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topplus Demoversuch

Tröpfchen statt Kanone

Wie viel Wasser lässt sich mit Tropfrohren sparen? Und bringt es was, die Kartoffeln über diese Rohre auch zu düngen? Ein Demo-Versuch aus Niedersachsen soll dies klären.

Lesezeit: 4 Minuten

Vor allem nach der trocken-heißen Sommerwitterung und wegen der zunehmenden Extremwetterlagen stellt sich die Frage, wie man die Kartoffeln effizienter beregnen kann. Eine Strategie könnte sein, das Zusatzwasser mithilfe von Tropfrohren, die in den Kartoffeldämmen liegen, direkt an die Wurzeln zu bringen. Zeitgleich könnte man darüber düngen.

Vierreihig in die Erde

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Um die Effekte zu prüfen, fand auf einer Kartoffelfläche im niedersächsischen Uelzen in diesem Jahr ein Demo-Versuch statt. Darin wurden die Systeme „Tropfrohre“ und „Überkopfbewässerung mit mobilen Beregnungskanonen“ verglichen.

Organisiert haben diesen Versuch der Fachverband Feldberegnung e.V. und die LWK Niedersachsen zusammen mit der Bewässerungsfirma Netafim, dem Düngemittelvertriebler ICL und dem Unternehmen Uwe Körner Beregnungsanlagen (Aufbau siehe Übersicht).

Vor dem Pflanzen erfolgte in beiden Varianten eine breitflächige Düngergabe von 500 kg/ha Granukal S und 10 m³/ha Gärsubstrat. Die noch fehlende Menge in der Variante „Tropfrohre“ wurde im Laufe der Vegetation über das Tropfrohrsystem gegeben. Auf den beiden äußeren Teilstücken mit den herkömmlichen Beregnungskanonen wurden zusätzlich 400 kg/ha NPK als Unterfußdüngung und 150 kg/ha N über AHL gedüngt.

Auf dem mittleren Teilstück kamen Ende April – nach dem Pflanzen der Kartoffeln – die Tropfrohre mit einer vierreihigen Spezialmaschine in die Erde (siehe top agrar 6/2018, ab Seite 54). Ein Rohr pro Damm, je 2 cm tief in die Dammkrone. Die verlegten Tropfrohre lassen sich wiederverwenden und sind druckkompensierend. Das heißt, dass im Arbeitsbereich von 0,25 bis 2,5 bar eine einheitliche Wassermenge fließt – jede Pflanze bekommt demnach die gleiche Wasser- und Düngermenge. Alle 30 cm befindet sich ein Tropfloch.

Von einer Kopfstation aus (siehe Übersicht) fließt das Wasser-Dünger-Gemisch in die Rohre. Den gelösten Mehrnährstoffdünger dosiert die Station selbst. Ein Filter verhindert, dass sich die Tropfrohre und -löcher zusetzen. Da der Flachschlauch kreuzgewebt ist, kann man ihn im ungefüllten Zustand ruhig überfahren. Insgesamt ist es möglich, mit einer Kopfstation bis zu 25 ha Kartoffeln zu versorgen.

Wasser in Höhe der Verdunstung

Hier nun die ersten Ergebnisse, die wegen der Trockenheit besonders spannend sind (nur 36 mm Niederschlag während der Vegetation): Eine Überkopfbewässerung war von Ende Mai bis Anfang August nötig (neun Beregnungsgänge). Das verbrauchte insgesamt 269 mm Wasser. Die Tropfbewässerung startete Mitte Mai mit einer Gabe pro Woche. Ab Anfang Juni gab es alle zwei Tage Wasser und Dünger bis Mitte August. Notwendig waren hierfür 247 mm Wasser.

Vor allem für das Tropfsystem war der Versuch auch ein Härtetest. Denn mit rund 6 mg Eisen/l Wasser ist die Grenze des Erlaubten eigentlich schon überschritten. Trotzdem funktionierte die Technik einwandfrei. Um das festzustellen, wurden 26 Tropfstellen stichprobenartig gemessen: Alles in Ordnung – jedes Loch erreichte die geforderten 0,6 l Wasser/Stunde.

Dreireihig aus der Erde

Mit einer speziell dafür entwickelten dreireihigen Bergemaschine lassen sich die Tropf-rohre vor dem Kartoffelroden wieder aus den Dämmen heben. Das zapfwellenangetriebene Gerät wickelt sie auf kleine Trommeln auf. Im nächsten Jahr können die Rohre wieder zum Einsatz kommen. Weil es sich um einen einjährigen Demoversuch handelt, sind die Ergebnisse statistisch nicht absicherbar. Allerdings ließ sich beobachten, dass der Schorfbefall in der Tropfvariante deutlich geringer war. Der Ertrag unterschied sich hingegen kaum. Weitere Untersuchungen hinsichtlich Ertrag, Qualität und Wirtschaftlichkeit sollen folgen. top agrar wird dann berichten.

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Tropfrohre und mobile Beregnung im Vergleich

Der Versuch wurde auf einer 12 ha großen Fläche (Sandboden, 460 m lange Kartoffeldämme) in der Sorte Belana durchgeführt. Mittig im Schlag lagen die Tropfrohre auf einer Breite von 72 m. Rechts und links davon kam die Überkopfbewässerung mit mobilen Beregnungsanlagen zum Einsatz.

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