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topplus Pflanzenschutz-Tipps 15.5.2024

Schalten Sie die Unkrautkonkurrenz im Mais aus

Pflanzenschutz-Empfehlungen vom 15. Mai: Maisherbizide | Letztes Getreideblatt schützen | Schädlinge werden aktiv

Lesezeit: 19 Minuten

In Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW.

Aktuelle Situation

Das Wichtigste zum Thema Pflanzenschutz mittwochs, während der Vegetationsperiode per Mail!

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Im Westen und Süden können ab Mittwoch vermehrt Schauer und Gewitter auftreten, die sich bis Freitag in die Landesmitte ausbreiten. Die Temperaturen gehen dabei auf 14 bis 20 °C zurück. Im Norden und Osten bleibt es bis Samstag dagegen trocken und sonnig bei 20 bis 26 °C. Zeitweise nimmt der Wind an Stärke zu. Ab Pfingsten sind auch im Norden Schauer möglich.

Mais: Unkräuter sicher ausschalten

Die hohen Temperaturen lassen nicht nur den Mais sondern auch die Unkräuter rasch auflaufen.  Welche Strategien sich am besten eignen, hängt auch von der Leitunkräutern ab.

 Behandlungen im Vorauflauf bzw. in der Spritzfolge empfehlen sich grundsätzlich immer dann, wenn viel Mais in der Fruchtfolge steht und dementsprechend auch viel Samenpotential der typischen Maisunkräuter wie Hirsen und Co. vorhanden ist. Sofern noch genügend Bodenfeuchte vorhanden ist, können Sie mit folgenden Mitteln im Vorauflauf behandeln:

  • 1,5 l/ha Spectrum Gold

  • 2,0 l/ha Gardo Gold (nicht in Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebieten, Mittel in 2024 aufbrauchen, da Zulassung ausläuft!)

  • 2,0 l/ha Spectrum Plus (Terbuthylazin (TBA)-frei, Pendimethalin-Auflage beachten, ggf. NT 112 beachten 5 m Abstand zu Hecken etc.)

  • 0,25 l/ha Adengo (TBA-frei))

  • 0,75 l/ha Spectrum (TBA-frei)

  • 1,5 l/ha Spectrum Gold + 0,4 l/ha Spectrum (für extreme Hirsestandorte)

Die TBA-freien Varianten, können Sie auf Flächen ausbringen, auf denen die NG 362 greift. Diese besagt u.a., dass auf dem selben Schlag nur alle drei Jahre TBA ausgebracht werden darf. Das heißt, wenn Sie in 2022 oder 2023 TBA-haltige Mittel appliziert haben, dürfen Sie in 2024 kein TBA einsetzen. Mischungen mit Glyphosat gegen Altverunkrautung sind grundsätzlich möglich (individuelle Zulassung des Produkts beachten!) Prüfen Sie aber vorab die Entwicklung des Keimlings und ob der Saatschlitz überall verschlossen ist! Im besten Fall erfolgt die Maßnahme direkt nach dem Legen.

Im frühen Nachauflauf lassen sich die sichersten Wirkungen mit Kombinationen aus Blatt- und Bodenherbizid erzielen. Geeignet ist dann u.a. eine Mischung aus 0,5 l/ha Daneva (vergleichbar Callisto) + 0,5 l/ha Primero (vergleichbar Motivell) + 0,5 l/ha Spectrum oder plus 1 l/ha Spectrum Gold. Diese oder eine vergleichbare Kombination sollten Sie dann rechtzeitig, zum 1. bis 2.-Laubblattstadium der Unkräuter ausbringen. Weitere Strategien können Sie den unten aufgeführten Übersichten entnehmen.

Eine oder zwei Maßnahmen?

Bei geringem Unkrautdruck sind häufig Einmalbehandlungen ausreichend. Eine Splittung der Maßnahme bietet besonders auf Standorten mit hohem Unkrautdruck Vorteile. So für Hirsen, die in mehreren Wellen auflaufen und mit einer Einmalbehandlung bei langem Auflauffenster nicht immer ausreichend erfasst werden. Damit können die Termine flexibler an optimalen Witterungsbedingungen ausgerichtet werden. Haben Unkräuter dann 2 bis 3 Blätter ausgebildet, kann unter günstigen Bedingungen auch mit niedrigeren Aufwandmengen gearbeitet werden. Die Aufteilung der Maßnahmen ist dabei nicht nur kulturverträglicher und kann besonders auf leichten Standorten bis zu 10 % mehr Ertrag bedeuten, sondern sie bietet auch die Option je nach Erfolg der ersten Maßnahme bei Bedarf angepasst nachzuregeln. Hier bietet sich natürlich auch im Austausch zu einer Anschlussbehandlung eine Hackmaßnahme an.

