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topplus Pflanzenschutzempfehlung

Pflanzenschutzempfehlungen vom 15.03.2023

Herbizidmaßnahmen in Raps und Getreide | Rapsschädlinge beobachten | Tipps zur Erbsensaat

Lesezeit: 10 Minuten

In Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW.

Das Wichtigste zum Thema Pflanzenschutz mittwochs, während der Vegetationsperiode per Mail!

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Aktuelle Situation

In der zweiten Wochenhälfte bleibt es überwiegend trocken. Vor allem im Süden und Südosten kommt die Sonne häufiger durch. In der Nordwesthälfte bleiben die Wolken dominanter. Auch die Temperaturen steigen wieder an: am Freitag auf 15 bis 20°C. Zum Wochenwechsel erwartet uns dann erneut wechselhafteres Wetter.

Raps: Fungizid- und Wachstumsreglereinsatz

Jetzt gilt es unter Beachtung der eingesetzten Fungizide im Herbst, über die Notwendigkeit eines Fungizid- bzw. Wachstumsreglereinsatzes neu zu entscheiden. Beurteilen Sie dazu Ihre Bestände und achten Sie auf vorhandene Phoma-Flecken.

Eine Wuchsregulierung im Frühjahr ist nur in sehr üppigen, dichten Rapsbeständen und frohwüchsigen Sorten (wie z. B. Ambassador, Smaragd, Allessandro, Architect, Armani, Expansion, Daktari, Ludger, Scotch) ab 20 bis 30 cm Wuchshöhe zu empfehlen. Neben den Parametern Sorte und Bestandesdichte entscheidet vor allem die Pflanzenentwicklung über den Lagerdruck. In Einzelkornsaaten mit weiten Reihenabständen und bei geringen Aussaatstärken (<30 Körnern/m²) oder dort, wo ein verzettelter Auflauf im trockenen Herbst nicht alle Lücken schließen konnte, sind die Einzelpflanzen meist deutlich kräftiger entwickelt, sodass sie oft eine sehr gute Standfestigkeit mitbringen.

Ein milder, ausbleibender Winter mit frühem Vegetationsstart lässt den Raps hingegen langsam, aber kontinuierlich wachsen. Das war zum Teil bis Mitte Januar der Fall, sodass sich vielfach ein Vegetationsvorsprung von zehn Tagen abzeichnete. Winterliches Wetter ab Mitte Januar wirkte dann jedoch bremsend.

Empfehlungen Wachstumsreglereinsatz:

Wenn dichte Bestände früh starten, sind bevorzugt Carax, Toprex und Architect (Architect in Tabelle noch nicht enthalten, genauere Informationen: siehe unten) zu empfehlen. Dabei gilt Vorsicht: Besonders im Frühjahr kann eine überzogene Behandlung schnell Mindererträge verursachen.

Mit etwas geringerer Einkürzungsleistung ist in guten bis mittleren Beständen, die noch eingekürzt werden sollen, oft Tilmor mit geringen Aufwandmengen von 0,6 bis 0,75 l/ha ausreichend wirksam und ideal geeignet. Die Fungizidbehandlung zielt vor allem auf eine Konditionierung der Bestände ab. Alternativ kann man auch mit z.B. 0,5 – 0,8 l/ha Orius (Tebuconazol) arbeiten.

Gegen Phoma unterscheidet sich die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Produkte nicht extrem – im Frühjahr sogar noch weniger als bei der Herbstbehandlung. Bei gleicher Verträglichkeit lassen die Fungizide Tilmor, Toprex und Efilor die beste fungizide Wirkung erwarten, gefolgt von Ampera. Eine geringere Leistung haben Orius, Folicur sowie Carax. Passen Sie die Aufwandmengen (siehe Übersicht unten) an den Lager- und Krankheitsdruck an.

Das ist neu: Erstmalig wurde das Produkt Architect bis zum 31.12.2024 zugelassen. Das Mittel enthält unter anderem die aus dem Medax Top (u.a. Wachstumsregulierung im Getreide) bekannten Wirkstoffe Mepiquat-Chlorid und Prohexadion. Architect kann man zur Kontrolle von Phoma und zur Wachstumsregulierung im Herbst und Frühjahr in Winterraps einsetzen. Die maximale Aufwandmenge liegt bei 2,0 l/ha (in 100 bis 400 l Wasser/ha).

Nicht vergessen: Fast wichtiger als das Fungizid ist die Düngung mit Bor. In Kombination mit Insektiziden (sofern überhaupt notwendig) empfehlen sich 5 kg/ha Epso Bortop.

