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topplus Pflanzenschutzempfehlungen

Mais und Rüben: Unkräuter managen

17. Mai 2023: Unkrautbekämpfung in Mais und Rüben | Abschlussbehandlung im Getreide | Erste Krautfäule in Kartoffeln

Lesezeit: 14 Minuten

In Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW.

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Aktuelle Situation

Bis Christi Himmelfahrt am Donnerstag gehen die Temperaturen zurück – heute werden nur noch maximal 15 °C erreicht. In der Nacht zu Donnerstag besteht zudem Gefahr durch Bodenfrost. Im Süden Bayerns und Baden-Württembergs soll es am Mittwoch weiter Dauerregen geben. In den anderen Landesteilen sind anfangs noch Schauer angesagt; anschließend bleibt es meist trocken. Ab Donnerstag wird es zunehmend wärmer und sonniger. Einzelne Schauer und regional auch Gewitter sind nicht ausgeschlossen, v. a. im Süden und Südwesten.

Unkrautbekämpfung im Mais - Wetter nutzen

Die am weitesten entwickelten Maisbestände haben vier Blätter ausgebildet. Nutzen Sie die Witterung, um Maßnahmen gegen Unkräuter zu fahren. Vermeiden Sie dabei möglichst Bleaching-Symptome.

Denn wo der Mais gelegt ist und die Böden nicht durch Starkniederschläge zugeschlagen sind, bestehen grundsätzlich günstige Bedingungen für die chemische Unkrautkontrolle. Somit empfiehlt sich auf Standorten mit starkem Unkrautdruck eine erste Maßnahme im Vor- oder frühen Nachauflauf. Behandeln Sie kleine Unkräuter, können Sie deutlich reduzierte Aufwandmengen nutzen. Möglich sind z. B. folgende Kombinationen:

Mit Terbuthylazin (TBZ): Dort wo TBZ-haltige Produkte, wie z. B. Spectrum Gold, erlaubt sind, bieten sich u. a. Kombinationen aus 1,25 l/ha Spectrum Gold + 0,5 l/ha Callisto/Daneva an. TBZ-haltige Mittel dürfen auf Flächen zum Einsatz kommen, auf denen 2021 und 2022 kein TBZ-haltiges Präparat appliziert wurde.

Ohne TBZ: Ist TBZ nicht erlaubt, bieten sich Anwendungen mit 0,25 l/ha Adengo an oder – mit besserer Hirsewirkung – eine Kombinationen aus 0,25 l/ha Adengo + 0,7 l/ha Spectrum. Applizieren Sie diese Maßnahme bis maximal zum 3. Laubblattstadium des Maises.

Bei Herbizidmaßnahmen gilt es, blattaufhellende Bleachingsymptome zu vermeiden. Achten Sie dazu an Tagen ohne Wolkenbedeckung auf eine ausreichende Wachsschicht der Pflanzen. Sind die Blätter des Maises an strahlungsreichen Tagen z. B. über Tau noch feucht bzw. weich (geringe Wachsschicht), empfiehlt es sich die Behandlungen in die späten Nachmittagsstunde zu verlegen. Andernfalls nehmen die Maispflanzen zu viel Wirkstoff auf; durch das zusätzlich schnelle Wachstum kommt es zum Bleaching. Wichtig ist dies in erster Linie für Produkte mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Triketone (u. a. Callisto, Daneva, … Calaris, Adengo und Zingis).

Produkte wie Maister power führen hingegen nicht zu den klassischen Bleachingsymptomen. Das Prinzip einer zu starken Einwirkung auf die Kulturpflanzen ist aber dasselbe. Besteht nicht die Möglichkeit, in den späten Nachmittag auszuweichen, sollten Sie die Aufwandmengen der Blattherbizide anpassen, also um ca. 30 % reduzieren.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Wintergetreide: Blätter abschließend schützen

Septoria, Rynchosporium oder Fusarien können eine Maßnahme in den verschiedenen Wintergetreiden notwendig machen. Entscheiden Sie jetzt über eine abschließende fungizide Blatt- oder Blütenbehandlung.