Mais: Schwierigen Fuchsschwanz bändigen

Nicht überall lässt sich Fuchsschwanz mit den sonst potenten Mitteln, wie  Maister power oder Motivell Forte noch in Schach halten. Der Grund sind Resistenzen.Gute bis sehr gute Wirkungsgrade waren in den letzten Jahren noch mit Kombinationen aus 2 l/ha Spectrum Gold oder 3 l/ha Gardo Gold, jeweils + 2 l/ha Laudis OD + 0,3 l/ha Primero zu erzielen. Diese Mischung ist zum 1.-2. Blattstadium der Ungräser einzusetzen. Helle, strahlungsreiche Witterung ist wichtig für eine gute Wirkung. Wichtig ist es, die Primero-Menge nicht zu erhöhen. Kommt es zu weiteren Auflaufwellen, können Sie diese gegebenenfalls durch Hackmaßnahmen beseitigen.

Mais-Mischkulturen: Nur Vorauflaufmaßnahmen möglich

Bedingt durch die Fruchtfolgerestriktionen, kommt es in diesem Jahr zu einem verstärkten Anbau von Mais-Gemengen. Die Herbizidpalette für diese ist sehr begrenzt. Behandlungen sind oftmals nur im Vorauflauf möglich. Folgendes empfiehlt sich:

Mais mit Stangenbohne

1,0 l/ha Spectrum + 2,0 l/ha Stomp Aua

 

Mais mit Ackerbohne oder Sonnenblume

2,0 l/ha Spectrum Plus (auf drainierten Flächen im VA nicht erlaubt) + 2,0 l/ha Eclaire

Alternativ

2,0 l/ha Stomp Aqua + 2,0 l/ha Eclaire

 

Mais mit Sorghum ab EC 13:

1,0 l/ha Spectrum + 2,0 l/ha Stomp Aqua

Alternativ können Sie absetzig arbeiten. Wenden Sie die Herbizide im Mais zu einem frühen Termin (EC 12-14) an und wählen Sie Produkte, die wenig Bodenwirkung haben (z.B. Laudis 1,5 bis 2,0 l/ha + Hasten 0,5 l/ha). Ab dem 6- bis 8-Blattstadium kann dann die Einsaat der Beifrucht erfolgen .

Nur in sogenannten DUO-Maissorten (Ajaxx, Geoxx, Shinxx) können Sie später noch mit Focus Ultra + Dash nachbehandeln. In Mais-Sorghum lässt sich später noch mit Arrat + Dash nachbehandeln. Allerdings ist dies nur zugelassen, wenn Sie den Mais nicht verfüttern.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Wintergetreide: Abschließende Blattbehandlungen in Weizen und Roggen

In Winterweizen steht eine abschließende Blattbehandlung an. In weniger weiten Beständen kann eine Zwischenbehandlung z.B. gegen Rost oder Septoria notwendig sein.

Sehr weit entwickelte Weizenschläge schieben schon jetzt die Ähre, die meisten Bestände befinden sich aber in EC 37/39. Hier steht jetzt die abschließende fungizide Blattbehandlung an – je nach Fusariumrisiko folgt noch eine Ährenbehandlung in der Blüte. Abhängig von Saattermin, Sorte und Vorbehandlung sollte unterschiedlich vorgegangen werden:

Szenario 1: Oktobersaaten, die jetzt EC 39 (Fahnenblatt voll entfaltet) erreichen und in denen eine Vorbehandlung 14 Tage und weiter zurückliegt: Bei deutlichem Ausgangsbefall mit Septoria auf den unteren Blättern und wiederholt nennenswerten Niederschlägen in den letzten Tagen mit längerer Blattnässe (> 5 mm), empfiehlt es sich, möglichst nah an den Niederschlagsereignissen eine Maßnahme zu platzieren. Dabei ist die rückgreifende Wirkung nur auf wenige Tage begrenzt. Absteigend in der Wirksamkeit eignen sich: Fenpicoxamid/Inatreq (u.a. im Univoq), Mefentrifluconazol/Revysol (u.a. in Balaya und Revytrex) oder Carboxamide (u.a. im Ascra Xpro).

