, wenn nach früher Infektion die Witterung im Oktober oder später im November noch warm und feucht bleibt (Nachttemperaturen über 10°C). Dann empfiehlt sich eine Behandlung. Auch bei früher Infektion sind Fungizideinsätze ab dem 6-Blattstadium immer am effektivsten.

Fungizideinsatz nur bei Infektionswitterung

Ob Phoma im Frühjahr wirklich zum Problem wird, lässt sich zum Behandlungstermin im Herbst noch nicht einschätzen. Denn die Frühjahrswitterung beeinflusst die weitere Entwicklung der Krankheit erheblich. Ist es trocken, kann es z.B. sein, dass sich ein Befall am Wurzelhals nur wenig ausprägt und kaum Ertragsverluste auftreten. Somit dient ein Fungizideinsatz im Herbst eher einer Versicherung und sollte deshalb nur bei Infektionswitterung erfolgen.

Gegen Phoma im Herbst wirken Tilmor, Ampera, Efilor und Toprex am besten. Sie besitzen gleichzeitig eine wachstumsregulierende Wirkung (Übersicht 2). Geht es z.B. in Spätsaaten nur um Phoma, kann man preiswert mit Amistar Gold arbeiten. Falls allerdings eine sehr starke Wachstumsregulierung mit gleichzeitig bester Phomawirkung gefordert ist, eignen sich in erster Linie Carax + Tilmor oder Toprex, eingesetzt zum 6-Blattstadium.

Das preiswerte Tebuconazol hat keine besonderen Stärken, wird aber oft zur Gewissensberuhigung verwendet. Verzichten Sie in wenig kritischen Situationen (Phoma ohne Bedeutung, Raps neigt nicht zum Überwachsen) besser gänzlich auf die Behandlung. Nur wenn sich nach einem trockenen August und September ausgesprochen feuchte Witterung im Spätherbst einstellt und Phoma erst um Ende Oktober mit Erstbefall auftritt, könnte eine Behandlung mit 0,5 l/ha Tebuconazol sinnvoll sein.

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Gerste: Stark auch ohne Herbstdüngung?

von Lüder Cordes, LWK Niedersachsen

Wintergerste sollte im Herbst eine ausreichende Anzahl gut entwickelter Triebe ausbilden. Im Mittel ist von einem Bestockungsfaktor um 2,5 auszugehen, wobei dieser in einem sehr weiten Bereich schwanken kann. Um diesen Faktor zu realisieren, sollte die Gerste im Herbst etwa drei bis fünf Triebe angelegt haben. Mit der Bestockung bilden sich an diesen Trieben die Kronenwurzeln. Eine intensive Bestockung trägt also auch zu einer intensiven Durchwurzelung bei. Dennoch ist eine zu starke Bestockung ebenfalls nicht erstrebenswert. Denn legen die Triebe wieder Seitentriebe zweiter Ordnung an, verschlechtert sich das Spross/Wurzelverhältnis.

Saattermin muss passen

Bereits in der frühen Bestockungsphase beginnt die Anlage der Ähren in den jeweiligen Trieben. Für die spät angelegten Triebe, besonders wenn die Pflanze diese erst im Frühjahr bildet, ist die Phase der Ährenanlage entsprechend begrenzt. In der Folge entstehen an den späteren Seitentrieben oft sehr kurze Ähren mit geringem Ertragspotenzial. Diese Zusammenhänge verdeutlichen, dass das regional optimale Saatzeitfenster relativ eng ist. Extreme Früh- aber auch Spätsaaten gilt es zu vermeiden. Auch sollte in der Phase der Ährenanlage kein starker N-Mangel auftreten. Die Folge wäre eine verminderte Bestockung sowie eine nicht optimalen Anlage der Ähren.

Das zeigt: Den Saattermin deutlich vorzuverlegen, um auch bei knapper N-Versorgung mit Sicherheit eine ausreichende Anzahl kräftiger Triebe zu erhalten, birgt die Gefahr, dass das Ertragspotenzial des Bestandes durch N-Mangel im Herbst und damit nicht optimal ausgebildeten Ährenanlagen begrenzt wird.