EXKURS Phoma:

Im Herbst spielte Phoma vielfach aufgrund von Trockenheit und hoher Temperaturen im August und September noch keine Rolle. Hier wird Feuchtigkeit für eine optimale Pseudothezienbildung (Hüllkörper der Ascosporen) auf befallenen Altrapspflanzen als Sporenausgangsmaterial benötigt. Mit anschließend feucht-windiger Witterung wird neu aufgelaufener Raps infiziert. Oft sind einzelne Phomasymptome erst kurz vor Weihnachten zu beobachten – in vielen Beständen war nichts zu sehen. Erfahrungen vieler Jahre zufolge, wird Phoma in der Regel dann ertragsrelevant, wenn frühe Infektionen im Herbst möglich werden. Auf Standorten, wo bereits Mitte August über mehrere Tage Niederschlagsereignisse stattfanden, bekam die Krankheit einen Vorsprung – zum Teil wurden dann erste Infektionsereignisse Mitte Oktober sichtbar. Inwiefern Phoma ertragsrelevant wird, entscheidet sich auch in Abhängigkeit davon, welche Frühjahrswitterung jetzt anhält.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Raps: Insektizidmaßnahmen gegen Rüssler einplanen

Bislang herrschte nahezu deutschlandweit ungünstige Witterung für die weitere Entwicklung der Rüssler. Mit den für diese Woche prognostizierten wärmeren Temperaturen stellen sich wieder bessere Bedingungen für die Aktivität der Schädlinge ein.

Nach zwei Zuflugereignissen der Kohltriebrüssler und Stängelrüssler Mitte Februar war bisher bundesweit nur in sehr warmen Lagen eine Insektizidmaßnahme gegen die Schädlinge Mitte der KW 8 (ca. um Aschermittwoch) erforderlich.

Ab dem 22./23. Februar fanden im Regelfall nur Einzeltiere den Weg in die Gelbschalen – winterliche Temperaturen hielten die Rüssler inaktiv. Dies kann sich im Laufe der Woche ändern. Hier unsere Empfehlung: Wurde der Bekämpfungsrichtwert bereits überschritten, sollten Sie bisher aufgeschobene Insektizidmaßnahmen ab Mitte dieser Woche (KW 11) durchführen. Mit dieser Maßnahme verhindern Sie die Eiablage der bisher zugeflogenen Käfer und Sie erfassen auch einen weiteren Zuflug.

In Regionen, in denen bereits eine Insektizidmaßnahme um Aschermittwoch erfolgt ist (KW 8), sollte bei Zuflug und Überschreitung des Bekämpfungsrichtwertes eine Nachbehandlung erfolgen.

Zur Bekämpfung von Kohltriebrüsslern und Stängelrüsslern stehen nur Mittel aus der Gruppe Pyrethroide zur Verfügung. Es empfiehlt sich, zur aktuellen Situation nur gegen Rüssler die am besten wirksamen Pyrethroide des Typs II z.B. Karate Zeon mit 75 ml/ha zu wählen.

Karate Zeon darf nur 2 x im Jahr bzw. pro Saison zum Einsatz kommen. Mischungen aus Insektiziden und Formulierungshilfsstoffen (außer z.B.: Kantor) sind nicht erlaubt.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Getreide: Unkrautbekämpfung

Ab dem 16.3. können Mesosulfuron-haltige Produkte wie Niantic, Atlantis Flex, Pacifica Plus und Incelo auch auf drainierten Flächen eingesetzt werden. Achten Sie auf gute Anwendungsbedingungen zum Einsatztermin.

Wichtig sind:

  • Hohe Luftfeuchtigkeit (>80%, minimal 65%). Nutzen Sie nach Möglichkeit die frühen Morgenstunden.
  • Eine Behandlung bei Nebel ist möglich, dabei darf der Wirkstoff aber nicht ablaufen. Reduzieren Sie ggf. die Wassermenge.
  • Wichtig ist eine wüchsige Witterung für 10 bis 14 Tage nach der Maßnahme. Optimal ist eine Behandlung zu Beginn einer Hochdruckwetterlage.

Atlantis Flex ist mit voller Menge (330 g + 1 l/ha FHS) in Winterweizen und Wintertriticale einsetzbar. Niantic und Pacifica Plus sind nur für den Einsatz in Winterweizen mit max. 500 g + 1 l/ha FHS zugelassen. Durch einen Zusatz von 30 l/ha AHL, 10 kg/ha SSA oder 1 l/ha Dash kann man die Wirkung um bis zu 30 % steigern. Weitere Empfehlungen entnehmen Sie den Übersichten.

Praxistipp:

Füllen Sie zuerst die Mittel (Granulate), dann den im Pack enthaltenen Formulierungshilfsstoff (FHS) und dann weitere Zusätze in die Spritze. Sofern Sie weitere Mittel zumischen möchten, geben Sie auch diese vor den Formulierungshilfsstoffen hinzu.

Strategien gegen Ackerfuchsschwanz und Trespen

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Getreide geht vom Acker

Vornehmlich auf leichteren Standorden sind aktuell vielerorts Aufhellungen im Getreide zu beobachten. Sie werden oft durch mehrere Aspekte verursacht. Einen großen Einfluss hat wohl die zurückliegende Winterwitterung.

