Windenergie

Schleswig-Holstein: Trend zu weniger Abschaltungen von Windrädern setzt sich fort

Trotz Rekordwachstum bei den erneuerbaren Energien werden weniger Anlagen bei Netzengpässen abgeschaltet – eine Folge des voranschreitenden Netzausbaus.

Der Trend, dass in Schleswig-Holstein weniger Erneuerbare-Energien-Anlagen aufgrund von Netzengpässen abgeregelt werden müssen, setzt sich auch im Jahr 2021 fort. Im windreichen Norden mit schwachem Stromnetz hatte es in der Vergangenheit jahrelang die mit Abstand meisten Abregelungen im Rahmen des „Einspeisemanagements“ gegeben. Doch der Anteil von Schleswig-Holstein an den bundesweiten Abregelungen sinkt im Trend und lag 2020 erstmals unter 50 %, im 4. Quartal 2020 sogar nur bei 45 % und im 1. / 2. Quartal 2021 bei 37 %. Seit November 2020 sind die Abregelungen in Niedersachsen erstmals höher als in Schleswig-Holstein.

Folge des Netzausbaus

Nach hohen Abregelungen in den 1. Quartalen 2019 und 2020 ist der Wert im 1. Quartal 2021 so tief wie lange nicht mehr. Ebenso erreichte das Einspeisemanagement im 4. Quartal 2020 den tiefsten Wert im Vergleich zu den anderen 4. Quartalen. Diese Quartale zeigen die Erfolge des Netzausbaus in Schleswig-Holstein, heißt es aus dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung. Zugleich war das erste Quartal 2021 unterdurchschnittlich windstark, was ebenfalls zu geringen Abregelungen beiträgt.

Die 2. und 3. Quartale sind in der Regel jahreszeitenbedingt deutlich windschwächer. Trotz der in diesen Quartalen höheren Einspeisungen von Strom aus Photovoltaik sind die gesamten Abregelungen in diesen Quartalen vergleichsweise geringer.

Abregelungen

Abregelungen von EE-Strom in Schleswig-Holstein (Quartalswerte) (Bildquelle: MELUND)

Einspeisung gestiegen

Gleichzeitig hat in Schleswig-Holstein die Strommenge aus erneuerbaren Energien, die in die Stromnetze eingespeist wurde, laut Energiewendeministerium im Jahr 2020 ein Allzeithoch erreicht. Nach 23,6 Terrawattstunden im Jahr 2019 wurden 2020 insgesamt 24,4 Terrawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien in die Netze eingespeist. Gleichzeit gingen die Abregelungen auf 2.595 Gigawattstunden an Land und 471 Gigawattstunden Offshore im Jahr 2020 zurück.

Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht: „2020 und 2021 sind mit der Inbetriebnahme der Mittelachse und den Baufortschritten der Westküstenleitung gute Jahre für die Energiewende in Schleswig-Holstein. Mit einem Zubau von Windkraft und Photovoltaik und trotz eines hohen Windaufkommens 2020 haben wir es mit dem Netzausbau geschafft, weniger Abregelungen zu erreichen.“ Der Netzausbau müsse aber jetzt nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch südlich der Elbe weitergehen.


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