Windkrise

Krise bei Enercon: Saathoff sieht Mitschuld der Windbranche

Nicht nur die Windbranche, sondern die gesamte Energiewende steht auf dem Spiel, sagt der ostfriesische SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff in einem offenen Brief.

Die Nachricht des Windenergieanlagenherstellers Enercon über drohende Werksschließungen und damit verbundene Arbeitsplatzverluste ist auch aus Sicht des SPD-Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff „dramatisch für den Landkreis Aurich und die gesamte Region Ostfriesland“. Saathoff geht aber weiter: Er sieht neben der Windbranche die gesamte Energiewende in Deutschland Gefahr. „Es geht schon seit langem um noch viel mehr als die Schließung bei Enercon: auch die gesamte Energiewende steht auf dem Spiel. Es ist aus meiner Sicht nicht zu unterschätzen, was es in anderen Nationen der Erde bedeuten würde, wenn der Eindruck entstünde, Deutschland würde seine Klimaschutzverpflichtungen nicht mehr erfüllen wollen.“

Deshalb müsse es jetzt auch darum gehen, die Kompetenzen und Verantwortungen zu bündeln und gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Energiewende nicht nur ein Erfolg in Deutschland wird, sondern als beispielhaft in der ganzen Welt angesehen wird.

"Krise kommt nicht überraschend"

Saathoff bezeichnet sich in dem Brief selbst als ein vehementer Verfechter für Windenergie. Daher komme für ihn die Krise des Auricher Anlagenherstellers nicht überraschend. Seit Monaten weise er in Bundestagsreden, Interviews, Gastkommentaren auch in bundesweiten Medien und durch zahlreiche Auftritte in Podiumsdiskussionen darauf hin, dass sich etwas ändern müsse. „Ich habe in einer Fragestunde des Deutschen Bundestages die absolut seltene Gelegenheit genutzt und der Bundeskanzlerin persönlich meine Sorgen zur Windenergie vorgetragen. Sie hat erwidert, man müsse eben auch sehen, dass der Ausbau der Windenergie bei vielen

Bürgern an Grenzen der Akzeptanz stieße“, so Saathoff....

Die Redaktion empfiehlt

Die Krise in der Windbranche hat den Branchenprimus voll erwischt. Enercon reagiert am Standort Aurich und Magdeburg mit Entlassungen sowie mit Auftragsstopps.

Seit dem 1. Oktober hat Nils Boenigk kommissarisch die Geschäftsführung der Agentur für Erneuerbare Energien übernommen. Sein Vorgänger Philipp Vohrer hat die AEE verlassen.

Krisengespräch zur Windenergie

Gemischte Reaktionen auf Windgipfel

vor von Hinrich Neumann

Die Reaktionen auf das heutige Krisentreffen von Wirtschaftsminister Altmaier und der Windbranche reichen von „hoffnungsvoll“ bis „enttäuschend“. Jetzt kommt es auf Taten an.