Kükentöten bleibt erlaubt – übergangsweise

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Kükentöten für übergangsweise zulässig erklärt. Sobald Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen, entfällt die Erlaubnis.

Der mit großer Beachtung erwartete Urteilsspruch des Bundesverwaltungsgerichtes aus Leipzig ist heute gefallen. Danach bleibt das Töten männlicher Küken tierschutzrechtlich noch übergangsweise zulässig. Das wirtschaftliche Interesse an speziell auf eine hohe Legeleistung gezüchteten Hennen sei für sich genommen kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes für das Töten der männlichen Küken aus diesen Zuchtlinien. „Da voraussichtlich in Kürze Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen werden, beruht eine Fortsetzung der bisherigen Praxis bis dahin aber noch auf einem vernünftigen Grund“, urteilten die Richter heute.

Schlappe für NRW

Das Bundesverwaltungsgericht hat damit die Entscheidung der Vorinstanzen im Ergebnis bestätigt. Gemäß dem Tierschutzgesetz darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Das Land NRW hatte daher in einem Erlass im Jahr 2013 ab dem 1. Januar 2015 die Tötung von männlichen Küken untersagt. Dagegen klagte eine Brüterei, die argumentiert hatte, dass wirtschaftliche Gründe auch „vernünftige Gründe“ sein könnten, um die Praxis fortzusetzen. Die dort ausgebrüteten Eier stammten aus...

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