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topplus Pflanzenschutz-Tipps 12.6.2024

Was tun bei Schnecken in der Ähre?

Pflanzenschutz-Empfehlungen vom 12. Juni: Getreideschädlinge | Ausfallkartoffeln beseitigen | Bordüngung in Rüben

Lesezeit: 13 Minuten

In Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW.

Aktuelle Situation

Das Wetter bleibt weiter unbeständig, auch wenn es nach der Schafskälte wieder wärmer wird. Am Donnerstag wird es mit etwa 22 °C im Südwesten am wärmsten. Nach Norden und Osten verharren die Temperaturen um 16 °C – dazu kann es ganz im Norden und ganz im Süden regnen. Am Freitag herrschen verbreitet schon über 20 °C, es kann neuer Regen aus Westen reinziehen. Samstag steigen vor allem im Osten und Südosten die Temperaturen auf bis zu 25 °C, es kann schauern oder gewittern. Nächste Woche ist Hitze aus Osten kommend möglich, mit schwüler Luft und Unwetterpotenzial.

Getreide: Was tun bei Schnecken in der Ähre?

Unter anderem in Nordrhein-Westfalen sind aktuell Schnecken in den Getreideähren zu sehen. Problematischer sind aber die bekannten Schädlinge wie Läuse und Getreidehähnchen.  

Denn, sobald es wärmer wird und strahlungsreiches Wetter vorliegt, werden sich die Schnecken in den unteren Stängelbereich zurückziehen. Sobald die die Körner Richtung Teigreife gehen und an Feuchte verlieren, sollte deren Attraktivität für die Schnecken ohne hin abnehmen. Eine Bekämpfung mit Schneckenkorn dürfte daher nicht sinnvoll sein. Außerdem ist unklar, welchen Schaden die Schnecken in der Ähre anrichten könne. Doch wie steht es um die weiteren Getreideschädlinge?

  • Getreidehähnchen: Die Larven hinterlassen durch ihren streifenförmigen Fensterfraß dünne, pergamentartige Fraßschäden, der schnell überschätzt wird. Eier und/oder Larven werden gerne von verschiedenen Nützlingen, wie z.B. Marienkäfern, Laufkäfern, Florfliegenlarven, Raubwanzen sowie Schlupfwespen, vernichtet.
    Als Bekämpfungsrichtwert gilt: 0,5 bis 1,0 Larven/ Fahnenblatt. Gegen Getreidehähnchen sind nur Insektizide aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide (Indikation: Getreidehähnchen oder beißende Insekten) zugelassen (siehe Tabelle zum Download unten).

  • Blattläuse in der Ähre: In der Milchreife bildet sich oft das Befallsmaximum, danach bedingen Überbevölkerung, Nahrungsmangel oder Vermehrung der Nützlinge häufig einen Einbruch der Population. Natürliche Gegenspieler sind z.B. Marienkäfer, Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven und Schlupfwespen, Laufkäfer und Spinnen. Unter schneller Blattlausvermehrung können natürliche Feinde die Blattläuse häufig nicht komplett reduzieren.
    Zwischen Beginn des Ährenschiebens und Ende der Blüte ist über eine erforderliche Bekämpfung zu entscheiden. Speziell für Weizen sind folgende Bekämpfungsrichtwerte erarbeitet worden:  Bis Ende Ährenschieben (EC 59) 20-30 % befallene Ähren und/oder Fahnenblätter. Anfang Blüte bis Milchreife (EC 61 bis 75): 3 bis 5 Blattläuse/Ähre bzw. bei 60 bis 80 % befallener Ähren und/oder Fahnenblätter. Empfehlung: Gegenüber Pyrethroiden nimmt die Resistenzproblematik zu. Eine gezielte Bekämpfung sollte daher mit anderen Produkten, wie z.B. mit dem schnell wirkenden Pirimor G (Wirkstoff: Pirimicarb) (ab EC 41) mit 200 g/ha, bei über 15 °C erfolgen. Die Wirkung des B4-Produkts tritt über den Kontakt und eine Dampfphase ein, sodass auch die tief im Bestand und in der Ähre sitzende Läuse erfasst werden. Zu beachten ist, dass auf der behandelten Fläche innerhalb eines Kalenderjahres und in den drei darauffolgenden Kalenderjahren keine zusätzliche Anwendung von Mitteln, die den Wirkstoff Pirimicarb enthalten, erfolgen darf.
    Auch zu empfehlen ist das systemisch wirkende Insektizid Teppeki (Wirkstoff: Flonicamid) (EC 39-77) mit 140 g/ha, welches versteckt sitzende Blattläuse an der Blattunterseite sicher erfasst. Teppeki ist ein B2 Produkt (Anwendung auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen nur nach dem täglichen Bienenflug).