Achten Sie auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel! Wer mit Balaya/Revystar vorbehandelt hat, sollte nun auf Revytrex/Revystar/Balaya verzichten. Stattdessen können Sie mit Fenpicoxamid/Inatreq oder Carboxamiden arbeiten.

Empfehlungen bei Vorlage von Balaya/Revytrex/Revystar (Schwerpunkt Septoria)

  • 1,5 l/ha Univoq + 0,5 l/ha Orius oder 0,5 l/ha Azbany (Univoq ab EC 41 zugelassen, sehr gute Septoria-Wirkung) oder

  • 1,2 l/ha Ascra Xpro + 0,5 l/ha Orius bei Rost (Ascra hat eine gute Nebenwirkung auf Mehltau)

 Empfehlungen ohne Vorlagen von Balaya/Revytrex/Revystar:

  • 1,5 l/ha Revytrex + 0,5 l/ha Comet oder

  • 1,0 l/ha Balaya + 0,5 l/ha Orius

Auch angeboten wird der Avastel Pack bestehend aus Pioli (Fluxapyroxad) und Abran (Prothioconazol) (1,5l /ha Pioli + 0,75 l/ha Abran) – hier liegt eine breite Absicherung gegen u.a. Roste und Septoria vor.  Nach Vorbehandlung und bei Planung einer Ährenbehandlung gegen Fusarium kann die man Maßnahme auch leicht vorziehen (in EC 37).

Genannte Empfehlungen gelten auch als abschließende Maßnahme in Beständen, die noch nicht vorbehandelt wurden, und in denen jetzt erste Symptome (z. B. Septoria-Blattflecken) erscheinen. Hier sollte das Fahnenblatt mit breiter Absicherung geschützt werden.

Szenario 2: Oktobersaaten, die keinen Ausgangsbefall an Septoria tritici besitzen: Hier ist trotz scheinbar „gesundem“ Blattapparat oft eine Abschlussbehandlung mit Absicherung gegen Rost angeraten.  Kostengünstig und gut wirksam sind z.B.: 0,75 l/ha Orius + 0,75 l/ha Tokyo + 0,5 l/ha Azbany. Bei massivem Mehltaubefall zu allen Empfehlungen ist es sinnvoll 0,8 Vegas Plus (10 m Gew. Abst.) oder 0,5 l/ha Leander (ab EC 40 zugelassen) zuzusetzen.

Szenario 3: Spätsaaten (Dezember/Januar), in denen bislang kein Fungizid eingesetzt wurde: Hier tritt zum Teil ordentlich Braunrost und Mehltau auf. Möglich sind z.B. 0,75 l/ha Orius + 0,75 l/ha Vegas Plus oder 0,5 l/ha Leander (ab EC 40 zugelassen). Ist die Spätsaat bereits geschützt, können Sie erstmal abwarten.

Szenario 4: Bestände, in denen eine Vorbehandlung, z. B. gegen Braunrost, mehr als 14 Tage zurückliegt: Hier tritt oft erneut Braunrost auf. Wie bereits vermutet, lässt sich der Braunrost trotz potenter Fungizide nicht überall in Schach halten. Aktuell sind frische Braunrostpusteln auch auf den oberen Blättern finden. Zur Bekämpfung empfiehlt sich eine vorgezogene Abschlussbehandlung (bei geringem Fusariumrisiko) oder eine Zwischenbehandlung um Anschluss zur Ährenbehandlung (bei hohem Fusariumrisiko)  zu schaffen. Es eigenen sich z. B. 1,0 l/ha Orius + 0,5 l/ha Azoxystrobin (z.B. Azbany/Azoxystar).

