Energieeinsparung

Energieinnovationspreis für solarbetriebenen Traktor

Drei nordrhein-westfälische Unternehmen sowie ein Landwirt haben den EnergieInnovationspreis mit Preisgeldern von insgesamt 40.000 € für Lösungen zur Energieeinsparung erhalten.

Die Energieagentur NRW hat zum dritten Mal den Innovationspreis mit Preisgeldern von insgesamt 40.000 € für besondere Lösungen zur Energieerzeugung und Effizienz verliehen. Einen Sonderpreis von 3.000 € in der Energieeffizienz-Kategorie hat der Landwirt Heinz Wegmann erhalten. Der studierte Maschinenbauer aus Soest baut Getreide, Mais und Zuckerrüben an. Zum Hacken von Unkraut nutzt er einen selbst entwickelten, leichten Traktor mit einem Dach aus acht Solarmodulen und eingebauten Batterien zur Zwischenspeicherung für bewölkte Zeiten. Für 80 % der Arbeitszeit reicht der Solarbetrieb, nur manchmal muss die Batterie für den Elektromotor aufgeladen werden. Im ersten Nutzungsjahr sparte der Antrieb 10 % Diesel ein, in diesem Jahr solle es noch mehr werden. Noch dazu entfällt die Lärmbelastung für die Anwohner und das Fahrzeug lässt sich wegen seiner kompakten Bauweise präziser fahren als herkömmliche Hackmaschinen und spart dadurch Arbeitszeit. Die Serienfertigung ist geplant. Die Jury lobte Heinz Wegmanns Erfindergeist und sein herausragendes Engagement für den Klimaschutz.

Intelligente Abwärmenutzung

In der allgemeineren Kategorie für Energieeffizienz wurde die Crespel und Deiters GmbH & Co. KG aus Ibbenbüren mit 14.000 € Preisgeld geehrt. Der Hersteller von Weizenstärke und Weizenproteinen, die in Nahrungsmitteln, Futter oder auch Klebstoff verwendet werden, hatte bereits den ersten EIP des Jahres 2016 gewonnen. In diesem Jahr reichte das Unternehmen eine Maßnahme zur Wärmerückgewinnung ein, bei der die ungenutzte Abwärme aus einem Produktionsprozess für den Wärmebedarf eines anderen Prozesses genutzt wird. Genauer: Durch eine detaillierte Betrachtung der internen Prozesse konnte eine in Dampf vorhandene Brüden-Kondensationswärme in eine luftgebundene Vorwärmung umgewandelt werden.

Mithilfe des Energiemanagementsystems fand sich ein Stärketrockner, für den bisher als Wärmequelle 350 Grad heißes Turbinenabgas beigemischt wurde. In der neuen Lösung dient der kondensierte Dampf aus dem benachbarten Kesselhaus nun dort als Vorwärmung, während der nicht mehr benötigte Anteil des Turbinenabgases zu Dampf umgewandelt wird. Dadurch wiederum wird an den gasbefeuerten Dampfkesseln weniger Erdgas verbraucht, was jährlich fast 78.000 € einspart, dazu knapp 7.000 € an Wasser und Chemikalien. Das sind 20,9 % Energieeinsparung am Stärketrockner, 6,4 % im Kesselhaus und 1,6 % unternehmensweit. Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes liegt bei 700 t.

Künstliche Intelligenz spart Energie ein

14.000 € Preisgeld und eine Auszeichnung in der Kategorie „Digitalisierung“ bekommt die Dabbel Automation Intelligence GmbH aus Düsseldorf. Dabbel beschäftigt sich mit Software für die Steuerung von Gebäudetechnik per Künstlicher Intelligenz (KI). Im so genannten „Weißen Haus“, der Hauptverwaltung der Gelsenwasser AG in Gelsenkirchen, übernahm die Software innerhalb einer Woche über Sensoren und Kontaktpunkte der bestehenden Hausleittechnik die Heizung, Lüftung und Klimatisierung (HLK) der Büros auf 6000 Quadratmetern Fläche. Im Gebäude selbst waren dafür keine Installationen notwendig. Durch die intelligente, vorausschauende Steuerung konnte der Energieverbrauch für HLK von zuvor 506.250 kWh um 177.188 kWh, also 35 %, reduziert werden.

Stromeinsparung mit intelligenter Gebäudesteuerung

Die Kaiser + Kraft Europa GmbH, Versandhändler für Betriebs-, Lager- und Büroausstattung, hat in der Kategorie „Digitalisierung“ einen Preis von 9000 € erhalten. Die 5000 Quadratmeter große Schweißerei-Halle des Unternehmens in Haan wurde im vergangenen Jahr mit neuen LED-Lichtquellen einschließlich Sensoren für Bewegung, Tageslichteinfall und Temperatur ausgestattet. Die dort gewonnenen Daten werden per Funk zusammengeführt und über die Smart-Building-Software „Enlighted“ verarbeitet. Am Rechner sind die einzelnen Lichtpunkte oder die Bewegungsstrukturen übersichtlich auf einem Dashboard dargestellt, zudem können dort Gruppensteuerungen oder individuelle Beleuchtungskonzepte organisiert werden. Das System ist beispielsweise durch Anbindung an Einbruchmelder oder an eine Heizungs- und Lüftungsanlage erweiterbar. Die Jury lobte die innovative Art und Weise, Echtzeit-Informationen zu Smart Data umzuwandeln, und die hohe Stromeinsparung von 66 %.


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