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topplus Zwischenfrucht nicht vergessen

Was Zwischenfrüchte über den Bodenzustand verraten

Als Übergang zwischen Hauptkulturen bekommen Zwischenfrüchte oft wenig Aufmerksamkeit. Doch sie können viel über den Flächenzustand verraten.

Lesezeit: 4 Minuten

Dieser Artikel erschien zuerst im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben.

Im Sommer ist die Pflanzen­mischung in den Boden gekommen, im Frühjahr folgen Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln. Dazwischen schenken viele Landwirte diesen Flächen kaum Beachtung – dabei stehen ihre Zwischenfrüchte nicht selten für rund acht Monate auf dem Acker. Und weil hier mehrere Kul­turen in Mischung stehen, verraten sie mit einem Blick häufig schon viel mehr über den Bodenzustand als die Hauptkulturen.

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Lücken, Spuren, Flecken

Häufig lassen sich von der Straße aus schon Dinge erkennen, die leicht zu erklären sind: Alle 21m zwei Spuren?

Kein Problem – auch in den Zuckerrüben soll hier wieder die Fahrgasse sein. Unten in der Senke steht fast nichts? ­Logisch, da ist der Boden nach der Saat verschlämmt.

Doch nimmt man sich mit einem Spaziergang durch den Bestand oder einem Überflug mit der Drohne etwas mehr Zeit, wirft das häufig neue Fragen auf: Warum steht an einer Stelle fast nur ­Öllein? Warum wachsen auf einem anderen Fleck keine der gesäten Leguminosen? Und warum können wir Spuren erkennen, die nicht zu den Fahrgassen passen?

Wenn die Herbst­bestellung geschafft ist, finden sich in der Regel Zeitfenster, in denen Bewirtschafter die auffälligen Stellen einmal genauer betrachten und auch einen Blick in den Boden werfen sollten.

Tests für Jedermann

Mit einer Bodensonde – wahlweise auch einer einfachen Eisenstange –, einem Spaten und beispielsweise einem pH-Schnelltest im Gepäck sind viele Fragen schnell beantwortet. So können Landwirte Unstimmigkeiten gegebenenfalls sogar noch vor der Aussaat der kommenden Hauptkultur beheben.

Zudem können sie wertvolle Rückschlüsse auf Bewirtschaftungsfehler – auch beim Bestellen der Zwischenfrucht – ziehen und diese in der Zukunft vermeiden.

Hat man eine auffällige Stelle entdeckt, sollte man nach dem Pflanzenbestand die Bodenoberfläche begutachten: Sind Makroporen, stabile Aggregate und Regenwurmkot zu sehen, oder ist der Boden verschlämmt?

Eine Bodensonde sollte sich ohne nennenswerten Kraftaufwand in den Boden drücken lassen. Je öfter man sie einsetzt, desto besser kann man Unterschiede und Auffälligkeiten bewerten.

Die Arbeit mit dem Spaten ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, verrät aber sehr viel über den Boden: Können die Wurzeln den Boden gleichmäßig durchwurzeln oder gibt es wurzelleere Zonen und geknickte Wurzeln? Riecht der Boden karottenartig oder stinkt er? Lassen sich Regenwurmgänge finden? Wie weit haben die Bodenorganismen die Erntereste der Vorfrüchte abgebaut?

Auch das Bild des fallen gelassenen Spatenaushubs sagt viel aus, denn dabei zerfällt der Boden in sein Gefüge. Dieses sollte locker zusammenhängen und bei Druck leicht zerfallen. Ist das nicht der Fall, lohnt sich häufig ein pH-Schnelltest. Denn auch wenn die letzte Bodenprobe einen passenden pH-Wert zeigte: Mischproben geben nur den Durchschnitt der ganzen Fläche wieder. Zudem versauern Böden in der Regel von der Oberfläche aus, sodass die Krume häufig saurer ist als das Mittel des Bearbeitungshorizontes.

Ein Hand­buch mit ausführlichen Tipps zum Erkennen und Beurteilen der Bodenstruktur auf Ihrem Gang durch die Zwischenfrucht finden Sie hier.

Was uns die Pflanzen verraten



Mit aufwendigen und teuren Boden­analysen lassen sich viele Probleme auf dem Acker erklären. Eine vielfältige Zwischenfrucht gibt viele Hinweise auf Problemstellen aber schon auf den ersten Blick.

Allgemeine Aussagen lassen sich kaum treffen, dazu unterscheiden sich Zwischenfrüchte zu sehr in der Zusammensetzung der Pflanzenarten, dem Mischungsverhältnis und der Aussaattiefe. Letztere hat gerade bei einer Mischung von Oberflächenkeimern und großkörnigen Leguminosen einen großen Einfluss auf die ­spätere Pflanzenmischung im Bestand. Relativ sichere Aussagen lassen sich aber zum Beispiel in folgenden Fällen treffen:



Teilstellen, auf denen fast nur ­Öllein wächst, gelten als Hinweis auf eine verdichtete Bodenschicht. Im Vergleich zu anderen Pflanzen kann Öllein sich mit seiner Pfahlwurzel gut durch diese Schicht „bohren“.



Immer wieder sind Teilflächen zu sehen, auf denen der Bestand von beispielsweise Senf, Phacelia oder Ramtillkraut sehr üppig ist, während im Vergleich zum Rest der ­Fläche kaum Leguminosen zu finden sind. Hier kann man von einem Stickstoffüberschuss ausgehen und in der Folgekultur reagieren.

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