Beachten Sie: Laut Zulassung dürfen Sie max. 1,5 l/ha Orius pro Jahr einsetzen. Weichen Sie ggf. auf ein anderes Tebuconazol aus, z.B. Balett. Wer bereits zweimal Tebuconazol vorgelegt hat, kann anstelle von Orius auch Tokyo oder Bolt (Prothioconazol) einsetzen, z.B. 0,5 l/ha Tokyo + 0,5 l/ha Azbany. Anstelle von Azoxystrobin können Sie auch 0,5 l/ha Pyraclostrobin applizieren. Die Mittelnamen sind z.B. Comet oder Tomec.

Triticale: Planen Sie eine fusariumwirksame Ährenbehandlung, ist zu beachten, dass Triticale unscheinbar blüht, und zwar bereits wenige Tage nachdem die Ähren komplett geschoben sind. Treten die Staubbeutel seitlich aus, ist die Blüte beendet. Empfehlungen entnehmen Sie der unten aufgeführten Grafik.

Dort, wo noch keine Fahnenblattbehandlung stattgefunden hat (Ausnahmefälle, sehr späte Bestände), gelten nach wie vor die Empfehlungen der vergangenen Wochen:

Bei alleinigem Auftreten von Gelbrost sind Tebuconazol-haltige Produkte (mit 150 g/ha) ausreichend. Bei Rostbefall, zusätzlichem Befall mit Rhynchosporium und mittlerer Halmbruchgefahr ist z. B. der Einsatz von Prothioconazol in Kombination mit 0,5 l/ha Azbany/Torero (Azoxystrobin) sinnvoll. Die Kombination aus Unix + Pecari schützt darüber hinaus auch bei leichtem Mehltaubefall. Besonders die Sorten Rivolt, Lumaco und Ramdam weisen örtlich teilweise einen stärkeren Mehltaubefall auf. Hier empfiehlt es sich ein Spiroxamine-haltiges Produkt zu verwenden. Dies ist z. B. im Input Classic (1,0 l/ha) oder im Vegas Plus (0,8 l/ha) enthalten. Weitere mögliche Strategien entnehmen sie der Übersicht.

Winterroggen hat vielerorts die Ähre vollständig geschoben. Erste Bestände sind im Übergang zur Blüte (EC61). Besonders in den letzten zehn Tagen ist der Braunrostbefall stark angestiegen. Da dieser unter den Pilzkrankheiten den höchsten Ertragseinfluss besitzt und auch spät einsetzender Befall noch deutlich ertragsmindernd wirken kann, sollten mit der Abschlussbehandlung ein ausreichender Schutz gelegt werden. Dann empfiehlt sich z.B. 0,75 l/ha Elatus Era + 150-175 g/ha Tebuconazol.

Aufgrund des höheren Rhynchosporium- und Braunrostbefalls ist vielfach bereits eine Bekämpfungsmaßnahme gelaufen, sodass hier auch etwas geringere Aufwandmengen Tebuconazol ausreichen z.B. 0,4 l/ha Orius oder ein anderes zugelassenes Tebuconazol. Auf das Tebuconazol-Produkt sollte man nicht verzichten, um die Rostwirkung abzusichern! Alternativ eignen sich auch Pronto Plus mit 1,5 l/ha oder Skyway mit 1,0 l/ha (bei wenig Braunrost).

Wintergerste hat größtenteils die Ähre vollständig geschoben. Einzelne Bestände haben bereits das BBCH Stadium 61 (Beginn der Blüte) erreicht. Fungizidbehandlungen sollten hier abgeschlossen sein.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Sommergetreide: Auf Pilzkrankheiten kontrollieren

Da Sommergetreide die Entwicklungsstadien schnell durchläuft, reicht häufig eine fungizide Behandlung mit vollem Schutz der obersten Blätter aus. In diesem Jahr kann ggf. eine Vorbehandlung nötig werden.

So ist z.B. in Sommergerste oft nur eine Behandlung ab voller Entfaltung des Fahnenblattes (EC 39) notwendig. Ausnahmen können z. B. frühe Infektionen mit Zwergrost in der frühen Schossphase sein, sodass eine Vorbehandlung notwendig wird. Diese werden durch die aktuellen Witterungsbedingungen gefördert (siehe proPlant-Karte). Ab EC 39 ist ein Fungizidschutz angeraten. In Sommergerste ist z. B. 0,5-0,75 l/ha Input Triple mit, 1,0 l/ha Revytrex + 0,33 l/ha Comet oder 0,8 - 1,0 l/ha Ascra Xpro zur Behandlung von z. B. Mehltau oder Netzflecken zugelassen. Ramularia kommt nur in Einzeljahren vor, kann aber von Bedeutung sein. Deswegen empfiehlt es sich den Einsatz von Folpan 500 SC mit 1,5 l/ha zu prüfen und als Mischpartner einzusetzen.