Winterweizen

Früher Weizen hat das Fahnenblatt vollständig entfaltet und geht ins Ährenschwellen über. Erste Bestände in sehr frühen Lagen (Rhein-Neckar, mittlerer Oberrhein, Bonn/ Rhein-Sieg-Kreis) haben in der ersten Maiwoche begonnen, die Ähren zu schieben.

Noch verlaufen die Rostkrankheiten nicht epidemisch. Gelbrost breitet sich jedoch zunehmend in zahlreichen Weizenbeständen aus. Braunrost tritt bisher nur vereinzelt auf, oft fehlen noch die Temperaturen. Kontrollieren Sie die Bestände dennoch regelmäßig. Teils ist auch weiterhin Mehltau zu finden (u. a. in den Sorten Chevignon und Campesino). Um erste Gelbrostinfektionen zu bekämpfen, mit gleichzeitiger Wirkung gegen Mehltau, empfehlen sich z. B. 1,0 l/ha Input Classic (wirkt ebenfalls gegen Halmbruch).

Septoria tritici kann hingegen epidemischen Verlauf annehmen, besonders in Beständen mit einer ersten Infektionswelle im April sowie mit viel Ausgangsbefall. Regional lagen optimale Infektionsbedingungen vor, durch die starken Regenereignisse in der zweiten Maiwoche mit Niederschlägen von bis zu 90 l/m² (Westen Deutschlands) und einer Blattnässe von bis zu 48 Stunden. Frühsaaten sowie Bestände mit Aussaat bis Mitte Oktober zeigen oft mehr Befall. Wichtig ist, die Bestände zu kontrollieren und die oberen, ertragsbestimmenden Blattetagen möglichst befallsfrei zu halten. Folgende Strategien sind möglich:

  1. Eine abschließende Blattbehandlung kann ab EC 39 erfolgen. Ist keine Blütenbehandlung gegen Fusarium geplant, sind höher angegebene Aufwandmengen zu wählen und der Fungizideinsatz abzuschließen. Hier empfiehlt sich der Einsatz eines Carboxamids, z. B. 1,0 bis 0,5 l/ha Ascra Xpro oder 1,5 bis 2,0 l/ha Univoq (erst ab EC 41) oder 0,8 bis 1,0 l/ha Elatus Era + 1,5 l/ha Folpan oder 1,2 bis 1,5 l/ha Revytrex + 0,5 l/ha Comet oder der Avastel Pack (Pioli + Abran) (80 bis 100 % der Aufwandmenge) + 1,5 l/ha Folpan.

    Folpan wirkt nur vorbeugend (vor dem Infektionsereignis). Die beste kurative (heilende) Wirkung (d. h. Infektionsereignis hat stattgefunden) besitzen die Wirkstoffe Mefentrifluconazol (Revysol), dann Prothioconazol.



  2. Wer in der Blüte gegen Fusarium behandelt, kann die unteren Aufwandmengen (80 %) der genannten Produkte nutzen. Grundsätzlich sind anfällige Sorten stärker durch Fusarium gefährdet, vor allem mit Mais als Vorfrucht und wenn nicht gepflügt wurde (Mulchsaat). Behandlungen sind jedoch nur sinnvoll, wenn zur Blüte günstige Infektionsbedingungen (ausreichend Niederschläge) herrschen – bis zu diesem Termin bleibt noch etwas Zeit.

