top agrar plus Biobrennstoffe

Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomasse: Fehlende Auditoren verzögern Umsetzung

Prolignis verarbeitet in Melsungen seit drei Monaten zertifizierte Biomasse. Ein großes Problem: Es fehlen Gutachtern für die Zertifizierung. Die Branche fordert daher eine längere Übergangszeit.

Mit der Erweiterung der RED II um die Bereiche feste und gasförmige Biomasse müssen auch Betreiber von Heizwerken mit einer Feuerungswärmeleistung von über 20 MW nachweisen, dass die eingesetzte Biomasse nachhaltig ist. In der nationalen Umsetzung der RED II, der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV), wurde hierfür eine Frist bis zum 1. Januar 2022 gesetzt, die nach Antrag bei der BLE bis zum 30. Juni 2022 verlängert werden kann. Damit fällt auch das von der Prolignis-Gruppe betriebene HolzHeizKraftWerk Melsungen (HHKW Melsungen) unter die Regelungen. Erfüllt das Kraftwerk nicht die Vorgaben der BioSt-NachV und kann kein entsprechendes Zertifikat zum Nachweis vorweisen, verliert die Anlage den Anspruch auf die Stromvergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Einstieg bereits 2019

Die Prolignis Gruppe hat sich als Betriebsführungsgesellschaft des HHKW Melsungen der neuen Herausforderung früh angenommen. Bereits im September 2019 wurde während des Fachkongress Holzenergie des Bundesverbandes Bioenergie die Pilotierung des Nachweisverfahrens mit dem hierfür entwickelten Zertifizierungssystem Sustainable Resources Verification Scheme – kurz SURE – vereinbart. Dabei wurde neben den eigentlichen Nachhaltigkeitskriterien der Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der erforderlichen betrieblichen Strukturen wie dem Aufbau des geforderten Managementsystems (Qualitätsmanagement), die Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit (Massenbilanzierung) und der Dokumentation sämtlicher Prozesse und Vorgänge gelegt.

Seit Dezember 2021 zertifiziert

Alle beteiligten Mitarbeiter wurden hierfür von Anfang an in den Entwicklungs- und Implementierungsprozess eingebunden, um eine möglichst reibungsfreie Umsetzung und Integration der Prozesse in den regulären Anlagenbetrieb gewährleisten zu können. Nach erfolgreicher Einführung der neuen Strukturen am Kraftwerk wurde das System schließlich im November 2021 im Rahmen des...

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