Ertragsstark auch ohne Herbstdüngung

Um dennoch ohne eine Herbst-N-Düngung auszukommen, gilt es, die genannten pflanzenbaulichen Möglichkeiten zu nutzen, um optimale Startbedingungen zu schaffen. Besonders eine intensive Bodenbearbeitung und wo es passt eine Pflugfurche fördern die Entwicklung. Gerste reagiert auf nicht optimal eingearbeitetes Stroh und verdichteten Boden besonders empfindlich. Dies über eine N-Düngung zu kompensieren, sollte man vermeiden.

Da die Sperrfrist ab dem 1. Oktober beginnt, lässt sich die Entwicklung der Pflanzen nicht abwarten, um die Düngebedürftigkeit abzuschätzen. Die Erfahrungen und die Versuchsergebnisse der LWK Niedersachsen belegen aber, dass unter Beachtung der Ansprüche der Wintergerste an Strohmanagement, Bodenbearbeitung und Saatzeiten eine N-Düngung im Herbst verzichtbar ist.

Zeichnet sich ab, dass die Gerste im Herbst es nicht schaffen wird zwei bis drei Triebe anzulegen, kann eine N-Düngung in Frage kommen. Das ist der Fall, wenn folgende Faktoren mehr oder weniger gemeinsam auftreten u.a.:

  • schlechte Strohverteilung,
  • unzureichende Stroheinarbeitung,
  • pfluglose Bestellung,
  • übermäßige Nässe,
  • grobklutige Bodenstruktur und Verdichtungen.

Jedoch ist zu bedenken, dass diese schlechten Gegebenheiten die Gerste auch im Frühjahr belasten werden. Es kann daher sinnvoll sein, unter diesen Bedingungen ebenfalls auf eine Herbstdüngung zu verzichten, um nicht die N-Düngung im Frühjahr entsprechend einschränken zu müssen.

Die Vorgaben der aktuellen DüV zwingen demnach dazu, für die Kulturen optimale Voraussetzungen zu schaffen. Dazu zählt auch, eine mögliche Unterversorgung mit anderen Nährstoffen zu erkennen und auszugleichen.

Limitierender Faktor Mangan

Besonders auf Standorten mit relativ hohem pH-Wert (je nach Bodenart und Humusgehalt über pH 5,6 bis 6,2) kann in der Wintergerste Manganmangel auftreten. Auch wenn akuter Mangel oft erst im Frühjahr sichtbar wird, lässt er sich durch eine Blattdüngung im Herbst vorbeugen. Leichte und humose Böden sind grundsätzlich stärker gefährdet. Auch eine unzureichende Rückverfestigung und Trockenheit fördern Manganmangel.

Die Blätter betroffener Pflanzen erscheinen blass- bis gelbgrün, auf mittleren und jüngeren Blättern entstehen zwischen den Adern grau-grüne bis grau-gelbe Streifen. Die Winterfestigkeit wird deutlich vermindert, stark betroffene Pflanzen sterben ab.

Ab dem 3- bis 4-Blattstadium kann eine Blattdüngung sinnvoll sein. Bewährt haben sich z.B. 3,0 kg/ha Mangansulfat oder ca. 1,5 l/ha eines flüssigen Mangan-haltigen Blattdüngers (z.B. 150 g/l Mangannitrat). Gerade bei etwas schwächerer Pflanzenentwicklung hat sich der Zusatz von 5,0 kg/ha Bittersalz bewährt.

Magnesium und Schwefel im Blick

Besonders auf leichteren Böden kann ein absoluter Magnesiummangel das Wachstum begrenzen. Die Pflanzen reagieren in diesem Fall mit perlschnurartigen Aufhellungen an älteren Blättern, Streifenchlorosen und Marmorierungen. Kurzfristig lässt sich der Schaden durch eine Blattdüngung mit Mg-haltigen Düngern (z.B. Bittersalz 7,5 bis 10 kg/ha) eingrenzen. Liegt die Ursache der Magnesiummangelsymptome in einem zu niedrigen pH-Wert, kann eine Kopfkalkung Abhilfe schaffen.

Ist zu erwarten, dass z.B. infolge stärkerer Niederschläge die Schwefelversorgung knapp ist, kann auch hier Bittersalz die Entwicklung der Pflanzen fördern. Eine Blattdüngung mit ca. 5,0 bis 7,5 kg/ha kann bei knapper S- und N-Versorgung die Ernährung der Pflanzen verbessern.

