EnergyDecentral

Innovationsmedaillen für Wasserstoff-BHKW und Serviceöffnung am Fermenter

Die Expertenkommission der DLG hat aus insgesamt 81 zugelassenen Neuheiten-Anmeldungen eine Gold- und eine Silbermedaille des Innovation Awards EnergyDecentral vergeben.

Beim Neuheitenwettbewerb der Messe EnergyDecentral hat eine von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) eingesetzte Expertenkommission aus insgesamt 81 zugelassenen Neuheiten-Anmeldungen aller Sachgebiete zwei Gewinner ermittelt. Die Jury vergab dabei eine Gold- und eine Silbermedaille:

1. Gold für 2G Wasserstoff BHKW (agenitor H2) von 2G Energy AG

Im Energiesystem der Zukunft gilt Wasserstoff als wichtiges Speichermedium für Strom. Dieser kann zeitversetzt wieder in andere Energieformen zurückgeführt werden ohne dabei weitere Emissionen zu erzeugen.

2G ist es mit dem agenitor H2 erstmals gelungen, die Kraft-Wärme-Kopplung für die Erzeugung von Strom und Wärme aus Wasserstoff nutzbar zu machen. Die Neuentwicklung basiert auf einem Erdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) und wurde in einem Pilotprojekt mit den Stadtwerken Haßfurt (Bayern) zur Serienreife geführt. Somit konnte auch eine vergleichbare Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt werden. Im Gegensatz zu Erdgas-BHKWs werden beim agenitor H2 – abhängig von der Motorbauart – auch NOx-Emissionen im Bereich von nahe Null erreicht. Brennstoffzellen als Technologiealternative sind nach dem aktuellen Stand der Technik sowohl deutlich teurer als auch für diesen Einsatzzweck noch nicht zur Serienreife entwickelt.

Mit dem Wasserstoff-BHKW gibt es jetzt eine weitere Kategorie von Kleinkraftwerken, die bedarfsgerecht und CO₂-neutral Strom und Wärme erzeugen. Die Übertragung der Lösung ist auch auf Gasmotoren anderer Hersteller erstrebenswert und in Bezug auf die Technik am Gasmotor selbst laut Hersteller relativ einfach.

2. Silber für gasdichte Serviceöffnung für Fermenter von Erich Stallkamp ESTA GmbH

Bei Service- und Instandhaltungsarbeiten an Tauchmotorrührwerken von Behältern mit Membranspeicher kommt es immer wieder zu größeren Methanemissionen. Dieser Gasverlust bedeutet einen wirtschaftlichen Schaden für den Anlagenbetreiber. Bei Serviceöffnungen bisheriger Bauart besteht außerdem die Gefahr eines Sauerstoffeintrags in den Gasspeicher, wodurch ein explosionsfähiges Stoffgemisch entstehen kann.

Serviceöffnung

Die Serviceöffnung ist gasdicht. (Bildquelle: Erich Stallkamp ESTA GmbH)

Mit der gasdichten Serviceöffnung für Biogasfermenter stellt die Erich Stallkamp ESTA GmbH nun erstmals ein weiterentwickeltes Produkt vor, das diese Nachteile fast vollständig ausräumen und bei Wartungsarbeiten sowohl den Methanaustrag aus dem als auch den Sauerstoffeintrag ins System auf ein Minimum reduzieren soll. Dadurch werde laut Jury ein wirtschaftlicher Mehrwert und ein positiver Beitrag zum Klimaschutz erreicht, der Sicherheitsaspekt verbessert und die Belastung des Wartungspersonals reduziert, das bisher während der Arbeiten immer in einer stark mit Biogas beaufschlagten Atmosphäre tätig sein musste.

Mit der gasdichten Serviceöffnung muss der Betreiber nicht mehr wie üblicherweise das Fermenterdach entfernen und einen hohen Gasverlust in Kauf nehmen, sondern mithilfe der gasdichten Serviceöffnung lediglich den Füllstand anheben, um z.B. das innenliegende Rührwerks zu wechseln.

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