Wintergerste ist am stärksten betroffen, ein entsprechender Pflanzenverlust ist aber auch im Schwergetreide zu beobachten. Die Ausfälle beschränken sich nicht auf die bislang bekannten Manganmangelstandorte (aktuell auch viel zu beobachten). Die teilflächigen Ausfälle sind überdurchschnittlich hoch und konzentrieren sich besonders auf leichtere, humosere Teilflächen eines Schlages. Dabei sind frühere Saaten stärker betroffen als späte. Pflugsaaten mit schlechter Rückverfestigung des Bodens zeigen größere Ausfälle als Mulchsaaten. Überwachsene Pflanzen und/oder Pflanzen mit starkem Mehltaubefall reagieren besonders stark. Auch eine zu tiefe Saat wirkt sich negativ auf die Konstitution der Pflanzen aus.

Was ist anders als in den Vorjahren?

Die Bodentemperaturen waren bis Mitte November deutlich über 15 °C. Dies hat zu ungesund raschem Wachstum geführt. Stark wechselnde Temperaturphasen verhinderten eine wirkliche Winterruhe. Im Januar und Februar, aber auch noch im März gab es nach Wachstumsphasen immer wieder frostige Nächte. Der Frost dringt auf leichten, humosen Teilflächen stärker in den Boden ein als auf lehmigen Böden. Aktuell finden sich neben Pflanzen mit gelben und weißen Blättern auch solche mit schmutzig grüner Farbe. Diese Pflanzen sind erfroren.

Was ist zu tun?

Neben der Andüngung mit Stickstoff und Schwefel empfiehlt sich eine Blattdüngung mit Mikronährstoffen und das Walzen betroffener Teilflächen. Wenn nichts mehr zu retten ist bzw. zu retten war: Hier stellt sich dann die Frage, welche Kulturen nach Herbizidbehandlungen im Herbst nachgebaut werden können bzw. welche Bodenbearbeitung zuvor erfolgen muss.

Maßgeblich sind die Hinweise in den Gebrauchsanweisungen der Präparate.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Ackerbau/Grünland: Mäuseschäden nehmen zu!

Regional haben Feldmaus-Schäden zuletzt deutlich zugenommen. Überprüfen Sie die Befallsintensität, bevor Sie die Nager bekämpfen.

Denn eine Rodentizidanwendung darf nur dann erfolgen, wenn die Notwendigkeit einer Bekämpfungsmaßnahme durch Probefänge oder ein anderes geeignetes Prognoseverfahren belegt ist. Geeignet zur Feststellung ist zum Beispiel die Lochtretmethode. Zu diesem Zweck werden auf zwei Kontrollflächen von jeweils 16 x 16 m (= 250 m²) alle Mäuselöcher zugetreten. Nach 24 Stunden müssen die wiedergeöffneten Löcher gezählt werden. Sind in Winterraps und Wintergetreide mehr als 5 bis 8 Löcher pro Kontrollfläche wieder offen, so muss eine Maßnahme erfolgen. In mehrjährigen Futterkulturen liegt der Bekämpfungsrichtwert nach dem 1. Schnitt bei 5 und nach dem 2. Schnitt bei 11 wieder geöffneten Löchern. Dokumentieren Sie die Zählung!

Zurzeit gibt es nur zugelassene Köder mit dem Wirkstoff Zinkphosphid. In Naturschutzgebieten besteht ein Anwendungsverbot aller Mittel mit dem Wirkstoff Zinkphosphid.

Darüber hinaus sind die Zulassungs- und Anwendungsbedingungen bei Einsatz der Rodentizide einzuhalten. Genauere Informationen finden Sie in den Empfehlungen der vergangenen Woche.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Rüben: Notfallzulassung gegen Blattläuse

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat Notfallzulassungen für drei Insektizide gegen Blattläuse ausgesprochen. Details dazu lesen Sie hier.

Das Insektizid Pirimor G mit dem Wirkstoff Pirimicarb hat eine Notfallzulassung für die Anwendung gegen Blattläuse als Virusvektoren in Zucker- und Futterrüben für 120 Tage bekommen. Diese gilt vom 01. April bis zum 29. Juli. Erlaubt ist eine Anwendung mit 300 g/ha.

Weitere Informationen unter: www.bvl.bund.de

Auch die beiden Insektizide Carnadine und Mospilan SG mit dem Wirkstoff Acetamiprid haben eine Notfallzulassung für die Anwendung gegen Blattläuse als Virusvektoren in Zucker- und Futterrüben für 120 Tage bekommen. Für Carnadine gilt die Notfallzulassung vom 15. März bis zum 12. Juli und für Mospilan SG vom 30. März bis zum 27. Juli.

Hinweis: Berücksichtigen Sie für beide Produkte, dass zum Schutz des Grundwassers (neben weiteren NW-Auflagen) Flächen, auf denen in den letzten zwei Kalenderjahren Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Acetamiprid angewendet wurden, nicht mit behandelt werden dürfen. Mit dem Produkt Carnadine ist eine zweimalige Anwendung mit 0,25 l/ha und mit Mospilan SG eine einmalige Anwendung mit 250 g/ha erlaubt.

Hier finden Sie weitere Informationen, speziell zu

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

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