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Biogas: „Flexdeckel“ ist voll!

Laut Bundesnetzagentur (BNetzA) ist der im EEG festgelegte Deckel von 1.000 Megawatt für die Flexibilitätsprämie ausgeschöpft. Die Biogasbranche fühlt sich ausgebremst.

Lesezeit: 3 Minuten

Betreiber von Biogasanlagen erhalten nach Ablauf einer Übergangszeit von 15 Monaten keine Flexibilitätsprämie (Flexprämie) mehr, wenn sie ihre Anlagen auf die bedarfsgerechte Stromerzeugung umrüsten. Denn wie die Bundesnetzagentur (BNetzA) mitgeteilt hat, ist der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Deckel von 1.000 Megawatt (MW) für den Erhalt der Flexprämie ausgeschöpft.

Die zusätzlich installierte Leistung wurde seit dem 1. August 2014 zunächst im Anlagenregister erfasst. Hierbei wurden bis zum 31. Januar 2019 insgesamt 920 Megawatt gemeldet. Seither wurde das Anlagenregister durch das Marktstammdatenregister abgelöst und es wurden bis Ende Juli 2019 weitere 108 Megawatt gemeldet. Somit wurden die 1.000 Megawatt insgesamt überschritten.

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Damit entfalle laut Fachverband Biogas für die Betreiber von Biogasanlagen nach einer Übergangsfrist der wirtschaftliche Anreiz, auf eine flexible Fahrweise umzustellen. „Die Biogasbranche wird in ihren Bemühungen ausgebremst, die Anlagen weiter auf die Bereitstellung von wichtigen Systemdienstleistungen als Partner von Wind- und Solarstrom auszurichten“, kommentiert Dr. Stefan Rauh, Geschäftsführer des Fachverband Biogas. Die Biogasanlagenbetreiber hätten sich ihrer neuen Aufgabe im Energiesystem der Zukunft angenommen und ihre Flexibilisierungsmaßnahmen bei der BNetzA gemeldet. „Jetzt sind die 1.000 MW voll – und der Fleiß der Branche wirkt sich negativ aus“, resümiert er.

Nur noch 15 Monate

Mit dem Erreichen des „Flexdeckels“ verbleiben angeschobenen Flexibilisierungsprojekten nur noch 15 Monate, um die Vorhaben zu beenden und die Prämie noch erhalten zu können. Neuprojekte wird es angesichts der langen Planungs- und Genehmigungszeit nicht geben. „Dabei könnten noch tausende Anlagen flexibilisieren, doch jetzt fehlt der entscheidende Anreiz, um dieses Potenzial zu heben. Der Deckel führt dazu, dass nur ein Bruchteil der möglichen flexibel nutzbaren Leistung bereitgestellt wird“, betont Rauh.

Mit den aktuell installierten Kapazitäten der Biogasanlagen in Deutschland lassen sich rund 5.000 MW gesicherte Leistung produzieren. Um die Stromerzeugung systemdienlich an den Bedarf anzupassen, werden davon 1.000 MW als flexible Pufferleistung vorgehalten. Damit liegt die sogenannte Bemessungsleistung der Biogasanlagen bei etwa 4.000 MW. Bei einer konsequenten Flexibilisierung könnte die Biogasbranche allerdings mit diesen 4.000 MW eine Pufferleistung in Höhe von mindestens 6.000 MW beitragen, sprich eine gesicherte Leistung von insgesamt mindestens 10.000 MW bedarfsgerecht zur Verfügung stellen – und das, ohne mehr Rohstoffe einzusetzen. Diese zusätzliche flexible Leistung, die der „Flexdeckel“ nun ausbremst, könnte rund fünf Kohlekraftblöcke ersetzen. „Mit der Deckelung der Flexibilisierung wird also wieder eine Chance verpasst, den essenziellen Beitrag von Biogas zur Energiewende und zum Klimaschutz auch künftig zu erhalten“, kritisiert Rauh. „Nur wenn jede regenerative Energiequelle ihre Potenziale optimal ausschöpfen kann, gelingt die Energiewende und das Erreichen der Klimaziele – und beim Biogas liegen die Vorteile vor allem bei Speicherbarkeit und Flexibilität. Wir brauchen endlich beherzte Maßnahmen der Politik, insbesondere beim EEG, damit kein Fadenriss entsteht und die Flexibilisierung der Anlagen weitergehen kann. Kurzum: Der Deckel muss weg.“

Deckel sollte gestrichen oder erhöht werden

Als eine zentrale Maßnahme zur Weiterentwicklung des „Flexdeckels“ schlägt der Fachverband Biogas e. V. gemeinsam mit den anderen Bioenergieverbänden die Streichung oder zumindest deutliche Erhöhung der Deckelung vor. Ebenso ließen sich die Auszahlungsmodalitäten optimieren, sodass auch Anlagen, deren EEG-Vergütung in weniger als zehn Jahren ausläuft, in der Flexibilitätsprämie einen Anreiz zur Flexibilisierung sehen können. Weitere Maßnahmenvorschläge, um den enormen Beitrag der Bioenergie auch für die Zukunft zu stabilisieren, sind im gemeinsamen Vorschlagspapier zur Weiterentwicklung des EEG ausgeführt.

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