Windenergie zum Anfassen

30 Aussteller stellen am 1. und 2. September auf der „Kleinsten Windenergiemesse des Münsterlandes“ Lösungen für die Energiewende vor.

Die Besucher können auch Windenergieanlagen besichtigen. (Bildquelle: Bürgerwindpark Hollich)

Wie ein Bürgerwindpark funktioniert, welche Vorteile Bauern und Bürger davon haben und welche weiteren Entwicklungen es bei der „Energiewende von unten“ gibt bis hin zur Produktion von Wasserstoff als Fahrzeugkraftstoff, können Interessierte am 1. und 2 September 2018 in Steinfurt-Sellen hautnah erleben. An dem Wochenende veranstaltet der Bürgerwindpark Hollich Sellen ein „Bürgerwindfest“ mit Vorträgen von namhaften Experten und einer Ausstellung, an der über 30 Firmen teilnehmen.

Lange Jahre Erfahrung mit Bürgerwindparks

Bereits seit 2001 betreiben Bauern und Bürger im münsterländischen Steinfurt Hollich insgesamt 19 Windenergieanlagen in einer sogenannten Publikumsgesellschaft (Windpark Hollich GmbH & Co. KG) mit über 220 Kommanditisten. Anfang 2011 begannen unter Beteiligung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes die Planung – beschleunigt durch den Reaktorunfall im japanischen Fukushima und dem damaligen Atomausstiegs-beschluss der Bundesregierung – für die insgesamt 16 Anlagen der 3 MW-Klasse in Hollich und Sellen. Sie alle gingen bis Anfang 2016 in Betrieb und werden von der Schwestergesellschaft (Bürgerwindpark Hollich Sellen GmbH & Co. KG) betrieben.

Die Gesellschaft investierte in diese 16 Anlagen sowie in ein 65 MW- Umspannwerk insgesamt 80 Mio. €. Der benötigte Eigenkapitalanteil in Höhe von 15,5 Mio. € wurde im Jahr 2017 von über 800 direkt beteiligten Bürgern eingezahlt. Zu den Anteilseignern gehören u. a. auch die Stadtwerke Steinfurt, die Bürgerenergiegenossenschaft Steinfurt (BEGST) sowie Vereine und Verbände. Dadurch sind indirekt mehrere tausend Bürger aus Steinfurt bzw. dem Umfeld der beiden Windgebiete beteiligt. Diese breite Streuung war den Initiatoren sehr wichtig um das Projekt als echten und ehrlichen Bürgerwindpark dauerhaft und nachhaltig im Umfeld zu verankern.
 
„Der Steinfurter Weg“ - Leitbild für Bürgerwindparks

Der Landkreis Steinfurt hat im Rahmen seines Ziels bis 2050 klimaneutral zu werden im Jahr 2011 einen sogenannten Windmasterplan ins Leben gerufen. Zu dem gehören auch Leitlinien beim Ausbau der Windenergie, die in den Folgejahren nahezu als „ungeschriebenes Gesetz“ gelebt wurden, so Ulrich Ahlke, Leiter Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt und Geschäftsführer des Energieland 2050 Vereins. Bei der Erstellung der Leitlinien – die zwischenzeitlich u. a. weitestgehend auch vom Land Thüringen übernommen wurden – stand der Windpark Hollich Pate.
 
Information und Unterhaltung für die ganze Familie

Neben Prof. Volker Quaschning (HTW Berlin), der am Sonntag um 14 Uhr seinem Vortrag hält, werden regionale und überregionale Akteure und Spitzenvertreter der Verbände die Veranstaltung mitgestalten. Ein informatives und bereites Programm macht die Veranstaltung zu einem Wochenendziel für die ganze Familie. U. a. kann man einen Wasserstoff angetriebenen PKW Probe fahren, einen 50 Meter hohen Aussichtskorb besteigen oder bei einer Rotorblattinspektion in 130 Meter Höhe zusehen. Ein Thema ist die Umwandlung von Windstrom in Wasserstoff, ein Anderes die technologieübergreifende Bündelung von 350 Megawatt Nennleistung EE- Anlagen in Form einer betreibergeführten Erzeugergenossenschaft.
 
Öffnungszeiten:
Samstag, 1.9. 14 – 18 Uhr
Sonntag, 2.9.  10 – 18 Uhr

Das vollständige Programm, Anfahrtsbeschreibung und weitere Infos unter www.buergerwindfest.de 
www.energieland2050.de
www.die-energielandwerker.de
 

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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