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Biogas und Wasserstoff

Speicherkraftwerke helfen auch der Wasserstoffwirtschaft

B.KWK und Flexperten fordern flexible Kraftwerke mit großen Wärmepufferspeichern und die Gasaufbereitung von Biogas zu Methan als Partner für Wasserstoff.

Lesezeit: 3 Minuten

Wasserstoff aus regenerativem Strom ist ein vielversprechender Weg zu mehr Klimaschutz, zunächst besonders in Stahl-, Zement- und Chemiewerken, aber auch anderen Sektoren. Mit wachsendem Anteil ins Erdgasnetz eingespeist, kann Wasserstoff langfristig fossiles Erdgas ersetzen. Doch der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (BHKW) und das Biogas-Netzwerk Flexperten warnen vor falschen Hoffnungen: Wasserstoff ist Energieträger und keine Energiequelle. Grüner Wasserstoff soll in großen Solarstrom-Farmen in Nordafrika gewonnen und über Hochdruck-Tankschiff-Infrastruktur nach Deutschland kommen. „Die gibt es es bisher noch nicht mal auf dem Reißbrett. Bis die Technologie das Klima wirksam entlastet, sind wir weit in den Dreißigerjahren“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

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Daher müsse der Ausbau der erneuerbaren Energien drastisch beschleunigt werden, um auch eine heimischen Produktion aufzubauen. Das sei zu günstigen Kosten möglich, denn Wind- und PV-Anlagen seien noch nie so billig gewesen. Die nutzbare Ausbeute aus Windenergie könnte auch bei Netzengpässen noch deutlich gesteigert werden. Dazu müssten die vorhandenen regelbare Erzeuger, wie z.B. BHKW an Biogasanlagen und in Wärmenetzen nur noch konsequenter flexibel betrieben werden – also immer dann ruhen, wenn das Netz ausgelastet ist.

Dafür müssten diese vielen dezentralen Erzeuger mit höherer Leistung und mit Wärmepufferspeichern ausgestattet werden. Praxisbeispiele sind die ersten „regenerativen Speicherkraftwerke“ und finden sich auch unter www.energie-update.de der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Die neuen, größeren und flexiblen Kraft-Wärme-Kopplungen können anstelle der ausscheidenden Kohle- und Kernkraftwerke die Stromversorgung sichern und Wärme liefern. „Genau diese Strukturen werden auch zum Absatzmarkt für den Wasserstoff der Zukunft“, betonen die Verbände.

Abwärme der Elektrolyse lässt sich nutzen

Mehr noch: In den Speicherkraftwerken könne die Effizienz der inländischen Wasserstofferzeugung gesteigert werden. Deren Elektrolyseure erzeugen Abwärme-Verluste von bis zu 30 %, die nicht weggekühlt, sondern in den Speicherkraftwerken zur dezentralen Wärmeversorgung genutzt werden.

Durch ihre Nähe zu den Wärmeabnehmern funktionieren die großen Pufferspeicher in Speicherkraftwerken als Drehscheibe für regenerative Wärme. Thermische Energie aus der Stromerzeugung in BHKW, aus industriellen Prozessen, aus Solarthermieanlagen oder aus nicht nutzbarem Strom-„überschuss“ wird eingespeichert und über das lokale Wärmenetz verlustarm an Haushalte und Gewerbe verteilt.

Biogas als Partner

Auch Biogas kann nach Ansicht der Verbände ein wichtiger Partner für Wasserstoff werden: Die Biogas-Aufbereitungsanlagen gewinnen konzentriertes CO2. Etwa 10 % der Biogaserzeugung wird bereits aufbereitet in das Erdgasnetz eingespeist; das CO2 bleibt übrig. Damit könnte grüner Wasserstoff sogar mit biologischen Verfahren zu regenerativem Methan veredelt werden. „Regeneratives Methan wird schon jetzt in gasbetriebenen Erdgasfahrzeugen und in Gasverbrauchern aller Art eingesetzt. Durch Methanisierung würde Wasserstoff in beliebiger Menge kompatibel mit dem heutigen Erdgasnetz“, heißt es in dem Papier.

Darin zeigen sich viele synergetische Effekte zwischen der Wasserstoffstrategie, KWK- und Biogasanlagen. Es sei wichtig, dass die Bundesregierung die Förderung dieser Technologien mit dem gleichen Nachdruck weiter entwickelt und schon bald das EEG reformiert.

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