  • Gelbe und Orangerote Weizengallmücke: Sie schlüpft aus dem Boden vorjähriger Befallsflächen und legt in ihrer nur sehr kurzen Lebensdauer von nur ein bis mehreren Tagen ihre Eier zu Beginn des Ährenschiebens bei Temperaturen über 20° C an die Ähre von Winter- und Sommergetreide. Fördernd ist ein gut durchfeuchteter Boden während der Schlupfzeit. Die madenförmigen Mückenlarven saugen in der Ähre. Es führt zu Schmachtkorn und Qualitätsverschlechterung und bei Frühbefall werden gar keine Körner gebildet (Schartigkeit). Ein wirtschaftlicher Schaden setzt sich nur unter optimalen Bedingungen zusammen: gute Schlupf- und Eiablagebedingungen bei passendem Getreidestadium (Ährenschieben).

Während des Ährenschiebens (EC 51-59) kann der Zuflug mit Pheromonfallen, Gelbschalen oder Leimtafeln kontrolliert werden. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei einer Mücke in zwei Ähren zu EC 51 bis 59 bzw. bei einer Mücke je Ähre in EC 61 bis 65. Derzeit treten z.B. in Schleswig-Holstein vermehrt Weizengallmücken auf. Ab >100 Mücken/Pheromonfalle liegt ein erhöhter Befall vor, bei >200 Mücken ist ein stärkeres Auftreten vorhanden. 

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

Kartoffel: Jetzt auf Larven des Kartoffelkäfers achten

Erste Käfer, Eigelege und auch Larven sind in den Kartoffelbeständen zu finden. Ist eine Bekämpfung notwendig, sollten Sie diese vor dem Erreichen der Larvenstadien L3 und L4 durchführen.

Denn von den bis zu 40 cm² Blattfläche, die eine Larve im Laufe Ihres Lebens vernichten kann, frisst sie mehr als 50 % im L4 Stadium. Bei starkem Befall kann das Ergebnis ein Kahlfraß sein, bei dem lediglich das Stängelskelett übrigbleibt. Aufgrund der langen Pflanzsaison in diesem Jahr ist von einem langen Schlupf der Larven auszugehen.

Empfehlung: Handeln Sie so bald 15 Larven pro Pflanze auftreten bzw. ein Blattverlust von 20 % pro Pflanze vorliegt. Während teilweise Randbehandlungen genügen, sind in Regionen mit intensivem Kartoffelanbau unter Umständen auch zwei Behandlungen notwendig. Es gelten grundsätzlich die Empfehlungen der letzten Woche. Aufgrund der vielen Nützlinge (Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen) im Feld sollte man primär auf nützlingsschonende Präparate zurückgreifen. Verzichten Sie möglichst auf den Einsatz breit wirksamer Pyrethroide.
Es eignet sich z. B. Coragen (B4) mit 60 ml/ha. Wichtig: Haben Sie nicht nur das kurzfristige Ziel der Kartoffelkäferbekämpfung im Blick, sondern auch das langfristige Ziel der Erhaltung der Wirksamkeit der vorhandenen Insektizide. Resistenzentwicklungen, wie sie z. B. bei den Pyrethroiden bekannt sind, müssen unbedingt vorgebeugt bzw. verzögert werden. Grundsätzlich sind bei der Bekämpfung von Kartoffelkäfern die folgenden Dinge zu beachten:

  • Behandeln Sie, wenn sich die Mehrheit der Larven im L1- bis L2-Stadium befindet.

  • Behandeln Sie möglichst in die frühen Morgenstunden, weil der Schädling in dieser Zeit am meisten frisst und dadurch viel Wirkstoff aufnimmt.

  • Wählen Sie hohe Wasseraufwandmengen von mindestens 400 l/ha und fahren Sie langsam (maximal 5 bis 6 km/h).

