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topplus Klimaschutz-Sofortprogramm

BBE: „Bundesregierung lässt Chancen der Bioenergie ungenutzt“

Die Bundesregierung stellt zwar mehr Mittel für den Klimaschutz zur Verfügung, schafft aber heue Hemmnisse z.B. für Wärmenetze. Positiv gelten die Beschlüsse zu Holz.

Lesezeit: 3 Minuten

Das am Mittwoch (23. Juni) vom Bundeskabinett beschlossene „Klimaschutz Sofortprogramm 2022“ lässt die Chancen für Bioenergie als Klimaschutzmaßnahme ungenutzt. „Positiv ist, dass die Bundesregierung die Mittel für den Klimaschutz insgesamt aufstockt, besonders auch für die Forsten. Es ist aber fraglich, ob mit diesem Programm kurzfristig mehr Klimaschutz geleistet werden kann“, bewertet Udo Hemmerling, stellv. Vorsitzender des Bundesverbandes Bioenergie (BBE), die Beschlüsse.

Unsinnige Beschränkung bei Nahwärmenetzen

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Das Programm enthält aus Sicht der Bioenergiebranche richtige Ansätze. Dazu gehört die angekündigte Mittelaufstockung für die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) und die Förderung des Baus abgedeckter Güllelagerstätten und emissionsarmer Tierställe, deren Wirkung sich nach Einschätzung des BBE jedoch in der konkreten Umsetzung beweisen muss: „Wir sehen im aktuell diskutierten Entwurf der BEW, dass neue Hemmnisse geschaffen werden, die einen Ausbau biomassebasierter ländlicher Nahwärmenetze behindern: Beispielsweise ist die Begrenzung von Bioenergie auf die Hälfte des Anteilserneuerbarer Energien in Nahwärmenetzen unsinnig und verhindert Klimaschutz. Auch die Ausweitung der Güllevergärung in Biogasanlagen kommt seit Jahren trotz selbstgesetzter Ziele der Bundesregierung nicht voran", so die Bewertung von Hemmerling.

Kritik an Plänen zu Biokraftstoffen

Nach Einschätzung des BBE wird auch das Potenzial nachhaltiger Biokraftstoffe noch nicht genügend genutzt. Hemmerling: „Eine Anhebung der Biokraftstoffbeimischung könnte für den Fahrzeugbestand bzw. für den Lkw-Verkehr Klimaschutzlösungen bieten, ohne Verbots- und Preisdiskussionen. Auch für kaum zu elektrifizierende Fahrzeugbereiche, wie in der Land- und Forstwirtschaft, stellen nachhaltige Biokraftstoffe Möglichkeiten für schnell verfügbare Treibhausgasreduktionen bereit. Die nächste Bundesregierung muss diese Ansätze aufgreifen.“

Fördermittel für Wiederbewaldung

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) begrüßt die Anpassungen als Schritte in die richtige Richtung und unterstreicht die Bedeutung der Holzverwendung und Wiederbewaldung für den Klimaschutz. Als zentrale Stellschrauben im Gebäudebereich sieht der Verband die Ausweitung der energetischen Sanierungen und die Anhebung der Effizienzstandards. „Die Erhöhung der finanziellen Mittel für die energetische Gebäudesanierung bergen ebenso große Chancen, wie die vorgezogene Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für 2022. Hier gilt es vor allem die graue Energie in die Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden mit einzubeziehen. Baustoffe, wie Stahl, Beton und Zement sind in ihrer Herstellung besonders energieintensiv und erhöhen die globalen CO₂-Emissionen erheblich. Als natürlicher Rohstoff bietet Holz hier eine klimaschonende Alternative“, kommentiert DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Verband auch die Verstetigung der Fördermittel für die Wiederbewaldung. „Die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland ist die Grundlage klimastabiler Wälder und einer zuverlässigen heimischen Holzversorgung. Die finanzielle Förderung dieser Leistung ist damit ein wichtiges Signal sowohl für den Wald als auch die Holznutzung“, so Möbus.

Beitrag der Holzwärme im Gebäudebereich gestärkt

„Wir begrüßen zudem ausdrücklich die Fortführung der Förderprogramme für Biomassekessel in der Bundesförderung effiziente Gebäude. Zusammen mit dem Aus der finanziellen Anreize für Heizungen auf Basis fossiler Brennstoffe ist dies ein bedeutender Schritt hin zu mehr Klimaschutz. Damit wird der Weg für erneuerbare Wärmequellen verstetigt, die zu erheblichen Treibhausgaseinsparungen führen“, bilanziert Möbus. Bereits heute liefere Holz über zwei Drittel der erneuerbaren Wärme. Der nachhaltige Brennstoff aus Rest- und Abfallstoffen könne somit auch weiterhin einen erheblichen Beitrag bei der Umstellung auf nachhaltige Wärme im Gebäudebereich leisten

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