Wichtig ist: Setzen Sie Carboxamide nur in Verbindung mit einem anderen Wirkstoff ein, um Resistenzen zu vermeiden. Die genannten Produkte erfüllen dies, bei alternativen Produkten ist auf eine Wirkstoffkombination zu achten. Die Intensität der Behandlung sollte dabei von der Sorte, Standort und dem Krankheitsdruck abhängig gemacht werden. Verwenden Sie Carboxamide und Strobilurine nur einmalig in Ihrer Fungizidstrategie (z. B. erst Balaya, dann Ascra Xpro und umgekehrt). Wechseln Sie auch die Azole: Wer z. B. mit einem Prothioconazol-haltigen Produkt vorlegt (z. B. Input Classic/Triple, Proline etc.), sollte in der zweiten Maßnahme ein anderes Azol (z. B. Mefentrifluconazol u. a. in Revytrex enthalten) einsetzen.

Wintergerste

Viele Gerstenbestände haben die Ähre über die vergangene Sonnentage fast vollständig geschoben (EC 58/59) – die Blüte steht nun kurz bevor. Während die Abschlussbehandlung in den Niederungslagen meist schon erfolgt ist, steht sie in den höheren Lagen noch an.

Achten Sie dabei auf eine gute Wirkung gegen Rhynchosporium (u. a. stärker auffällig in Midnight). Geeignet sind z. B. 1,0 l/ha Ascra Xpro oder eine Kombination aus 0,5 l/ha Proline + 0,75 l/ha Balaya. Zur Verbesserung der Wirkung gegen Ramularia bietet sich die Zumischung von 1,5 l/ha Folpan 500 SC an. Auch eine Kombination aus reinem Prothioconazol (200g/ha) mit 1,5 l/ha Folpan 500 SC ist passend.

Darüber hinaus gelten die Empfehlungen der vergangenen Woche.

Wintertriticale

Die meisten Triticalebestände befinden sich in EC 34 bis 39. In sehr frühen Beständen drücken sich die Ähren seitlich aus der Blattscheide. Ab EC 39 kann man z. B. mit einer abschließenden Wachstumsreglermaßnahme auch über eine fungizide Abschlussbehandlung entscheiden. Relevante Krankheiten sind neben Mehltau, Gelb- und Braunrost auch Rhynchosporium, Septoria nodorum und Ährenfusariosen. Auf letztere ist besonders zu beachten, wenn die Kultur pfluglos nach Mais steht. Dann ist es ratsam, den Schwerpunkt der Fungizidbehandlung in die Blüte zu legen.

Für die vorgezogene Abschlussbehandlung in Beständen mit EC 37/39 und einem Ausgangsbefall an Rost oder Mehltau bieten sich 1,25 l/ha Input Classic oder Input Triple oder auch der Avastel Pack (80 bis 100 % der Aufwandmenge) an. Für gegen Fusarium wirksame Behandlungen in der Blüte sind neben 0,25 l/ha Input Classic auch 1,0 l/ha Prosaro bzw. 150 g/ha eines Prothioconazol-Produktes + 0,75 l/ha Caramba geeignet. Auch Mischungen aus 0,8 l/ha Ascra Xpro + 0,5 l/ha Prosaro oder 0,6 l/ha Elatus Era + 0,5 l/ha Prosaro kommen infrage.

Winterroggen

Roggen steht in der Ähren oder schließt das Ährenschieben ab. Nur vereinzeltet tritt leichter Befall durch Mehltau auf. Dominanter ist nach wie vor Rhynchosporium, gut erkennbar an den markanten grau-grünlichen Wasserflecken. Zudem ist ein erster Braunrostbefall (Pusteln oft zerstreut über das Blatt) in vielen Beständen sichtbar. Passen Sie die Behandlung an den aktuellen Braunrost-Anfangsbefall an.