  • Biologische Insektizide (z. B. NeemAzal T/S) müssen früher als systemische Mittel appliziert werden, damit eine ausreichende Wirkstoffaufnahme gewährleistet wird.

  • Ein langer Spätsommer und warmer Herbst steigern das Risiko für eine zweite Generation von Kartoffelkäfern.

  • Beachten Sie bei Mehrfachbehandlungen den Wirkstoffgruppenwechsel!

  • Verwenden Sie keine reduzierten Aufwandmengen!

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

Kartoffeln: Behalten Sie die Kraut- und Knollenfäule im Blick

Regelmäßige Kontrollen der Kartoffelbestände auf Phythopthora sind in diesen Tagen unumgänglich. Oft stehen Anschlussspritzungen an.

In Beständen, die jetzt auflaufen sollten Sie einen rechtzeitigen Spritzstart nicht verpassten. Gelangt man in eine Kurativsituation ist der Erreger nur schwer und kostenintensiv in den Griff zu bekommen.  Genaue Informationen erhalten Sie hier.

Letztmalig in dieser Saison ist Versilius einzusetzen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) widerruft zum 13. Juni 2024 die Zulassung des Pflanzenschutzmittels (Zul.-Nr. 008857-00/00) mit dem Wirkstoff Benthiavalicarb. Grund für den Widerruf ist, dass die Genehmigung für den Wirkstoff Benthiavalicarb gemäß Durchführungsverordnung (EU) 2023/2657 nicht erneuert wurde. Für das Pflanzenschutzmittel gilt eine Abverkaufsfrist und eine Aufbrauchfrist bis zum 13. Dezember 2024. Diese Fristen ergeben sich aus der Durchführungsverordnung (EU) 2023/2657 und dem Pflanzenschutzgesetz. Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels. Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle Reste entsorgungspflichtig.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

Ausfallkartoffeln konsequent ausschalten

Schlechte Erntebedingungen im Vorjahr und ein milder Winter sorgten für günstige Bedingungen für Ausfallkartoffeln. Als Reservoir für Krankheiten und Schädlinge gilt es sie konsequent zu bekämpfen.

Anderenfalls erhöht sich z. B. das Risiko für fruchtfolgebedingte Krankheiten wie Krautfäule, Schwarzbeinigkeit/Nassfäulen, Rhizoctonia, Silberschorf, Colletotrichum, Fusarium und Alternaria. Besonders in Regionen mit intensivem Kartoffelanbau führt Kartoffeldurchwuchs langfristig zu Problemen bei der Produktion von Konsumware und von Pflanzkartoffeln. An diesen unkontrollierten Infektionsquellen kommt es derzeit zur massiven Sporenbildung, was zu einem frühen und hohen Befallsdruck in den benachbarten Kartoffelschlägen führt, der nur schwer bekämpfbar ist.

Gleichzeitig sind sie Wirtspflanzen für z.B. Blattläuse (Infektionsquelle für Viruskrankheiten), Kartoffelkäfer sowie freilebende und zystenbildende Nematoden. Gerade bei Kartoffelzystennematoden ist eine Befallsreduzierung nur durch Anbaupausen und Anbau resistenter Sorten möglich. Durchwuchskartoffeln gefährden den Bekämpfungserfolg und damit den phytosanitären Effekt der Fruchtfolge, da sie sich in den Folgekulturen über mehrere Jahre halten können. Auch freilebende Nematoden können sich an Durchwuchskartoffeln optimal entwickeln und z. B. die viröse Eisenfleckigkeit, das Tobacco rattle virus, übertragen.

Daher ist es wichtig sämtliche Durchwuchskartoffeln in allen Kulturen konsequent und ausnahmslos zu bekämpfen. Ziel hierbei ist es, die Bildung von neuen Tochterknollen zu unterbinden bzw. die vorhandenen Tochterknollen am Neuaustrieb zu hindern. Hier unsere Empfehlungen.

