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topplus Bürokratiewahnsinn

Meldungen ohne Ende: Ein Sauenhalter berichtet von seinen Meldeverpflichtungen

HIT, TAM, QS, Tierseuchenkasse usw.: Die Liste der Meldeverpflichtungen für Schweinehalter wird immer länger. Ein Sauenhalter zählt auf, wohin und wie oft er Tierzahlen melden muss.

Lesezeit: 3 Minuten

Bürokratiewahnsinn: Viele Landwirte fühlen sich von immer mehr Dokumentationen, Auflagen und Regularien überrollt. Was das für die Betriebe bedeutet, wollen wir anhand von Beispielen aus der Praxis zeigen.

Sauenhalter Joachim Berthel aus Stadelschwarzach in Unterfranken listet auf, wann er seine Tierzahlen in welcher Form an welche Stellen melden muss und macht einen Vorschlag, wie es besser laufen könnte.

„Wir halten im Landkreis Kitzingen 280 Sauen mit Ferkelaufzucht und betreiben daneben noch eine Restemast. Die Sauenherde umfasst sieben Gruppen mit knapp 40 Sauen pro Gruppe und wird in einem 3-Wochenrhythmus betrieben. Mein Bestandsregister führe ich tagesaktuell mit einer Exceldatei und kann bei Bedarf, z. B. bei einer Kontrolle, die gewünschten Tierzahlen sofort ausdrucken. Den Sauenplaner führt mein Ringberater vom LKV Bayern.

Abgangsmeldungen sind Doppelmeldungen

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Weiterhin gebe ich in den ersten 14 Tagen jedes neuen Jahres meine HIT-Stichtagsmeldung getrennt nach Sauen, Ferkeln und Mastschweine in die HIT-Datenbank ein. Zusätzlich muss ich dort innerhalb von sieben Tagen alle Tierbewegungen während des laufenden Jahres erfassen. Bis zum letzten Sommer waren es nur die Zugänge, die ich eingeben musste. Das beschränkte sich bei mir auf den Jungsauenzukauf. Seit letztem Sommer muss ich alle Verkäufe eingeben, also Schlachtsauen, Ferkel und Mastschweine, und zwar getrennt nach den jeweiligen Abnehmern, was einen deutlichen Mehraufwand verursacht. Bei den Abgängen handelt es sich um Doppelmeldungen, weil jeder Abnehmer meiner Tiere die Tierzahlen ebenfalls an die HIT-Datenbank melden muss.

Warum TAM-Meldungen nicht aus der HIT ziehen?

Hinzu kommen die Tiermeldungen für die Antibiotika-Datenbank, kurz TAM. Das ist eine eigene Datenbank innerhalb von HIT. Hier muss ich bis 14.1. und bis 14.7. jeweils rückwirkend für ein Halbjahr alle Tierbewegungen erfassen. Dabei werden im Gegensatz zur HIT-Datenbank die Ferkel in Saugferkel und Aufzuchtferkel unterteilt. Zudem werden dort auch die Verluste erfasst. Ich frage mich, warum man die notwendigen Zahlen dafür nicht aus der HIT-Datenbank ziehen könnte.

Tierseuchenkasse, Statistisches Landesamt und Mehrfachantrag

Damit nicht genug. Zu Beginn jedes Jahres muss ich noch meine gesamte Tierzahl, diesmal nicht getrennt nach Kategorien, an die Bayerische Tierseuchenkasse melden. Unter Umständen fragt dann noch das Statistische Landesamt zweimal im Jahr nach meinen aktuellen Tierzahlen, diesmal aber aufgeschlüsselt nach Gewichtsklassen und getrennt nach trächtigen und nicht trächtigen Sauen. Schließlich muss ich meine Tierzahlen als Stichtags- oder Durchschnittszahl auch noch in den Mehrfachantrag im IBALiS-Portal eintragen.

Als QS-zertifizierter Ferkelerzeuger und GQ-Betrieb muss ich auch zusätzlich den Antibiotika-Index und die dazugehörigen Tierzahlen der einzelnen Tiersparten im Auge behalten, bzw. bei Bedarf angleichen. Eine Nullmeldung beispielsweise in der Mast muss ebenfalls vom Tierhalter selbst gemeldet werden.

Welchen Sinn macht das Ganze noch?

Bei all den Meldungen stapeln sich bei mir inzwischen die Ordner. Wir sammeln immer mehr Daten und ich frage mich, welchen Sinn das Ganze überhaupt noch macht. Hinzu kommt der Zeitaufwand, der damit verbunden ist. Allein die Bewegungsmeldungen der HIT- und der Antibiotika-Datenbank kosten mich zusätzlich ca. 30 bis 35 Stunden im Jahr.

Zentrales Online-Register als Lösung

Wäre es nicht sinnvoll, ein zentrales Online-Bestandsregister zu führen, z. B. die HIT-Datenbank, und von diesem dann alle notwendigen Meldungen automatisch generieren zu lassen? Ich wäre sofort dabei!!“

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