Aufgrund des hohen Ausgangsbefalls in diesem Jahr sollte weiterhin mindestens eine Nebenwirkung auf Rhynchosporium erzielt werden. Sehr gut gegen Braunrost und Rhynchosporium wirken z. B. 1,0 l/ha Elatus Era. Tritt Rhynchosporium nicht oder nur gering auf, kann die Wahl auch auf Produkte mit etwas geringerer Wirkung auf Rhynchosporium fallen. Hier bieten sich z. B. 0,8 bis 1,25 l/ha Priaxor + 0,75 l/ha Pronto Plus an oder alternativ 1,0 l/ha Skyway.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Getreide: Läusegefahr ab dem Ährenschieben

Vor allem in wärmeren Lagen sind in gut mit Stickstoff versorgten Wintergetreidebeständen vermehrt Blattläuse unterwegs. Wichtig ist bei einer geplanten Maßnahme, die Schadschwellen zu beachten.

Während der Blattbefall durch Läuse und die damit einhergehende Gefahr der Virusübertragung zum jetzigen Entwicklungsstadium des Wintergetreides zu vernachlässigen sind, wiegen Saugschäden ab dem Ährenschieben schwerer. Der Befall kann bei „günstigen Bedingungen“ (z. B. bei über 20 °C) noch deutlich zunehmen. Kontrollieren Sie daher Ihre Bestände zwischen Beginn Ährenschieben und Ende Blüte auf Befall.

Gegen Getreideblattläuse als Saugschädlinge gelten folgende Bekämpfungsrichtwerte:

  • Bis Ende Ährenschieben (EC 59): 20 bis 30 % befallene Ähren und/oder Fahnenblätter.
  • Anfang der Blüte bis Milchreife (EC 61 bis 75): 3 bis 5 Blattläuse/Ähre bzw. 60 bis 80 % befallener Ähren und/oder Fahnenblätter.

Verzichten Sie beim Bekämpfen möglichst auf den Einsatz von Pyrethroiden, um Resistenzen nicht zu befeuern. Mit Pirimor G und Teppeki sind Alternativen aus anderen Wirkstoffgruppen verfügbar, die in allen Getreidearten (Gerste, Weizen, Roggen, Triticale, Hafer) zugelassen sind. Beide Mittel sind zudem nützlingsschonender als Pyrethroide.

Pirimor G mit dem Wirkstoff Pirimicarb können Sie ab EC 41 mit 200 g/ha ausbringen (bei über 15 °C). Das B4-Mittel wirkt über Kontakt und über eine Dampfphase, sodass auch tief im Bestand und in der Ähre sitzende Läuse erfasst werden. Beachten Sie, dass Sie den Wirkstoff Pirimicarb auf der behandelten Fläche nur einmal innerhalb des Kalenderjahres einsetzen dürfen. Zudem gilt in den drei darauffolgenden Kalenderjahren ein Einsatzverbot auf der entsprechenden Fläche.

Teppeki (Flonicamid) können Sie von EC 39 bis 77 mit 140 g/ha (eine Anwendung pro Jahr bzw. Kultur) einsetzen. Das B2-Mittel erfasst ebenfalls versteckt sitzende Blattläuse an der Blattunterseite.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Kartoffeln: Früher Stängelbefall durch Krautfäule

Erste Kartoffelbestände sind bereits durch Krautfäule befallen oder stark gefährdet. Jetzt gilt es, sofort zu handeln.

Denn durch die ergiebigen Niederschläge und der daraus resultierenden hohen Bodenfeuchte hat sich aus latent infizierten Pflanzknollen ein früher Befall entwickelt. Es kann sein, dass die Kartoffelpflanzen schon mit Symptomen auflaufen. Fürher Stängebefall ist vor allem im Südwesten Deutschlands und im Rheinland in Nordrhein-Westfalen zu finden.

Bei Befall: Behandeln Sie befallene Bestände sofort mit Stoppspritzungen in voller Aufwandmenge. Dafür eignen sich cymoxanilhaltige Fungizide (z. B. Carial Flex, Curzate 60 WG, Cymox WG, Cymbal Flow, Plexus) + sporizide Partner. Diese sind z. B. Carneol, Frowncide, Nando 500 SC, Ohayo, Ranman Top, Shirlan, Terminus. Alternativ können Sie Reboot + Leimay, Rival Duo/Omix Duo + Carneol, Simpro oder Infinito + jeweils einen sporiziden Partner einsetzen.

