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Was darf Rindermist kosten?

Bringen Sie Rindemist statt Mineraldünger aus, können Sie Kosten sparen. Unser Experte rechnet nach, was Rindermist kosten kann.

Lesezeit: 3 Minuten

Frage:

Ich habe von meinem Nachbarn das Angebot erhalten, ihm seinen Rindermist ab Mistplatte abzukaufen. Wie können wir den Mist nun für beide Seiten fair verrechnen?

Antwort:

Der Einsatz von Wirtschaftsdünger ist nicht erst vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Mineraldüngerpreise eine willkommene Alternative, um Aufwendungen im Pflanzenbau gering zu halten. Dabei sollte im Rahmen der Kreislaufwirtschaft der Verwertung im eigenen Betrieb Vorrang eingeräumt werden. Wird der Wirtschaftsdünger überbetrieblich eingesetzt, stellt sich die Frage nach dem gerechten Preis für Abgeber und Aufnehmer gleichermaßen.

Es ist sinnvoll, die Preisfindung an den Alternativkosten für Mineraldünger auszurichten. Leider liegen keine genauen Angaben zur Herkunft und Beschaffenheit des Mistes vor, so dass wir hilfsweise von abgelagertem Mist aus Rinderhaltung mit einem Trockensubstanzgehalt in Höhe von 23% ausgehen. Hier eine kleine Berechnung:
    

  • Beim Stickstoff (N) kalkulieren wir mit 2,0 kg pflanzenverfügbarem N und einem Preis von 1,11 €/kg, so dass sich ein Wert für N in Höhe von 2,22 €/t Mist ergibt.

  • Beim Phosphat (P2O5) setzen wir 2,9 kg/t und einen Preis von 1,32 €/kg an, so dass sich ein Wert von 3,83 €/t Mist errechnet.

  • Für Kali (K2O) setzen wir 9,6 kg/t und einen Preis von 0,85 €/kg an, so dass sich hier ein Wert von 8,16 €/t Mist ergibt.

  • Analog dazu gehen wir bei Magnesium (MgO) von einem Gehalt von 1,7 kg/t und einem Preis von 0,20 €/kg aus, so dass sich hier 0,34 €/t Mist ergeben.

  • Unter diesen Annahmen errechnet sich bei der Addition der Nährstoffwerte eine Gesamtsumme von ca. 14,50 €/t Mist.

 Transportkosten berücksichtigen

Wenn Sie den Rindermist „frei Platte“ angeboten bekommen, müssen Sie vom Nährstoffwert die gegenüber der Mineraldüngung höheren Transport- und Ausbringungskosten abziehen. Diese können je nach Maschineneinsatz, Gabe und Transportweg zwischen 7 und 10 €/t ausmachen und somit den Wert des Rindermistes nahezu halbieren. Weitere Einflussgrößen wie Humuswirkung, Bodenverdichtung, Futterhygiene oder Ausbringungszeitfenster sind hier unberücksichtigt geblieben.

Individuell berechnen

Die angenommenen Werte können von Ihrer individuellen Situation abweichen. So ist davon auszugehen, dass die angesetzten Mineraldüngerpreise regional unterschiedlich ausfallen oder durch den Zeitpunkt des Einkaufs oder den Abschluss von Kontrakten beeinflusst werden können. Ebenso hat die Viehbesatzdichte und die Anzahl von Biogasanlagen vor Ort erheblichen Einfluss auf das Angebot und die Nachfrage nach Wirtschaftsdünger. Sie sollten die hier getätigten Annahmen daher an Ihre individuelle Situation anpassen.

Unser Experte: Josef Assheuer, Referent für Rindviehhaltung und Futterbau, LWK NRW

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