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Zehnmal mehr Biomethan möglich

Die Dena-Biogaspartnerschaft fordert stärkere Anreize und ein stärkeres politisches Bewusstsein für die Biomethannutzung in Verkehr, Wärme und Strom.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Erzeugung von Biomethan in Deutschland könnte bis im Jahr 2050 um gut das Zehnfache gesteigert werden, von heute 9 auf rund 100 Terawattstunden pro Jahr. Das ist das Ergebnis eines Strategiepapiers, das die Biogaspartnerschaft der Deutschen Energie-Agentur (Dena)auf Basis von 16 Studien aus den Jahren 2012 bis 2017 erarbeitet hat.


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Voraussetzung für den Ausbau ist, dass die Rahmenbedingungen für die Nutzung von Biomethan in den Sektoren Verkehr, Wärme und Strom verbessert werden. Biomethan entsteht nach der Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität und lässt sich wie Erdgas gut speichern und vielseitig nutzen. Als Quelle dienen Rest- und Abfallstoffe, Gülle, Mist und Energiepflanzen. „Nach allen Studien kann Biomethan einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende leisten, ohne mit der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln zu konkurrieren“, betont Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung.


Vor allem dort, wo Strom-, Gas- und Wärmenetze gut zusammenspielen, kämen die Vorteile von Biomethan zur Geltung. Biomethan sei eine hervorragende Ergänzung zu den fluktuierenden erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie. „Vor allem brauchen wir ein klares politisches Bekenntnis, dass Investitionen in Anlagen und Infrastruktur für erneuerbare Gase als wertvoller Beitrag zur Energiewende anerkannt werden.“


Folgende Optionen für Biomethan hält die Biogaspartnerschaft für möglich und sinnvoll:

  • Verkehr: Biomethan ist ein nahezu klimaneutraler Kraftstoff, bei dessen Verbrennung auch deutlich weniger Stickoxid und Feinstaub entstehen als beispielsweise die Euro 6-Norm für Benzin und Diesel zulässt. Der Umstieg auf Erdgasfahrzeuge, die mit Biomethan und anderen erneuerbaren Gasen betrieben werden, wäre schnell und kostengünstig realisierbar. Daher sollte Biomethan verstärkt in Landwirtschaft, öffentlichem Nahverkehr und für Pkws genutzt werden. Langfristig ist Biomethan in Form von verflüssigtem Biogas (Bio-LNG) vor allem im Schwerlast- und Schiffsverkehr sinnvoll. Um die Potenziale zu realisieren, fordern die Biogaspartner eine stärkere Berücksichtigung in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU,  die Möglichkeit, dass Pkw-Hersteller den Einsatz nachhaltig erzeugter Kraftstoffe wie Biomethan auf ihre CO2-Flottenzielwerte anrechnen können sowie eine Gasmobilitätsstrategie und den Aufbau eines LNG-Tankstellennetzes.
  • Wärme: Im Wärmesektor wird Bioenergie derzeit überwiegend in Form von Abwärme aus Blockheizkraftwerken direkt vor Ort genutzt. In Zukunft kann Biomethan verstärkt für Prozesswärme und in Nah- und Fernwärmenetzen eingesetzt werden. Für industrielle Prozesswärme bietet Biomethan eine erneuerbare Alternative, die auch bei hohen Temperaturen von über 500 Grad Celsius geeignet ist. Dafür wären Anreize für die Senkung der CO2-Intensität der industriellen Prozesswärme erforderlich. Auch wäre die Einführung von CO2-Grenzwerten für Fernwärme sinnvoll. Alternativ könnte auch die effiziente Nutzung von Biomethan in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) gefördert werden, etwa im Rahmen des geplanten Gebäudeenergiegesetzes.
  • Strom: Im Stromsektor geht es weniger um den Ausbau als um die Optimierung der Biomethannutzung. Strom aus Biomasse sollte ausschließlich in effizienten KWK erzeugt werden, entweder als Nebenprodukt der Wärmeerzeugung oder wenn KWK-Anlagen zur Sicherung der Stabilität im Stromsystem beitragen. Durch die Bereitstellung von Regelenergie, Blindleistung und anderen Systemdienstleistungen können Biomethan-KWK wichtige Funktionen von konventionellen Kraftwerken übernehmen. Die Flexibilität biomethanbetriebener KWK-Anlagen kann durch größere und bessere Wärmespeicher sowie die Anbindung an Nah- und Fernwärmenetze erhöht werden.
Neben der konsequenten Erschließung von Biomassequellen für die Gewinnung von Biogas und schließlich Biomethan können auch viele der bestehenden 9.000 Biogasanlagen auf die Produktion von Biomethan umgerüstet werden – vor allem dann, wenn die Abwärme der Vor-Ort-Verstromung bisher nicht oder nur unzureichend genutzt wird. Schließlich ist die Nutzung von Biomethan auf eine gut funktionierende Gasinfrastruktur angewiesen. Im Jahr 2050 sollten dann weitestgehend CO2-neutral erzeugtes Biomethan und synthetisches Methan aus Power-to-Gas-Anlagen durch das Gasnetz fließen.


Die Potenziale von Biomethan und das Strategiepapier werden auch Thema sein auf der Biogaspartner Jahreskonferenz am 7. Dezember 2017 in Berlin.

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