Die zweite Stoppspritzung muss im Abstand von drei bis vier Tagen erfolgen. Setzen Sie dieselben Mittel wie zuvor ein. Alternativ eignen sich z. B. Banjo Forte, Presidium, Revus, Revus Top, Versilus, Voyager + jeweils ein sporizider Partner. Gegebenenfalls sollten weitere Stoppspritzungen durchgeführt werden. Größere Befallsnester sind z. B. mit Sikkativ + sporiziden Partner (gegebenenfalls halbe Aufwandmenge) zu beseitigen.

Bei Risikoflächen: Diese Kartoffeln sollten Sie sofort mit systemischen Mitteln (z. B. Zorvec Endavia, Zorvec Enicade + Gaschinko, Infinito, Rival Duo/Omix Duo/Simpro + sporiziden Partner) in vollen Aufwandmengen behandeln – auch wenn die Kartoffeln erst 10 cm groß sind. In eigenen Versuchen wurden 2021 mit Zorvec Endavia und Zorvec Enicade die besten und nachhaltigsten Ergebnisse erzielt.

In den Folgebehandlungen kann man wieder systemische Mittel einsetzen. Um Resistenzen zu vermeiden, sind die Wirkstoffe möglichst zu wechseln. Wenn die Stängelphytophthora im frühen Stadium nicht verhindert wird, ist sie später nur schwer und sehr kostenintensiv einzudämmen, auch das zeigte sich 2021.

Der Krautfäulepilz kann von der infizierten Knolle aus im Stängel direkt nach oben wachsen. Bei hoher Bodenfeuchte bzw. Staunässe sporuliert er auch auf der Oberfläche der Mutterknolle. Symptome sind ca. 10 bis 14 Tagen später sichtbar. Das Bodenwasser kann den Erreger von Pflanze zu Pflanze und von Reihe zu Reihe transportieren. Es bilden sich die typischen Krautfäulenester aus, bis hin zum großflächigen Stängel- und Wipfelbefall. Dies zeigte sich im Jahr 2021 besonders im Rheinland.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Kartoffeln: Notfallzulassung Danjiri für zweite Anwendung in Pflanzkartoffeln

Pflanzkartoffeln müssen frei von Blattläusen gehalten werden, um eine Infektion der Knollen mit Viren zu verhindern. Nun ist Danjiri für eine zweite Anwendung zugelassen worden.

In Konsumkartoffeln lohnt sich eine Bekämpfung gegen Blattläuse hingegen meistens nicht. Das Insektizid Danjiri (Acetamiprid) hat eine Notfallzulassung gegen Blattläuse als Virusvektoren in Kartoffeln zur Pflanzguterzeugung (Vorstufen-, Basis- und zertifiziertes Pflanzgut) mit 250 g/ha erhalten. Da eine einmalige Anwendung von Danjiri zur Bekämpfung von Blattläusen in Kartoffeln bereits zugelassen ist (005655-60/06-002), wird nur die Menge für die zweite beantragte Anwendung berücksichtigt (Spritzabstand 21 Tage).

Die zugelassene Menge für diese zweite Behandlung wird auf 875 kg begrenzt, ausreichend für etwa 3.500 ha Pflanzkartoffeln. Die Zulassung wird für die Zeit vom 5. Mai 2023 bis zum 1. September 2023 für 120 Tage erteilt. Beachten Sie die Auflagen zum Einsatz!

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Rüben: Erste NAK-Behandlungen stehen an

Mit den warmen Temperaturen wachsen nicht nur die Rüben, sondern auch die Unkräuter. Mit einer ersten NAK halten Sie diese in Schach.

Eine Herbizidbehandlung steht an, sobald die Böden abgetrocknet und die Flächen befahrbar sind. Passen Sie die Auswahl der Mittel und Höhe der Aufwandmengen an.

