Artenschutz

Mehr Windräder, weniger Rotmilane – stimmt das wirklich?

Zwei Studien zum Thema „Rotmilan contra Windenergie“ kommen zu unterschiedlichen Aussagen – auf den ersten Blick. Eine pauschale Verurteilung der Windenergie ist aber unangebracht.

Beeinflussen Windräder den Bestand von Rotmilanen? Dieser Frage sind kürzlich zwei Studien nachgegangen, die zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen:

  • In den Jahren 2010 bis 2016 ist die Anzahl der Windenergieanlagen (WEA) im Kreis Paderborn von 145 auf 333 gestiegen. Die Zahl der Rotmilanreviere schwankte in diesem Zeitraum zwischen 66 und 95, wobei keine statistisch signifikante Ab- oder Zunahme ermittelt werden konnte. „Ein Einfluss der Zunahme der Anzahl und auch der Höhe der WEA auf die Größe des Rotmilanbestandes ist hieraus somit nicht zu erkennen“, resümieren die Autoren der Studie „Rotmilan und Windenergie im Kreis Paderborn“, die die Fachagentur Wind (FA Wind) im August herausgegeben hat.
  • In Landkreisen mit einer hohen Dichte an Windrädern gehen die Rotmilanbestände zurück, während sie in Landkreisen ohne Windräder zunehmen. Das zeigt eine Analyse der jüngsten Bestandsentwicklung des Rotmilans, die der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) als Koordinator der offiziellen...

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Je mehr Windräder, desto schlechter die soll Bestandsentwicklung des Rotmilans sein, behauptet der Nabu. Die Windbranche hingegen sagt, Windräder hätten keine negativen Auswirkungen.

Der Bestand des Rotmilans ist trotz Verdopplung der Windräderzahl im Landkreis Paderborn stabil geblieben, zeigt eine neue Studie der Fachagentur Windenergie an Land.

Wie zu erwarten war, hat die Studie zu Auswirkungen von Windparks auf den Rotmilan-Bestand eine massive Diskussion zwischen Windkraftgegnern und –befürwortern ausgelöst.