In Sommerweizen ist eine doppelte Anwendung nur in wenigen Jahren wirtschaftlich und sinnvoll. Während der Schossphase sollte auf Gelbrost, Mehltau und Braunrost geachtet werden. Höher Mehltau-anfällig ist z.B. Quintus. Unter anderem in Sorten wie Licamero, Patricia und Winx kann Gelbrost auftreten. Im Bedarfsfall können Sie die aus dem Winterweizen bekannten Fungizide einsetzen. So sind nur gegen Gelbrost z. B. oft 0,5 bis 0,8 l/ha Helocur 250 EC ausreichend. Tritt zusätzlich auch Mehltau auf bietet sich z. B. Pronto Plus mit 0,75 – 1,0 l/ha an.

Im Hafer sind gegen Mehltau nur wenige Produkte zugelassen. Mehltau ist im Hafer gut zu kontrollieren und eine Aufwandmenge von 0,6 l/ha Hint ist ausreichend. Als weitere Fungizide zugelassen sind Ascra Xpro, Revytrex, Torero oder auch Azbany. Hier sind geringere Aufwandmengen als im Wintergetreide erforderlich. Damit gilt es die Haferstreifenkrankheit und Haferkronenrost abzusichern.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Wintergetreide: Erste Getreidehähnchen - wie hoch ist das Schadrisiko?

Im Wintergetreide sind erste Larven der Getreidehähnchen zu finden. Sie schädigen durch Fensterfraß am Fahnenblatt vor allem Weizen, Hafer und Sommergerste .

Der Aktuelle Befallsdruck der nacktschneckenartigen Larven, die durch eine schleimige Kothülle schwarz-glänzend wirken, liegt noch auf einem sehr geringen Niveau. Eine Insektizidmaßnahme gegen die Larven ist nur zu empfehlen, wenn der folgende Bekämpfungsrichtwert überschritten wird:

  • 1 Larve je Fahnenblatt in EC 39 bis 59 (Fahnenblatt voll entwickelt – Ende Ähren-/Rispenschieben)

Gegen Getreidehähnchen sind nur Insektizide aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide (Indikation: Getreidehähnchen oder beißende Insekten) zugelassen. Darunter zählen z. B. Cyperkill Max, Kaiso Sorbie/Bulldock Top, Hunter WG/Lambda WG/Lambdex Forte, Karate Zeon, Nexide oder auch Sumicidin Alpha.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Getreide: Blattläuse in der Ähre

Mit dem Ährenschieben sammeln sich auch erste Blattläuse in der Ähre. Je nach Entwicklungsstadium gelten unterschiedliche Bekämpfungsrichtwerte.

Langsam nimmt der Befall von Blattläusen im Getreide zu. Am stärksten ist das Auftreten von Blattläusen in wärmeren Lagen mit gleichzeitig hohem Stickstoff-Düngungsniveau. Unter günstigen Bedingungen (z. B.: Temperaturen um 20 °C) kann es zu einer deutlichen Zunahme des Befalls kommen. In Jahren mit schneller Blattlausvermehrung können natürliche Feinde die Blattläuse häufig nicht komplett reduzieren. Führen Sie daher in der Zeit zwischen Beginn des Ährenschiebens und Ende der Blüte Blattlauskontrollen durch. Eine Insektizidmaßnahme ist nur zu empfehlen, wenn folgende Bekämpfungsrichtwerte überschritten werden.

  • Bis Ende Ährenschieben (EC 59) 20 bis 30 % befallene Ähren und/oder Fahnenblätter

  • Anfang Blüte bis Milchreife (EC 61 bis 75) 3 bis 5 Blattläuse/Ähre bzw. bei 60 bis 80 % befallener Ähren und/oder Fahnenblätter

Empfehlung: Setzen Sie im Hinblick auf die zunehmende Pyrethroidresistenz bei den Blattläusen zur Bekämpfung kein Pyrethroid ein. Mit Pirimor G und Teppeki stehen Alternativen aus anderen Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die in allen Getreidekulturen (Gerste, Weizen, Roggen, Triticale, Hafer) zur Bekämpfung von Blattläusen als Saugschädlinge zugelassen sind. Beide Mittel sind nützlingsschonender als Insektizide aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide.