  • Wintergetreide: Hier ist die Bekämpfung grundsätzlich schwierig. Mit dem Wirkstoff Fluroxypyr (z. B. Tomigan XL, Starane XL, Ariance C, Lodin etc.) lässt sich zwar das Kartoffellaub bekämpfen, neu angesetzte Knollen werden allerdings i.d.R. nicht reguliert. Die Wirkungsgrade schwanken sehr stark in Abhängigkeit von Witterung, Benetzungsgrad sowie Größe und Sorte der Durchwuchskartoffeln. Häufig werden die Durchwuchskartoffeln von der Hauptkultur bedeckt, sodass sie nicht ausreichend mit den Herbiziden benetzt werden. Auf der Stoppel, d. h. nach der Getreideernte kann neben einer mechanischen Bekämpfung von Durchwuchskartoffeln ggf. auch eine chemische Unterstützung mit dem Wirkstoff Glyphosat (z. B. Kyleo + 5-10 kg SSA) genutzt werden.

  • Zuckerrüben sollten aufgrund ihrer schwachen Konkurrenzkraft nicht nach Kartoffeln angebaut werden. Durchwuchskartoffeln lassen sich in Zuckerrüben nur durch mehrmaliges Hacken oder über Glyphosat-Einsatz im Dochtstreichverfahren (33 % Glyphosat) wirksam bekämpfen. Wichtig ist auch hier eine Bekämpfung vor dem Knollenansatz! Werden Ethosat (300 - 400 g/ha) + Lontrel 720 (80 g/ha) + Debut (30 g/ha) + FHS mehrfach in Tankmischung ausgebracht, können die Durchwuchskartoffeln unterdrückt werden, sodass die Zuckerrüben sie überwachsen können. Eine nachhaltige und vor allem sichere Bekämpfung ist hiermit aber nicht zu erzielen. Die Wirkung ist aber auch hier stark abhängig von der Witterung sowie Größe und Sorte der Durchwuchskartoffeln.

  • Die besten Bekämpfungserfolge von Durchwuchskartoffeln lassen sich im Mais erzielen. Mais kann man verhältnismäßig spät aussäen, sodass auch verzettelt auflaufende Durchwuchskartoffeln sicher bekämpft werden können. Das lange Zeitfenster für die Anwendung vieler Pflanzenschutzmittel im Mais ermöglicht darüber hinaus gezielte Spritzfolgen. Hierbei sollte man chemische Maßnahmen im Sinne des Integrierten Pflanzenschutzes unbedingt durch mechanische Maßnahmen, wie z. B. Hacken, flankieren. Nur so lassen sich langfristig zufriedenstellende Wirkungsgrade erreichen.
    Bewährt haben sich im Mais Produkte aus der Gruppe der Triketone (z. B. Mesotrione, Tembotrione), wie z. B. Callisto, Temsa SC, Simba 100 SC, Kideka, Laudis, Zingis und weitere. Mit Kombinationen aus z. B. Calaris (1 l/ha) + Laudis (1 l/ha) bei 10 bis 20 cm Wuchshöhe der Durchwuchskartoffeln werden gute Wirkungsgrade erzielt. Zur Nachbehandlung eignen sich die gleichen Kombinationen mit reduzierten Mengen oder z. B. Arrat (0,2 kg/ha) + Dash (1,0 l/ha).
    Auf sanierungsbedürftigen Flächen (siehe Bild) kann in Mais eine effiziente Bekämpfung bei 15 cm Wuchshöhe z. B. mit 1,0 l/ha Elumis + 1,0 l/ha Spectrum Gold gefolgt von einer zweiten Behandlung mit 0,75 l/ha Daneva + 0,75 l/ha Onyx + 0,35 l/ha Effigo erfolgen. Insbesondere bei Effigo wurde in Versuchen eine verminderte Keimfähigkeit von Durchwuchskartoffeln beobachtet. Bitte beachten Sie die entsprechenden Nachbaubeschränkungen für Kartoffeln!

 Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

Zuckerrüben: Auf ausreichende Borversorgung achten

Erste Rübenbestände schließen jetzt die Reihen. Der Fokus rückt damit vermehrt in Richtung Nährstoffversorgung sowie Gesunderhaltung des Blattapparates.

