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Gewitter-Superzellen

Unwetterschäden: Vereinigte Hagel korrigiert betroffene Fläche auf 66.000 ha

Die Unweltter-Superzellen vergangene Woche haben doppelt so große Schäden angerichtet wie zunächst erwartet. Auch die Fläche hat sich mehr als verdoppelt. Und heute Abend kommen neue Unwetter.

Lesezeit: 3 Minuten

Vergangene Woche hatte die Vereinigte Hagel noch von 30.000 ha geschädigter Fläche gesprochen. Nun hat sich dieser Wert innerhalb weniger Tage mehr als verdoppelt.

Gut 66.000 ha wurden vom 18. bis 25. Juni zur Regulierung angemeldet. Hintergrund sind so genannte Superzellen, die von Frankreich kommend über Baden-Württemberg und Bayern bis nach Österreich und Tschechien Hagelschneisen auf einer Länge von mehreren hundert Kilometern verursachten.

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Örtlicher Starkregen mit enormen Regenmengen aus sog. „Wasserbomben“ und Hagelschlossen in der Größe von Tennisbällen führten zu Schäden an nahezu allen Kulturen, oftmals mit Totalschäden. Am 22. und erneut am 24. Juni reichte das Schadengebiet vom Starnberger See über München bis nach Passau.

In Baden-Württemberg waren am 21. Juni die Region Neckar-Alb und nur zwei Tage später der Streifen von Freiburg über Reutlingen bis nach Esslingen am heftigsten getroffen. Ein lokales intensives Schadengebiet erstreckt sich an der Nordsee-Küste im Dreieck Groningen-Norden-Aurich sowohl auf der niederländischen als auch auf der deutschen Seite der Grenze. Darüber hinaus waren im Ausland vor allem die Poldergebiete am Ijsselmeer sowie das Baltikum betroffen.

Nach den ersten Besichtigungen rechnet die Vereinigte Hagel nun mit einem Schaden von etwa 20 bis 23 Mio. €, eine Verdopplung im Vergleich zum Anfang der letzten Woche.

ACHTUNG: Der DWD prognostiziert bereits ab dem Abend des heutigen Montags sowie am morgigen Dienstag die nächste Schwergewitterlage im Süden und Südwesten Deutschlands.

Superzellen dafür verantwortlich

Hintergrund der nun erheblich höheren Schadenzahlen sind sog. Superzellen, die durch ihre Rotation und Langlebigkeit ein weitaus höheres Schadenpotenzial haben als gewöhnliche Gewitter. Ihr wichtigstes Merkmal ist die sogenannte "Mesozyklone", ein mächtiger rotierender Aufwindbereich (Updraft).

Er erzeugt am Boden einen Unterdruck, sodass wie bei einem Staubsauger beständig die warme und energiegeladene Luft am Boden ansaugt werden und bis an den Oberrand der Troposphäre (über 10 km Höhe) gelangen kann, erklärt der Deutsche Wetterdienst. Dort wird die Warmluft angesaugt und auch die Gefahr von möglichen Tornados ist dort gegeben. Anschließend kommt es im Bereich der absinkenden Kaltluft nicht selten zu extremen Fallböen bis in den Orkanbereich.

Superzellen entwickeln mit der Zeit eine Eigendynamik, die verhindert, dass die (als Aus-gleich zur aufsteigenden Warmluft) absinkende Kaltluft in den Warmluftbereich eindringt. So wird die Mesozyklone über mehrere Stunden hinweg mit Warmluft gefüttert. Durch die Langlebigkeit und die massive Power des rotierenden Updrafts können Hagelkörner mehrfach in die Höhe geschleudert werden und zu großen Hagelbrocken heranwachsen.

Von Montag bis Donnerstag waren im Süden Deutschlands die Bedingungen für diese rotierenden Monster ideal. In der unteren Atmosphäre lagerte eine warme und feuchte Luftmasse, sozusagen der Sprit für den Motor der rotierenden Mesozyklone. Zudem kam der Wind in Bodennähe aus östlicher bis nordöstlicher Richtung (was das Ansaugen begünstigte), drehte bis in eine Höhe von etwa 5 km um nahezu 180° auf Südwest und nahm dabei deutlich zu. Kurz gesagt, es war ausreichend Richtungs- und Geschwindigkeitsscherung vorhanden. Dies ist Grundvoraussetzung für die Entstehung der Rotation im Aufwindbereich und trägt dazu bei, dass die absinkende Kaltluft nicht vor die Gewitterzelle gelangt, informiert dazu der Deutsche Wetterdienst.

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