Hinweis:

  • Für die Anwendung von Pirimor G (Wirkstoff: Pirimicarb) (ab EC 41) mit 200 g/ha, sollten für eine ausreichende Wirkung Temperaturen über 15 °C vorliegen. Pirimor G ist ein B4 Produkt (bienenungefährlich). Die Wirkung tritt über den Kontakt und eine Dampfphase ein, sodass auch die tief im Bestand und in der Ähre sitzenden Läuse erfasst werden.

Wichtig: Beachten Sie, dass auf der behandelten Fläche innerhalb eines Kalenderjahres und in den drei darauffolgenden Kalenderjahren keine zusätzliche Anwendung von Mitteln, die den Wirkstoff Pirimicarb enthalten, erfolgen darf.

  • Teppeki (Wirkstoff: Flonicamid) (EC 39-77) mit 140 g/ha, erfasst sicher versteckt sitzende Blattläuse an der Blattunterseite. Teppeki ist ein B2 Produkt (Anwendung auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen nur nach dem täglichen Bienenflug).

Beachten Sie den Bienenschutz: In Beständen, in denen blühende Unkräuter vorhanden sind, sind die Auflagen der Pflanzenschutzmittel zum Schutz der Bienen zu beachten. Tankmischungen bienenungefährlicher (B4) Insektizide mit Fungiziden oder Wachstumsreglern können bienengefährlicher (B2 oder B1) sein als die Anwendungen in der Soloanwendung. Keine Mischungen ausbringen, die nicht auf Bienenschutz überprüft sind.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Kartoffeln: Unkrautbekämpfung im Nachauflauf

Sind die Kartoffeln noch nicht aufgelaufen, empfiehlt sich der Einsatz bodenwirksamer Präparate. War der Einsatz witterungsbedingt noch nicht möglich, können blattaktive Partner gefragt sein.

In Speisesorten können zudem Hackgänge eine gute Ergänzung zu den Herbiziden sein, um gegen eine Spätverunkrautung anzukommen. Denn beim Anbau von Speisesorten werden immer häufiger blattärmere Qualitätssorten angebaut, die in der Regel einen geringeren N-Bedarf aber auch eine schwächere Konkurrenzleistung gegenüber Unkräutern haben. Das Thema Spätverunkrautung gewinnt im Kartoffelbau daher zunehmend an Bedeutung.

Vorhandene Herbizide liefern nur Notlösungen für die Unkrautbekämpfung im Nachauflauf, daher bietet sich auf sandigen Böden, unter trockenen Bedingungen, der Einsatz von Hackgeräten gegen eine Spätverunkrautung als Ergänzung zu chemischen Maßnahmen in Kartoffeln durchaus an. Der Bekämpfungserfolg ist allerdings stark von den Standortbedingungen, der Witterung und dem Können des Landwirts abhängig. Aufgrund der ergiebigen Niederschläge in diesem Jahr waren jedoch bis dato sowohl eine mechanische als auch eine chemische Unkrautbekämpfung oftmals nicht möglich.

Für die mechanische Unkrautbekämpfung gilt:

  • Striegeln vor dem Auflaufen fördert die Unkrautkeimung und Unkraut-Keimschläuche werden freigelegt, die anschließend vertrocknen.

  • Der Einsatz der Hacke folgt ab dem Keim- bis zum 2-Blatt-Stadium der Unkräuter.

  • Ab beginnendem Knollenansatz: keine Verletzung der Rhizome der Kartoffel und möglichst keine Zerstörung des Blattmaterials durch mech. Unkrautbekämpfung.

  • In der Regel folgt als letzte mechanische Maßnahme die Dammformung, die aber bei sehr trockenen Bodenverhältnissen nicht zufriedenstellend gelingt.

