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EEG-Umlage schießt auf Rekordhoch

Die Umlage zur Förderung der neuen Energien wird Anfang Januar auf rund 5,27 Cent je Kilowattstunde steigen. Das meldet Focus Online und beruft sich auf die Nachrichtenagentur dpa, die wiederum die Info aus Branchenkreisen erhalten haben will. Derzeit beträgt die Umlage rund 3,6 Cent je Kilowattstunde Strom. Allerdings ist der deutliche Anstieg nur zum Teil auf die neuen Energien zurückzuführen.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Umlage zur Förderung der neuen Energien wird Anfang Januar von derzeit 3,6 Cent je Kilowattstunde auf rund 5,27 Cent steigen. Das meldet Focus Online und beruft sich auf die Nachrichtenagentur dpa, die wiederum die Info aus Branchenkreisen erhalten haben will. Eigentlich sollte die genaue Höhe erst am Montag kommender Woche bekannt gegeben werden.


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„Je nach Verbrauch werden Haushalte für die EEG-Förderung bis zu 130 Euro im Jahr mehr zahlen müssen“, erklärt Daniel Dodt von toptarif.de. Das Verbraucherportal hat unter anderen die Mehrkosten für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh Strom durchgerechnet. Danach steigen für diesen die Ausgaben im kommenden Jahr um rund 59 Euro auf etwa 184 Euro (netto).


Nochmals teurer wird es für diejenigen, die noch mehr verbrauchen. Bei einem Jahresverbrauch von 6.500 Kilowattstunden im kommenden Jahr muss eine Belastung von ca. 343 Euro einkalkuliert werden. Aktuell werden „nur“ rund 233 Euro jährlich fällig. 


Neue Energien kaum für Kostenexplosion verantwortlich


Die Kostenexplosion ist allerdings nur zum Teil auf die neuen Energien zurückzuführen. Von den 5,27 Cent entfallen nach Berechnungen des Bundesverbandes Erneuerbare Energien etwa 2,3 Ct auf den Ausbau der neuen Energien. In diesem Jahr liegt dieser Anteil bei 2,1 Ct.


"Die reinen Förderkosten für den Ausbau der klima- und ressourcenschonenden Erneuerbaren Energien erhöhen sich im nächsten Jahr lediglich um 0,2 Cent pro Kilowattstunde. Das rechtfertigt weder, den Ausbau der Erneuerbaren deutlich zu verlangsamen, noch das bestehende Fördersystem generell infrage zu stellen", hält BEE-Geschäftsführer Harald Uphoff den jüngsten Diskussionen um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entgegen. Ursachen für den Anstieg der EEG-Umlage sind neben dem Zuwachs Erneuerbarer Energien vor allem die ausgeweitete Industrieförderung, sinkende Strompreise an der Börse sowie der nachträgliche Ausgleich zu geringer Einnahmen im laufenden Jahr.


Allein auf die Industrieförderung entfällt nach Berechnungen des BEE ein Anteil an der EEG-Umlage 2013 von 1,3 Cent pro Kilowattstunde – immerhin ein Viertel des Gesamtbetrages und rund 0,3 Cent mehr als in diesem Jahr. "Wenn die Bundesregierung eine Industrieförderung in dieser Größenordnung für notwendig hält, muss sie dafür andere Instrumente wählen als ausgerechnet die Stromrechnung der Verbraucher", fordert Uphoff. Dies könnten z.B. entsprechende steuerliche Regelungen sein.


Fehler im System


Hinzu kommt: Die Energieriesen sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Ökostrom in ihre Netze aufzunehmen. Sie zahlen dem Betreiber der Solar- oder beispielsweise Biogasanlage dafür die gesetzlich vorgeschriebene Vergütung (Einspeisevergütung). Auf den Kosten bleiben E.ON und Co dennoch nicht sitzen. Den Ökostrom vermarkten sie nämlich an der Börse. Allerdings decken die Erlöse im Handel in der Regel nicht die Ausgaben für die Einspeisevergütung ab. Die Differenz zwischen der Einspeisevergütung und dem, was die Energieriesen für den Strom an der Börse einnehmen, wird als EEG-Umlage von allen Stromverbrauchern zu gleichen Teilen gezahlt.


Das irre an dem System: Weil immer mehr Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse erzeugt wird, sinken die Strompreise an der Börse. Eigentlich ist dieser Effekt positiv, weil dadurch die Strompreise für die Verbraucher sinken. Die neuen Energien werden dadurch aber teurer, denn die Energieriesen nehmen an der Börse weniger ein, wodurch die EEG-Umlage steigt.


"Schaut man sich die einzelnen Bestandteile an, wird sofort klar: Die EEG-Umlage ist kein Preisschild für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Deshalb geht auch die einseitige Kostendiskussion der letzten Wochen völlig an der Sache vorbei."


Die Erneuerbaren Energien tragen maßgeblich dazu bei, dass der Strompreis an der Börse sinkt, da Wind- und Solarenergie ohne Brennstoffkosten auskommen und teure fossile Kraftwerke vom Markt drängen. Nutznießer dieses Effektes sind bisher vorwiegend Großabnehmer, die sich direkt an der Strombörse eindecken. Das Gros der privaten Verbraucher sowie kleine Unternehmen profitieren hingegen nicht von der Entwicklung. Im Gegenteil: Sie müssen sinkende Börsenpreise über eine steigende EEG-Umlage kompensieren helfen.


Berechnung muss reformiert werden


"Der Berechnungsmechanismus für die EEG-Umlage muss grundlegend reformiert werden. Die Preissenkungen, die die Erneuerbaren an der Börse bewirken, müssen auch zu sinkenden Kosten bei den Verbrauchern führen anstatt deren Stromrechnung über eine steigende EEG-Umlage zu erhöhen", mahnt Uphoff an.


Eine Möglichkeit, die Verbraucher kurzfristig zu entlasten, sieht der BEE darin, regenerativ erzeugten Strom von der Stromsteuer zu befreien. Hierdurch könnte der Strompreis für Privathaushalte um 0,5 Cent/kWh sinken. Uphoff: "Die Stromsteuer wurde zur Kompensation von Umwelt- und Gesundheitskosten, die durch die fossil-atomare Stromerzeugung verursacht werden, eingeführt. Dass diese Steuer immer noch auf die sauberen Erneuerbaren Energien erhoben wird, ist unlogisch und systemwidrig. Hier gibt es einen sinnvollen Handlungsspielraum für die Bundesregierung." (ro/toptarif.de/bee)


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