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Gerste: Läuse und Zikaden tragen gefährliche Last

Katharina Drechsler, LWK Niedersachsen

Jedes Jahr stellt sich die Frage, ob eine Insektizidbehandlung notwendig ist, um Virusvektoren zu bekämpfen. Generell können Virusinfektionen zu massiven Pflanzenausfällen führen, welche erhebliche Ertragseinbußen nach sich ziehen. Daher ist es unerlässlich, vorbeugende ackerbauliche Maßnahmen zu ergreifen und die Neusaaten auf Virusvektoren zu kontrollieren. Im Frühjahr 2020 zeigte sich nach einem milden Winter z.B. in vielen Beständen ein Befall mit dem Gelbverzwergungsvirus.

Vor allem Blattläuse können als Virusüberträger schwere Schäden verursachen. Einfliegende Blattläuse infizieren erste Einzelpflanzen. An diesen Pflanzen infizieren sich die Nachkommen, welche dann das Virus im Bestand verbreiten. Es entstehen die typischen „Virusnester“.

Zwei bedeutende Virusarten

Bei milder Herbstwitterung ist die Gerstensaat durch Infektionen mit dem Gelbverzwergungsvirus (BYDV) gefährdet. Verschiedene Blattlausarten wie z.B. die Große Getreideblattlaus, die Bleiche Getreideblattlaus oder die Haferblattlaus übertragen das Virus. Sie können auch Weizen, Hafer, Roggen und Triticale infizieren. Darüber hinaus besiedeln sie Mais und Schadgräser wie Acker-fuchsschwanz oder Quecke.

Zusätzlich spielt das Weizen-Verzwergungsvirus (WDV) eine wichtige Rolle. Zwergzikaden übertragen es hauptsächlich auf Weizen und Gerste. Hier erfolgt die Erstinfektion und auch die weitere Verbreitung im Bestand durch einfliegende Tiere.

Aber auch deren Larven sind sehr effiziente Überträger. Jedoch ist der Bekämpfungserfolg durch die stark ausgeprägte Mobilität der Tiere, einer langen Flugphase und der fehlenden Dauerwirkung der Insektizide reine Glückssache.

So schützen Sie ihr Getreide

Das Risiko eines Virusbefalls hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Der größte Hebel ist der Saattermin. Je später die Saat, desto geringer ist die Gefahr eines Virusbefalls.



  • Vermeiden Sie die Grüne Brücke. Virusinfiziertes Ausfallgetreide stellt eine kontinuierliche Infektionsquelle für die Neusaaten dar.



  • Die Witterung und Entwicklung der Populationsdichte haben einen maßgeblichen Einfluss. Je milder Herbst und Winter, desto höher ist die Vermehrungsleistung und Aktivität der Blattläuse.

Eine intensive Kontrolle der Getreidebestände auf Blattläuse sollte ab dem 2- bis 3-Blattstadium erfolgen. Achten Sie insbesondere auf Bestände, die sich in der Nähe von Virusquellen (Saumbiotope, Zwischenfruchtmischungen mit Rauhafer, Ausfallgetreide und spät geerntete ehemalige Maisflächen) befinden.

Besonders in den Mittagsstunden und bei sonnigem Wetter lassen sich die Tiere an den Getreideblättern gut erkennen. Sind mehr als 10% der Pflanzen mit Blattläusen befallen, sollte Sie diese bekämpfen. Hierfür sind im Herbst verschiedene Insektizide aus der Wirkstoffklasse der Pyrethroide verfügbar. Allerdings sollte die Insektizidbehandlung erst ab dem 3-Blattstadium erfolgen, um die Dauerwirkung der Maßnahme sicherzustellen. Nur bei frühem, sehr starkem Zuflug weit über der Bekämpfungsschwelle ist eine Behandlung vor dem 2-Blattstadium ratsam.

In der Züchtung ist die Toleranz oder Resistenz gegen Viren ein wichtiges Ziel. Mit den ersten, gegen Gerstengelbverzwergungsvirus resistenten Sorten Paradies und Sensation sowie der toleranten Sorte Contra, gibt es eine kleine Auswahl an Wintergersten, bei denen eine Insektizidbehandlung nicht notwendig ist. Ein beachtlicher Fortschritt, der sich hoffentlich bald auch in den anderen Getreidearten realisieren lässt.

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