Chemische Möglichkeiten: Bei den Bodenherbiziden richtet sich der Behandlungstermin nach dem Auflauf der Unkräuter. Da bei witterungsbedingt verspäteten Anwendungen Unkräuter wie Gänsefuß, Melde, Nachtschatten und Knöterich oft schon über 5 cm Wuchshöhe erreicht haben, sind blattaktive Partner gefragt. Sind noch keine Kartoffeln aufgelaufen können die klassischen Bodenherbizide (z. B. 3,5 l /ha Boxer + 0,3-0,5 kg/ha Mistral oder 2,5 l/ha Boxer + 2,5 l/ha Bandur oder 2,5 l/ha Boxer + 2,5 l/ha Proman) mit 0,3-0,4 l/ha Quickdown und 0,75-1,0 l/ha Toil ergänzt werden. Die Ausbringung sollte mit 300 l/ha und bei möglichst hoher Lichtintensität erfolgen. Die Behandlung muss bis zum Durchstoßen der Kartoffeln abgeschlossen sein. Bei späteren Einsätzen im Nachauflauf werden auch die Kartoffeln abgebrannt, die sich dann erst wieder regenerieren müssen.

Bei Nachauflaufbehandlungen gilt es Stress zu vermeiden. Für den Nachauflauf bietet sich neben den metribuzinhaltigen Mitteln (z. B. Arcade, Citation, Mistral) auch Cato an. Gegen Windenknöterich kann man bis zum zweiten Laubblatt in metribuzintoleranten Sorten z.B. 0,15 bis 0,2 kg/ha Mistral + 30 g/ha Cato + 0,18 l/ha Vivolt im Nachauflauf einsetzen. Gegen spät aufgelaufene Klette, Kamille, Hirse oder Gräser sollte zweimal mit z. B. 25 g/ha Cato +0,15l/ha Vivolt im Splitting nachbehandelt werden. Cato hat auch eine Wirkung auf Disteln. Diese Anwendung sollte bei einer Wuchshöhe der Kartoffeln von ca. 5 bis 10 cm erfolgen. Ein späterer Einsatz bis 15 cm Wuchshöhe ist möglich, dann können aber Verträglichkeitsprobleme auftreten. Grundsätzlich gilt, dass eine Anwendung in den frühen Morgenstunden und bei hoher Luftfeuchtigkeit die Wirkung verbessern kann.

Wird mit Cato im Nachauflauf behandelt, sollten Stresssituationen unbedingt vermieden werden. Vor allem nach längeren Niederschlagsphasen, wie in diesem Jahr, hat die Kultur kaum mehr eine Wachsschicht, sodass die Herbizide ungehindert Verbrennungen und Aufhellungen am Blattapparat verursachen können. In solchen Fällen erst zwei bis drei Tage helles Wetter abwarten, damit sich die Wachsschicht wieder stabilisieren kann. Auch bei einer Anwendung auf taunassen Beständen oder bei Nachtfrostgefahr ist mit Wuchsbeeinträchtigungen zu rechnen. Das gilt auch bei starken Tag-Nacht-Temperaturschwankungen.

Schwerpunkt Gräserbekämpfung

Obwohl Bodenherbizide auch eine Wirkung gegen Gräser haben, können dennoch Nachauflaufbehandlungen, z. B. gegen Hirse-Arten oder Flughafer, erforderlich werden. Behandlungen bis ca. 15 cm Wuchshöhe der Kartoffeln gewährleisten eine gute Benetzung der Ungräser, wobei diese nicht mehr als drei Blätter haben sollten. Manchmal sind Teil- oder Randbehandlung ausreichend. Je nach Ungras können z. B. Agil S (1,0 l/ha), Fusilade Max (1,0 l/ha) oder Panarex (1,25 l/ha) zum Einsatz kommen. Treten gleichzeitig auch Unkräuter wie Klettenlabkraut oder Kamille auf, bietet sich der Einsatz von z. B. Cato an. Quecken lassen sich ab dem 3-Blatt-Stadium zweimal mit 25 g/ha Cato + 0,15 l/ha Vivolt gut bekämpfen; eine Zusatzwirkung auf dikotyle Unkräuter wie Kamille und Klettenlabkraut ist vorhanden. Bei späteren Herbizideinsätzen aus Gründen der Verträglichkeit Graminizide bevorzugen; gegen Hirse reichen max. 75 % der angegebenen Aufwandmengen aus. Eine Wirkung gegen einjährige Rispe bieten nur die Mittel Cato oder Select 240 EC.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Zuckerrübe: Blattlausauftreten

In den aufgelaufenen Rübenbeständen treten jetzt erste Grüne Pfirsichblattläuse auf, die aufgrund der Übertragung von Viren besonders zu beachten sind. Achten Sie zudem auf Blattfraß durch den Rübenerdfloh.