Spätestens zum Reihenschluss sollten Sie für eine ausreichende Borversorgung ihrer Bestände sorgen. Angestrebt werden 300 bis 400 g/ha. Fehlt dieser wichtige Nährstoff, kann es zum Auftreten der „Herz- und Trockenfäule“ kommen. Sind erste Symptome erkennbar ist es für eine Nährstoffdüngung bereits zu spät.
Die Bormenge können Sie z. B., über 2,0 bis 2,5 l/ha Lebosol-Bor oder 7,5 bis 10 kg/ha Bortop ausbringen. Gehen Sie dabei auf mindestens 300 l/ha Wasseraufwandmenge. Gute Erfahrungen zur Vitalisierung gestresster Bestände, z. B. verursacht durch Herbizidstress oder auf zugeschlagenen Flächen), konnte man auch mit 2,0 bis 2,5 l/ha Lebosol Bor + 5 bis -10 kg/ha Combitop machen.
Ein Bor-Splitting ist ebenfalls möglich. Die erste Hälfte z. B. zum Reihenschluss, die zweite Gabe zum ersten Fungizidtermin.

Hinweis Cercospora:

Auch wenn es für den Einsatz von Fungiziden oft noch viel zu früh ist, herrschen aktuell sehr gute Bedingungen für die Entwicklung von Cercospora beticola. In diesem Jahr ist es angeraten möglichst früh auch auf erste Blattflecken (2-3 mm rundlich braune Flecken mit rostbraunem Rand) zu achten. Besonders gefährdet für ein frühes Krankheitsauftreten sind Rübenflächen neben vorjährigen Rübenfeldern, Taulagen sowie anfälligere Sorten.
Erste Symptome werden erst knapp zwei Wochen nach dem Infektionsereignis sichtbar. Verwechseln Sie diese jedoch nicht mit Witterungseinflüssen. Unter anderem In Sachsen haben Starkregenereignisse und Hagel Rübenblätter verletzt. In Kombination mit bakteriellen Erregern sind hier erste Blattflecken (unregelmäßig geformt mit dunklem Rand) zu erkennen, die jedoch nicht pilzlichen Ursprungs sind. Eine Ähnlichkeit mit Cercospora und/oder Ramularia liegt vor, allerdings fehlen hier die schwarzen und weißen Sporenträger.

Hinweis Blattläuse:

Prüfen Sie weiter den Besatz der Pflanzen durch Blattläuse, hier sollten Sie insbesondere auf die Grüne Pfirsichblattlaus achten. Durch die Übertragung von Viren können merkliche Ertragseinbußen entstehen. Informationen zur Bekämpfung von Blattläusen erhalten Sie hier.  

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

 

Mais: Erste Maiszünsler fliegen zu

Der Zuflug der Maiszünsler läuft langsam an. Doch wann und wie ist eine Bekämpfung angesagt?

Eine erfolgreiche Bekämpfung der Maiszünsler setzt entweder an den Eigelegen und/oder an den Larven an und richtet sich somit gegen den Nachwuchs der in den Bestand einfliegenden Faltergeneration.

Ist der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen geplant, sollten Regionen, in denen erste Tiere zugeflogen sind, jetzt in den Startlöchern stehen (siehe isip-Karte). Die erste Ausbringung sollte zu Flugbeginn angesetzt werden, die zweite Ausbringung folgt 10 bis 14 Tage später. Verschiedene Schlupfwespen-Larvenstadien in den Karten oder Kapseln gewährleisten unterschiedliche Schlupftermine der Nützlinge, die anschließend die Eigelege des Maiszünslers parasitieren. Neben den auszuhängenden Trichogramma Karten bieten verschiedene Genossenschaften, Unternehmen und Maschinenringe eine Ausbringung von Trichogramma-Kugeln mithilfe von Drohnen an. Die Kosten für eine zweimalige Behandlung mit Trichogramma Schlupfwespen inkl. Ausbringung liegen erfahrungsgemäß je nach Anbieter um 100 €/ha. In Versuchen der LWK NRW konnten Wirkungsgrade von bis zu 50 % erreicht werden.

Der Einsatztermin von Insektiziden zur Bekämpfung des Maiszünslers richtet sich nach dem Flughöhepunkt des Schmetterlings. Hier ist also noch Zeit. Eine Bekämpfung mit Insektiziden (z.B. 125 ml/ha Coragen) wird nur in Starkbefallsregionen empfohlen, in denen im Vorjahr >30% der Pflanzen geschädigt waren. Vorzugsweise sollte eine Beschränkung auf Körnermais vorliegen, da dieser bis zur Ernte länger auf dem Schlag verbleibt und das Risiko einer Toxinbelastung mit DON/ZEA durch einen Befall mit Fusarium unter dem Aspekt der Tierfutternutzung höher ist. 

 

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

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