Die Leitverunkrautung auf dem Schlag bestimmt die Wahl der Präparate. Wirkungslücken, die ein Produkt mitbringt, können Sie in gezielt abgestimmten Tankmischungen durch ein anderes Produkt schließen. Die Witterung beeinflusst entscheidend, wie die Wirkstoffe wirken: So empfiehlt es sich z. B. bei guter Feuchtigkeit bei gleichem Einsatz der Blattherbizide einen stärkeren Schwerpunkt der Bodenherbizide zu wählen (Metamitronmenge höher wählen und max. Wirkstoffmenge beachten!).

Beachten Sie dabei: Auch Zuckerrüben sind durch die wüchsige Witterung empfindlicher gegenüber Herbiziden.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Rüben: Blattläuse kontrollieren

Vielfach treten Blattläuse in Rüben auf. Beachten Sie jedoch vor einer Maßnahme die geltenden Schadschwellen.

Die Schwarze Bohnenlaus hat auf etwa einem Viertel der bonitierten Flächen des Monitorings den Bekämpfungsrichtwert überschritten. Sie verursacht hauptsächlich Saugschäden, kann aber auch in einem geringen Maß Vergilbungsviren übertragen. Zudem sind erste Grüne Pfirsichblattläuse zu finden – ein Hauptvirusüberträger des Nekrotischen und des Milden Rübenvergilbungsvirus sowie des Rübenmosaikvirus. Beachten Sie die folgenden Bekämpfungsschwellen:

  • Grüne Pfirsichblattlaus: 10 % befallene Pflanzen
  • Schwarze Bohnenlaus: 30 % befallene Pflanzen

Wenn eine Behandlung notwendig ist, empfiehlt sich Pirimor G. Es erreicht durch seine Dampfphase auch versteckt sitzende Blattläuse. Für eine gute Wirkung werden Temperaturen zwischen 15 und 20 °C benötigt. Kontrollieren Sie die Fläche ca. fünf Tage nach einer Behandlung erneut.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Grünland: Disteln, Brennnesseln und Hahnenfuß beseitigen

Auf Weideflächen werden Disteln, Brennnesseln und Hahnenfuß meist mechanisch durch mehrmaliges Schneiden und eine Nachmahd zurückgedrängt. Falls nicht, ist eine chemische Maßnahme notwendig.

Haben sich diese Unkräuter ausgebreitet, ist ein gezielter Herbizideinsatz angeraten. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 0,5 bis 5 Pflanzen/m² für Disteln und Brennnesseln. Für Hahnenfuß liegt der Richtwert bei 5 bis 10 Pflanzen/m².

Vor einer Maßnahme sollten Sie den Altaufwuchs mähen bzw. mulchen. Der optimale Einsatzzeitpunkt ist bei wüchsigen Bedingungen erreicht. Der Neuaufwuchs von Disteln und Brennnesseln sollte 20 bis 30 cm, von Hahnenfuß 10 bis 15 cm hoch sein und sich jeweils im Knospenstadium befinden.

Gegen Disteln lassen sich z. B. 2,0 l /ha U 46 M- Fluid oder 3,0 l/ha Kinvara oder 2,0 l/ha Simplex einsetzen. Brennnesseln lassen sich mit 1,4 l/ha Ranger dezimieren. Eine gute Unkrautwirkungen gegen Hahnenfuß erreicht man mit 2,0 l/ha U 46 M-fluid oder 3,0 l/ha Kinvara.

Da alle Herbizide auch erwünschte Beikräuter dezimieren, könnte auch eine Teilflächen-, Einzelpflanzen- oder Horstbehandlung ausreichend sein. Prüfen Sie das. Narbenlücken sind durch eine der Nutzung entsprechende, geprüfte Grasnachsaatmischung zu schließen. Alle in der Gebrauchsanweisung der Herbizide aufgeführten Auflagen und Wartezeiten sind zu beachten.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

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