So sieht die Situation in NRW aus: Auch in diesem Jahr findet hier wieder ein Blattlausmonitoring statt. In der letzten Woche wurden 30 Zuckerrübenflächen auf einen Befall mit Blattläusen kontrolliert. Auf fünf davon wurden Grüne Pfirsichblattläuse gefunden, deren Befallshäufigkeit jedoch noch sehr gering war (2 bis 5%). Höher ist das Auftreten von Schwarzen Bohnenläusen. Dabei wurden 18 Standorte bonitiert, auf denen die Befallshäufigkeit zwischen 2 und 30% lag. Die Bekämpfungsschwellen (siehe Kasten) wurden damit noch nicht überschritten. Ändert sich das in den nächsten Tagen, empfiehlt sich der Einsatz von Pirimor G (zugelassen über Notfallzulassung). Denken Sie aber auch daran, dass Nützlinge, wie z. B. Marienkäfer und ihre Larven, gute Arbeit leisten können.

Bekämpfungsrichtwerte

Grüne Pfirsichblattlaus: 10% befallene Pflanzen bis EC 39;

Schwarze Bohnenlaus: 30% befallene Pflanzen bis EC 39 (Reihenschluss), ab EC 39 50%.

Rübenerdfloh und Schnecken

Kleine, kreisrunde Löcher in den Blättern werden durch Fraß des Rübenerdflohs verursacht. Eine Bekämpfung ist bei Überschreitung der Bekämpfungsschwelle (20 % Blattverlust) mit z. B. Karate Zeon möglich. Zu Bedenken ist der folgende „Totalverlust“ an Nützlingen. Daher sind Behandlungen sehr kritisch zu hinterfragen. Kontrollieren Sie die Bestände weiterhin auf Schneckenfraß.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Leguminosen: Blattläuse

Blattläuse können in großkörnigen Leguminosen Viren, wie z.B. das Nanovirus, übertragen. Am relevantesten dafür sind die Grüne Erbsenblattlaus und die Grüne Pfirsichblattlaus. Bis zur Blüte sollte ihr Besatz besonders beobachtet werden.  

Legen Sie den Fokus von Feldkontrollen bis zum Beginn der Blüte auf die Grüne Erbsen- und die Grüne Pfirsichblattlaus. Diese Lausarten gelten als die wichtigsten Überträger von Viruskrankheiten. Schwarze Bohnenläuse können auch Viren übertragen, sind jedoch deutlich weniger „mobil“ und bleiben häufig auf einem Blatt bzw. einer Pflanze sitzen. Klopfen Sie zur Kontrolle mehrere Pflanzen auf einer weißen Unterlage aus – die Tiere lassen sich schnell fallen und auffangen.

Sind mehr als 10 % der Pflanzen mit diesen Blattlausarten befallen, ist eine Insektizidmaßnahme zu Vermeidung einer Virusübertragung zu empfehlen. Für die Bekämpfung dieser Blattläuse in Ackerbohnen ist das nützlingsschonende Teppeki mit 140 g/ha zugelassen. In Futtererbsen hat Tepekki eine Notfallzulassung. Es wird in dieser Kultur auch mit 140 g/ha eingesetzt. Werden auf der Fläche Marienkäfer gefunden, deutet dieses auf Läusebefall hin. Da Teppeki nur einmal in der Kultur eingesetzt werden darf, gilt es hiermit zu haushalten.

Befinden sich die Bestände bereits in der Blüte, spielt die Übertragung von Virosen nur noch eine untergeordnete Rolle. Dann geht es in erster Linie darum, Saugschäden zu verhindern. Ab 10 bis 15 Blattläusen/Trieb in Futtererbsen und ab 5 bis 10 % befallene Ackerbohnenpflanzen mit Kolonien ist der Bekämpfungsrichtwert überschritten. 

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

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